Band 
Zweyter Theil [3].
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1580
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»560 Schwendiner.

Kupferstechen und Kupferdrucken Profcßion mache;gleich mußte Caspar Joseph nach Zug wandern,wo er abermals, außer sich im Hungerleiden zuüben, höchstens etwa Kupferdrucken lernte. Un-gefähr ein halbes Jahr hatte er in dieser elendenSchule zugebracht, als der Alte in der Meinung,er hatte nun seinen Zweck erreicht, ihn wieder zu-rückrief, und ihm dann seine Zeit in das Krazeneiniger Heiligenbilder und in Schreinerarbeit ein-theilte. Der Himmel legte sich ins Mittel. DerDater st. (i? 56 ), und setzte den Sohn in Frey-heit. Sein Entschluß, sich nun im Ernste der Kunstzu widmen, war bald gefaßt. Seine Neigung,hauptsächlich aber seine Bedürfnisse lenkten ihnaufs Pettschierstechen: Er grub den Bauern ihreNamen in Fingerringe, wagte sich allmälig anWappen, und seine Versuche gierigen über dasMittelmäßige. Man riech ihm, sich an den Rit-ter Hedlinger zu Schwyz zu wenden. Er gieng,und fand mehr als er hoffen durfte. Dieser ebenso große Menschenfreund als Künstler fand in denrohen Anfängen des Jünglings ein nicht gemei-nes Kunsttaleut, gab ihm Anleitung, was fürWege er einschlagen müße, seinen Zweck zu er-reichen, legte ihm die beßten Muster zum Kopi-ren vor, um seinen Geschmack für das Schönezu bilden, und zeigte ihm die NothwendigkeitPossiren zu lernen; kurz, unterwies ihn selbst,und brachte ihn in kurzer Zeit so weit, daß er inder Hauptstadt seines Kantons Aussetzn machte,welches ihm dann Freunde und Gönner zuwegenbrachte unter welche er besonders den SchultheißAm Rhyn, und den Seckelmeister von Balthaiarzahlen durfte. Diese fanden, nachdem er seineFähigkeit an sehr schönen Pettschaften und Sigil-len für den Stand Luzern gezeigt, jetzt sey es.Zeit, mit ganz anderer Vorbereitung als das erst«Mal, wieder nach Rom zu gehen, um sich in derZeichnung festzusetzen, und sich zu der Würde deseigentlichen Stempelschneiders zu erheben. Erreiste also 1772. dahin ab, und theilte sich dortvierzehn Jahre unermüdet ins Studium dieserschönen Kunst nach alten und neuen Mustern,und in die wirkliche Ausübung derselben. Auchnennt ihn die Schrift: Winkelman u. sein Jahrh.E. 35 g. den geachtetesten Künstler seiner Gattungu. seiner Zeit in Rom . Schon 1777. sah man vonihm die schöne Schaumünze auf die damalige Er-neuerung des Bündnisses zwischen Frankreich undder Schweiz; dann eine zweyte auf Pabst PiusVI . Dieser folgte eine (sehr schöne) auf denTod des Ritters Mengs (1780.); eine dritte mitdem Bildnisse des (vorletzten, Königes von Schwe-den; eine vierte auf die Vereinigung von Pfalz und Bayern — als er mitten auf seiner rühmli-chen Laufbahn (1786.) von einem Pettschaftstecheraus Preußisch-Schlesien (Wönker jst der Namendes Ungeheuers!) in seinem eigenen Hause mit24. Messerstichen verwundet wurde, und erst achtTage nachher Todes verbliech. Der Bösewichthatte sich gleich nach der That selbst ermordet.Füßli V. 125 — 27. Meusel II. wo er irrigJohann Caspar heißt. Dann Ebendes. Misc.

I V. 63 . XI. 84. u. XXX. 373. dort durch Druck-fehler Schrvendtmann genannt.

Schwendiner ( ). Churf. Sächsischer

Hoskondukteur, lebte in Dresden im I. 180».und zeichnete für die Baumgärtnersche Buchhand-lung zu Leipzig die Blätter zu dem Modellmaga-zin für Gold- und Silberarbeiter. OeffemlicheNachrichten.

Sckwenke( ). So heißt ein in Sach-sen geborner. um 1809. noch lebender Geschichts-maler, in Diensten des Grafen von Besborodkozu St. Petersburg . In 1804 sah man von ihmin der dortigen neuerbauten Finnischen Kirche einvortreflichcs Altarblatt, welches die VerklarungChristi darstellte; und ebendaselbst eine Einsetzungdes Abendmals. Mensel N. R. L- u. Arch.I. ( 3 ) 177.

Schwenterley.

