Band 
Zweyter Theil [5].
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4084
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4o84 Wallmann.

lich seyn: der nordisch« Nebelhimmel und ein wil-des Jagerland scheint darin treffend für den Dich-ter bezeichnet. In Gemälden südlicher Natur hatwallis Pinsel lachende Heiterkeit und sorgfältigeAusführung, jedoch möchte es ihm zuweilen anWärme fehlen. Eine weitläufige Composition,mit Aussicht auf den Tiber und weite Fernen,worauf die Abholung des Cincinnatus vom Pflugevorgestellt ist, scheint bey vielen andern Schönhei-ten nicht ganz die Farbe dieses Gegenstandes zutragen, sondern zu geschmückt und zu glänzendzu seyn; man denkt sich bey solchem bäuerischenFleiß eine beschränktere und rauhere Umgebung/*Lonk. A- w- Schlegei's arrist. L^iachr. ausRom , im Jnlell. Bl. der Jen. L. Z. i 8 o 5 . N°. iso.S- I0Ü2. --

waIlmann «xlas). Markscheider bey demKönigl. Berg-Kollegium in Schweden , s oben An-ton Gwab (wo er aus Druckfehlerwalman heißt).

Wallraff ( ), Professor und Canonikus

zu' Cölln, und, neben den Herren Boiserees, ei-ner der vorzüglichsten Freunde, Kenner und Samm-ler der Werke alter deutscher Kunst. Ihre gemein-schaftliche vortreffliche Arbeit über den Dom zuCölln ist bekannt. DesUnsrigenPrivatsammlungvon Gemälden der ältern Deutschen Schule istvon vorzüglicher Bedeutung, da derselbe z. B.darauf ausgieng, eine vollständige Folge der Cöll-nischen Schule aufzustellen von den ältesten Zeitenan bis auf diejenige, wo dieselbe sich nach Ru­ bens und van Dyk zu bilden anfieng. Fiorillo(Deutschland I. 4 » 5 ). Auch bey Götbe. UeberKunst und Alterthum in den Rhein - und Main-gegenden I. 9 io. heißt es: »Forschen wir nachdergleichen Schätzen gegenwärtig in Cölln , sowerden wir zuerst auf die Sammlung des HerrnProfessors und Canonicus wallraff gewiesen,der, seiner Vaterstadt leidenschaftlich angeeignet,sein ganzes Leben, Habe und Gut verwendete, jadie ersten Bedürfnisse sich öfters entzog, um al-les ihm erreichbare Merkwürdige seinem Geburts-ort zu erhalten. Vorzüglich aufmerksam auf Rö-mische Alterthümer, Bildwerke, Münzen, geschnit-tene Steine und Inschriften, hat er zugleich neuereKunstwerke allerArt, Gemälde, Handzeichnungenund Kupferstiche, Bücher, Handschriften, selbstsehr bedeutende Mineralien, an sich gebracht.Dieser, wegen Mannigfaltigkeit und Verwicklung,schwer zu übersehende Verrath konnte weder zueigenem Genuß, noch zum Unterricht anderer je-mals geordnet werden, weil selbst die dem Samm-ler späterhin gestattete freye Wohnung nicht Raumhat, so viel zu fassen, geschweige gesondert auf-zustellen. Wünschenswerth wär' es daher, wennman baldmöglichst dem gemeinen Wesen diesenSchatz zueignete, damit die Jahre, welche demwürdigen Besitzer gegönnt sind, benutzt werdenkönnten, diese kostbaren Gegenstände mit Genauig-keit zu übernehmen, zu ordnen, genießbar undnutzbar zu machen."

Wallcarve, s. gleich unten Walraven.

Wallstei'n (Hans Georg), «in Steinmehge-selle der 1714. in Sachsen arbeitete. Hk-c.

