Wagner.
Wagner (Johann Peter), s. unten pererAlexander w.
— -- (Johann Wilhelm ), Architekt, s. obenden Art. Johann Friedrich w.
* — — (Joseph), Zeichner, Kupferstecherund Kupferetzer. Zuerst bey einem gemeinen Ma,ler in die Lehre gethan, kam er, nach mehrernHcrumirrungen, schon in seinem vierzehnten Jahrenach München , und wußte sich die Gunst von Ami-coni zu erwerben, in dessen Dienste er kam, undder in Nebenstunden ihm Unterricht ertheilte. Seinerster Lehrer in seiner eigentlichen Kunst war indes-sen der dortige Hofkupferstecher Späth. Nachzwey Jahren nahm Amiconi ihn mit sich nachRom ; dann setzte der Unsrige seine Studien zuBologna fort. Nach vier Jahren suchte er Ami-coni wieder in England auf, und arbeitete dreyJahre als Maler unter ihm, beschäftigte aber sichnoch mehr mit seiner neuen Kunstgattung, welchersich nun gänzlich zu wiedmen sein Gönner ihm»ehrlicher Weise" anrieth. Dann ging er aufzwey Jahre nach Paris , »wo man es bishernoch am Weitesten mit der Gravur gebracht hal-te"; hierauf wieder nach London , wo er aber-mals Jahre bey Amiconi blieb, und endlich,so gut ibm auch England gefiel, in 1709. mit je-nem sich nach Venedig begab, wo er sich verhei-rathele, haushablich festsetzte, und hier seine be-kannte Kunsthandlung anhob. Heinecke 1 . 125 —so. »Seine Manier" (heißt es bey Rost >. 95.)»historische Blätter mit Nadel und Grabstichelauszuführen, war verständig und angenehm."Und ausführlicher bey wareler und l'Evesque:»Seine Blätter sind wegen des schmeichelndenKornü merkwürdig, welches seine rautenförmigdurchkreuzten Taillen bilden. Seine schöne, brei-te, markig« und leichte Manier, die er dem Freynachgeahmt zu haben scheint, wurde nachwertSdurch Bartolozzi vervollkommnet. Ob Wag-ner gleich mehrmals nach großen Koloristen, undunter andern nach Paul Veronese gravirte, soerinnere ich mich nicht, eins von seinen Blätterngesehen zu haben, welches sich durch eine kräftigeFarbe auszeichnete." 11 . 555 . Dies scheint unsnun wirklich das gerechte Maaß von Lob zu sey»,welches diesem fruchtbaren Künstler gebühret, sowie auch die Künstler-Pffanzschule seiner Der,lagshandlung allerdings zu den wenigen gehört,aus welchen, freylich neben viel Mittelgut, eini-ge wahrhaft preiswürdige Früchte erwachsen sind.Man denke den einzigen Franz Bartolozzi! Wag-ner st. zu Venedig um (». ü. in) 17L0, Ein Ver-zeichniß meines sei. Vaters führt, theils von ihm,theils wohl vornehmlich unter seiner Leitung vonseinen zahlreichen Schülern gestochen, an die 170.Blätter an, nach: N. dell' Abbate, F. Albani,Amiconi*), Cl. Audran, I. F. Barbier!, I. W.Baumgärtner**), Brich, N. Berghem, P. Ca-liari, H. und L- Carraccio, R. Carriera, C. Ci-gnani, I. B. Cignaroli, A. Commpdi, F. Coste,Courtois, A. Coypel, St. Dalkon (so von die,sem in Italien gezeichnete Statuen), F. Ferg,I. D. Fcrretti, A- D. Gabbiani, L. Giordano,I. D. Herz, G. Lazarini, Luismon, D- Luti,D. Majotto, A. Marchesini, P. Pellegrini, I.B. Piazetta, M. Ricci, S. Ricci, A. Sacchi,F. Sigrist, F. Solimena, L. Spada, A. Tiarini,P. Tibaldi, I. S. Tiepolo , Trefchaak, C. Vanloo,A. Visentino, Zocchi und F. Zuccarelli: Bildnisse,geist- und weltliche Geschichten, Gattungsblatter,Alterthümer, Landschaften — kurz Alles, was Be-stellung, Zeitgeist, Zudringlichkeit u. s. f baldfodern, bald erlauben mochten. Von Gesammk-werken, worein er gearbeitet hat, nennt Gandel-lini die Gallerie der Maler-Bildnisse zu Florenz