Schwenker (Arfwid Siegmund), Sohn desfolgenden Siegm. Andreas G., Bildhauer zuBaireurh, geb. 1649. zu Eger, und 1699. nocham Leben. Seiferts 1 . >nkr. c. 's:,b. II. Witter.6. 6en. 5 . Er hatte einen Sohn GottliebFriedrich; unbekannt ist uns aber, ob er sichauch zu den Künsten, wie seine Voreltern, wandte.

— — (Daniel), Professor der Mathematikund Lehrer der orientalischen Sprachen auf derhohen Schule zu Altorf . Zu seiner Zeit mußteer in den Bauwisscnschaften berühmt seyn; dennman findet, daß ihn der Rath zu Regensburg 1626. zu einer Kaiserlichen Kommission wegenBauwesen verschrieb. Daniel wurde i 585 - zuNürnberg geb., und starb, nachdem er Mehreresin Druck gegeben hatte, i 636 . zu Altorf . Sei-fert« Stammraf. 1. Th. Seine Fam. 'bsb.I. bitter. 6 ( 3 en. 3 . In den Mürnbergisch.Münzbelust. von Will (Lh. Xl. S. 7^.) sagtman, daß er Erfindungen in der Mathematik-Befestigungs- und Belaaerunsskunst gemacht habe,und daß, wahrend des dreyßigjahrigen Krieges,die Generale ihn zu Hülfe gezogen hatten; er mußteso z. B. den Schweden Neumark befestigen. Da-bey wird er der allerangenehmste und liebenswür-digste Mann, von dem man die artigsten Anek-down erzähle, genannr. Sein Leben und von sei-nen Schriften findet man, neben Anderm, inApin's Diographien der Altdorfer-Profes-soren (S. n,—l 23 . . Dort auch sein Bildnißin gr. 80. mit der Unterschrift: L-ame/ ä'c/rEnte-rnL Xorimbei Aensls bin^uss ^scrse st» Ho. 1608.e°t lUritüemstum Professor. publ. in HcsilemiaHltorstns ab HO. i 638 . (ein Fehler des Stechersfür 1628.) bist. st. 3 i. 7 »liusr HO. , 585 . Den.st. 19, jsn. Ho. itzzg. — (V. p. küchn sei. etsculpsit.

— — (Hans Jsaac), Maler, vermuthlichzu Regensburg , wo er um i 56 g oder 70. geb.zu seyn scheint. Er vcrheurathere sich in 1604.und war ein Bruder des folgenden Joh. Paul.Außerdem hatte er noch drey andre Bruder, vondenen aber die innen a. sgezogene Quelle nicht sagt,ob sie sich ebenfalls den Künsten widmeten. Sei-ferr I. c. Dab. 1 . bitter. H. den. H. b^o. z.

— — (Johann Melchior), Bruder des Arf-rvid, geb. i 655 . lebte noch um das Jahr 1681.und war Goldschmied und Artilleriebedienter aufder Festung Plassenburg zu Culmbach . SeifertI. c. Isb. II. bitter. ( 3 . 6en. 5 .

— — (Johann Paub, Maler zu Regensburg ,

wo er zu Anfange der 167.. Jahre geboren wurde.Er war ein Sohn des nachfolgenden Jsaac ver-heurathete sich 1607., und harte eine Stelle andem Rathe seiner Vaterstadt. Seifert l. c. Dab.I. bitter. H. 6en. 4 - 2.

— — (Jsaac), Rathsmitglied und Maler zuRegensburg . Das Altarblatt der Kirche St. Os-wald daselbst ist von ihm, und wurde in 1604.gemalt. Jsaac, geb. zu Kehlheim , verheurathetesich i 568 . und st. 1609. zu Regensburg . Seifert1 . c. lab. b bitter. H. 6en. 3 .

— — (Sieqmund Andreas), geb. zu Altorf 1606. ein Sohn Daniels. Nachdem er die Stelleeines Jngenieurlieutenants in Königlich Schwe-dischen Diensten aufgegeben hatte, nahm er dieals Fürstlich Brandenburg»Ouoltzbachischer Voigtund Landbaumeister zu Weimersheim an, ver-tauschte diese aber auch gegen die als FürstlichBrandenburg-Culmbachischer Ingenieur und Bau-meister zu Baireuth, und st. dort 1674. Seifertb c. Hb. II. bitter. L. 6 en. 4.

Schwenterley (H.). So heißt in Men-sel s zJ. R. L. (1809.) ein, wie dort vermu-thet wird, noch in Göttingcn lebender (und ir-gendwo, ieider! „jämmerlich" genannter) Univer-sitäts-Kupferstecher, dabey auch Zeichner, vottdem man Bildnisse in punktirter Manier von dor-