Band 
Zweyter Theil [5].
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4074
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4074 Wagner.

Leipzig , vsn dem man auf der Dresdner -Aus-stellung von 1806. eine weibliche Figur sah, undauf der von 1807. die Madonna deüa Sedia;beydes Kreidezeichnungen,

Wagner (Lorenz). Ein solcher war der StadtLübeck Münzmeister um 167a und 7Z. Zu seinemZeichen führte er drey Sternen in einem kleinenSchilde. Madai Thalerkabmer. N°. 5ooound 5l)02.

(Maria Dorothea). Schwester deS be-rühmten Dietrich *), Gattin des obigen Job. Ja-cob Wagners von Eisenach , und somit Mut-ter des geschickten Landschaftmalers Job. GeorgWagners. Nach ihrer Zeichnung hat I. M-Frey vier nummcrjrte Landschaften/ mit Dauern-hantern und Figuren staffirt, gestochen,

s. v. ihres gedachten Bruders. S. auch Diet-rich im Lex. und in unsern Supplementen, undoben den Art. ihres erwähnten Ehemanns.

(Martin), ein Steinmetz - und Mau-rermeister zu Dresden , der 1678. den Kirchthurmzu Finsterwaide erbaute, Hierbey erscheint fernerder Werkmeister Aug. Heyne von Hoye, mit wel-chem man aber keine Ursache hatte zufrieden zuseyn. In i 58 i. baute Wagner auch die dortigeKirche neu auf. S- ein Handschrift!. Werk überFinsterrvalde.

ein Maler, wenigstens nicht derneuesten Zeiten, von dem sich Handzeichnungenauf der fürstlichen Bibliothek zu Dernburg finden.Ruft Anhalttsche Schriftsteller. I. 43.

ein Tischler, s. oben Johannparsch.

(Martin oder Johann Martin), vonWürzburg , geb. im I. 1778, ein Sohn des un-ten ff. Peter Alexanders, dortigen Hofbild-hauers. Sein Vater wiedmete ihn der bildendenKunst, wozu er schon frühe große Neigung bli-chen ließ. Man wollte ihn erst durch die Schulengehen lassen, damit er sich einige einleitende Kennt-niß der alten Geschichte u. s. f. erwürbe; allein erfand diesen Weg zu langsam, verließ, nach zurück-gelegter vierter Klasse, das Gymnasium, und ließsich (bis in sein neunzehntes) unter Anführungseines Vaters das Zeichnen nach Gyps und Aus-tonne, so wie die Uebung in der Perspektive undOptik, ernstlich angelegen seyn, anfangs nochunentschlossen, ob er Maler oder Bildhauer wer-den wollte, bis er endlich die Malerey wählte.Der damalige Coadjutor von Würzburg , H. vonDalberg, empfahl ihn nach Wien , wo er, unterFügers Leitung, fünf Jahre an der Akademie stu-diere, und sich zuletzt in eignen Compositionen ver-suchte. Sein erstes gemaltes Bild, nach eignerErfindung, stellte die Rückkehr Mariens mit denWeibern und Johannes vom Grabe dar. ImI. 180Z. erhielt er zu Wien den ersten Preis miteinem Gemälde: Aeneas , der die Venus um denWeg nach Carthago befrägt. Von Wien begab

Wagner.