*) Ueber 20. Dies war nun einmal sein Kunstheld.s») Auch Wagner gab für die Erbauung jenseits der
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(z. B. dasjenige des A. Commodi); dann dasPrachtwerk der ?Itture sti Z'. Drü-rM e 6i IV.Abbate, Ven«2. 746. (Preis 12 Zecch.), und D.Gabbiani's Raccolta cli centcr pensierikireu?.762. Heinecke dann die Dresdner -Gallerie,und die retouschirte Ausgabe von le Fevre'sOper. select. von Titian und P. Veronese. läeep. 5 g. 63 und 90. Zu wagner's eigenen beß-ten Blättern zählt Rost l. c. g 5 —96. neben an-derm: Die Bildnisse Peter des Großen, an Mi-nervens Seite, ganze Figur; die Kaiserin Annaeben so, und die Kaiserin Elisabeth, Knieestück;den Sänger C- Broschi (Farinelli ) sitzend, durchdie Muse der Harmonie gekrönt, alle viere nachAmiconi; dann nach Ebendemselben: Die Erzie-hung der Maria, und das Kind Jesus schlafendin einer Landschaft (es liegt, äußerst anmukhig!vor uns), und den Wahrsager Tiresias . NachCaliari eine H. Familie auf einem Piedestal; zuihren Füßen Franz von Assist, dem St. Johanndas Kreuz reicht, nebst mehrern Heiligen (dasUrbild in der Nonnenkirche St. Zacharias zu Ve-nedig). Nach Aug. Carracci eine HimmelfahrtMaria , welche Füßli II. iZg. meisterhaft nennt.Nach Giordano, Jakobs Unterredung mit Rebecca,und Rebecca empfangt die Geschenke Eliesers (beydeaus der Dresdner -Gallerie). Nach Luti (nachCipriani's Zeichnung) den Tod Abels, und Mag-dalena bey den Pharisäern (die Urbilder jetzt inEngland). Nach Solimena , ein Paar Madonnenmit dem Kinde; das eine, wo ein Knabe von sei»nem Schutzengel zur Anbetung geführt wird (Füßlt111 . 214 und i 5 . nennt beyde). Nach Piazetta,die Himmelfahrt Maria , nach dem Bilde in einerKirche zu Frankfurt (L^Use toutonique). NachCarl Vanloo, Johannes in der Wüste. Nach Zuc-carelli, zwölf Landschaften und Hirtenstücke (imitalienischen Geschmacke verziert?), von demUnsrirgen und seinen Schülern, Bartolozzi u. a. Mankennt einen nummerirten Katalog seiner Arbeitensowohl als seiner Verlagsartikel» Lonk. 6a»zie/-/»ri, Seine Blätter bezeichnete er bald
mit seinem ganzen Namen, bald mit A ^oder A. Mr. kec.
wagner(Joseph B. gewöhnlich Joseph), geb.zu Dresden , der Sohn eines churfürstlichen Hof-portiers. Er befliß sich unter Casanova bis zndessen Tode, in seiner Geburtsstadt, der Miniatur-malerey, verließ aber um 180z. Dresden undgieng nach Wien und den österreichischen Staaten.Auf der Dresdner -Ausstellung 1791. sah manvon ihm einen alten Mannskopf, vermuthlich eineAnfangszeichnung; auf der von 1798. drey Bild-nisse (darunter der Maler Kreß mit dem Rotb-stift in der Hand), die ihm, als einem noch jun-gen Künstler, wohl gerathen waren. Von seinenspätern Arbeiten ist uns nichts bekannt.
— — oder Wangner (I), ein geringerKupferstecher zu Wien . Er fertigte fast soa Blät-ter zu N. I. Jacquin's Kelectorum stirpiurn^merjcansrurn lnstoria. Vinäob. 1763. sc»I,nach des Verfassers Zeichnungen; dann ein Forlioblatt nach A. Durmer zu: Berechnung der Luft-maschine welche I. C. Höll erfunden und erbauethat (von Nicl. Boda), Wien 1771- 8 °; dann,von ihm 1774. radirt, die Kupfer zu GeorgProchaska cle structura nervorum. Vmäod.1779- 8 °, nach des Verfassers Zeichnungen rc.Endlich hat er auch zu N- I. Jacquin's Obssr-vationes botsnicoe» iconibus ab auctore äeli-nestls illnstrstse. kol. Vinäob. 764. die Sti-che geliefert. Vergl. auch oben den Art. JacobWagner den jüngern.
- - (I. G.). Zögling der Akademie zu
Berge, noch diesem Künstler eine Arche (einer Heulzen.