er sich nach Salzburg . Von da bereis te er dieganze Schweiz , und kam alsdann über Stuttgart nach Würzburg zurücke. Mittlerweile erschien die,im Namen der vereinigten Kunstfreunde zu Wei­ mar , durch den Geheimen Rath von Gölhe aus-gesetzte Preisausgabe auf das I. 180Z. (Ulys-ses, der den Cyklopen Polyphem hinterlistig durchWein besänftigt-. Wagner machte sich an dieLösung dieser Aufgabe, sandte feine Zeichnungnach Weimar , reis 'te unterdeß nach Paris , mit»erfuhr dort durch seinen Vater, daß ihm der Preis(von 5 o Dukaten) zuerkannt worden vergl. Jen.L. Z. iLoj. vor dem Januar), wo sich auch eingeetzter umriß des Bildes befindet, w. verweilteein halbes Jahr zu Paris , und setzte sich theilsnoch mehr in der Kunst fest, theils besichtigte erdie daselbst aufgehäuften Kunstschätze. Von dagieng er (i 8 c> 5 .) über Mailand nach Rom , undbildete sich dort durch sorgfältiges Studium undVerbindung der Antike mit der Nutur vollendszum Geschichksmaler aus. Hier sah man vonihm in 1807. nach Jlias X. die Griechischen Hel,den vor Troja , wie sie, außerhalb des Lagers, dieauf Kundschaft ausgesandten DiomedeS und Ulys-ses erwarten **), ein Oelgemälde in y lebensgro-ßen Figuren, ig< i" v", hoch, 7" 6^ br.)rEine vortreffliche Beschreibung desselben findet sich.in einem Briefe aus Rom in der Vorrede der Jen.L. Z. 1808. S. VII., wo Composttion, Zeich-nung, Ausdruck, Beleuchtung und Kolv'it diesesBilds beynahe ein gleich unbescyränktcs Lob er,halten, und es davon, »eben Anderm heißt:Esmöchten wenige Bilder neuerer Meister nachzuwei-sen seyn, worin eine so zahlreiche Figurengruppemit so vieler Leichtigkeit sich da. stellte, mit solcherKlarheit sich ineinander und auseinander schöbe,so wenig eine künstliche Anordnung, sondern viel-mehr eine leichte Darstellung der Natur selbst zuseyn schiene***-". Wahrheit, Natürlichkeit undEinfachheit sey aber die besonders anziehende Ei-genschaft aller Compositionen dieses Künstlers,von welchem sodann noch einige Zeichnungen er-wähnt werden; wie z. B. Samen, von den Hö-ren umtanzt; der Leichnam Moses , von den En-geln ins Paradies, und derjenige der H. Jung-frau, ebenfalls von den Engeln zu Grabe getra-gen, und von Aposteln begleitet's'), welche alleeben so trefflich in ihrer reinen und einfachen Aus-führung, als original in der Idee genannt wer-den; und zumal von der letztem (wo die Seele,von Engeln emporgetragen, zugleich in den Wol-ken erscheint, und von Christus empfangen wird,der ihr einen Stuhl neben dem seinigen zur Herr-schaft der Welt bereitet hat), bemerkt wird:UmWerke von solcher Innigkeit des Gefühls anzutref-fen, müßte man bis zu den Zeiten des Giov. Angel,de Fiesole und des Masaccio zurückgehen; dieseZeichnung aber verbinde mit eben so vieler Innig-keit und Einfalt auch noch diejenigen Vorzüge,welche (hört!) die neuere Zeit durch ein erleuchtetesStudium sich zugeeignet habe. Ebenfalls in Rom stellte er das von dem H. Kronprinzen von Bayern für die Gallerte zu München bestellte, hohe

Und nicht mit einer andern Schwester von Dietrich, Rahe! Rsstna zu verwechseln (welche ebenfalls Künst-lerin , und mit dem Maler E. W. Böhme vermählt war), deren im Ler. unter dem Art. ihres BrudersErwähnung geschiehet.

«») Oder, wie solches irgendwo rubririrt wird:Agamemnon , der mit den Führern der Griechen Rath hält,als Ulyß und Diomed nach den Pferden des Rhesus aus waren."

E) Dies Bild war auch zu München ausgestellt worden, und befand sich (ig-o.) in der Gallerie zn S-bleis-heim. Bey Lipowski S. -ss- wird es beschrieben, wie folgt:Eine Versammlung von Gräciens Heer-führern berathschlagt nach der gegen den Hektor verlernen Schlacht über die Beendigung oder Fortsetzungdes Krieges. Nestor spricht, die beyden Ajar und andere fühlen sich durch seine Worte beruhiget, Aga-mcmnon denkt nach, und Meriones (eine der beßten Figuren) verzweifelt, und verspricht sich keinen glück-lichen Erfolg mehr." Ein von dem sei. G- Müller gefertigter Umriß desselben findet sich im Januarheftdes Journal» des Luxus und der Moden von -309, nebst einer Beschreibung aus Guattani's -Vle-lliorie eno>cioj,e<jick« !ioin,ae sulle belle ^,li. Andere Beschreibungen s. auch anderwärts, wie z. B- imJntell. Bl- zu den Heidelberg . Iahrb. der Litterat- -gos. N°. n.

Diese drey Zeichnungen gehören wahrscheinlich zu den vier getuschten Handzeichnungen, von denen es beyMeusel M. heißt: Daß Wagner sie aus Rom nach Weimar gesandt habe.