*Walleer, s. Malcherim Lex. und unten.

walmesley oder Walmsley ( ),

ein achtungswürdiger Englischer Landschaftsmalerneuerer Zeit, lieferte 1801. schöne Ansichten vonOakhampton-Scbloß in Devonshire , Jvy-Bridgein derselben Grafschaft, von der Burg Berry Po»mervy, und eine Landschaft unweit Oakhampton.Im Jahr 1802. verfertigte er vier Gemälde, wel-che reizende Gegenden in der Insel Whigt vorstel-len und von Cartwright gestochen wurden. Fic>-rillo V. 83 c>. Nach einer andern unserer Nach-richten hätte derselbe schon für die Ausstellungder Königl. Akademie 1791. mehrere Prospekte,sowohl in Oel als in Zeichnungen geliefert.

Walter.

walp 0 le (Horaz ). Das Bildniß dieses Kunst-liebhabers, dessen Biographie, so wie sein geist-reicher Briefwechsel mit der Marquise von Def-fand, in neuern Tagen Französisch erschien, hatPariset, nach P. Falconet, gestochen.

*Walraven oder walrvasen (Jsaack).So ganz ungleich wird dieses Malers und Kunst-liebhabers Name geschrieben, wovon die Anfangs-buchstaben theils auf Vignetten und Silhouetten,theils auf einigen Blättern nach Callot und dellaBella gefunden werden. Bey Basan (L6. sec.)wird seine Geburt, ganz anders als im Lex. in1720. und sein Tod zu Amsterdam in i? 65 . ge-setzt, in welchem Jahr auch sein vortreffliches Ku-pferstich-Kabinet daselbst verkauft wurde. Ir-gendwo werden noch von ihm 17 Bl., Entwürfefür Goldschmieds-Arbeit genannt. Sein Bildnißsoll I. Houbracken, nach Quinkhard, gestochenhaben.

oder Wallrawe ), ein Kriegs-baumeister der Anfangs in holländischen Dienstenstand, dann aber in die des Königs von Preußenübertrat, und darauf 1716. Memel , dann Wesel ,Magdeburg (um 1726.) und Stettin befestigte,endlich auch den Bau der schlesischen Festungenleitete. Er brachte es bis zum General, und standwegen seiner Geschicklichkcit bey Friedrich hemGroßen in hohem Ansetzn. Unterdessen ließ sichder Unsere so viel Betrügereyen zu Schulden kom-men, daß König Friedrich sich genöthigt fand,ihn 1748. nach Magdeburg in die Sternschanze(deren Erbauer er gewesen war) zu lebenslänglichemFestungsarreste abführe» zu lassen. TzschuckeGeschichte d. Mark Brandend. Berl. 1804. 8°.S. 325 . u. a. O. Er befand sich noch 1756. inseiner Verhaftung.

* Wale (Gottfried). Fiorillo (DeutschlandIII. bo.), jitirt über ihn Sopran» S. 4 l> 3 , dasLe/. hingegen S22.

walser( ), ein Kaufmann und (auSSpekulation) Kunstliebhaber, gebürtig von Heri-sau, C- Appenzell in der Schweiz . Sein langerAufenthalt in Rußland gab ihm nämlich Veran-lassung zu dem Unternehmen einer kostbaren Samm-lung von Russischen Prospekten, welche alle nachder Natur in Oel gemalt, sodann in der Schweiz ,in groß Folio-Format, von geschickten Künstlern(Eichler, Höferli u. a.) gestochen, und theilsschwarz, theils (von Lory, Vater und Sohn u a.)vortrefflich kolorirt ans Licht gestellt wurden. Daserste Heft, welches die merkwürdigsten Plätze vonSt. Petersburg und Moskau in 12r 4 Bl.enthielt, welche namentlich auch durch die Staf-firnng derselben mit Figuren von höchstem Inte-resse waren, erschien im I. 1804. Indessen ent-sprach der Erfolg dieses Unternehmens den Hoff-nungen des H. waisers, der sich davon Millio-nen geträumt hatte, keineswegs, und wahrschein-lich der Gram darüber beschleunigte seinen ini 8 v 5 . erfolgten Tod. Die Erben versuchten (abermit eben so wenig Erfolg) die Fortsetzung desWerkes; denn am End wurden Platten und nochvorhandene Abdrücke nach allen Winden zerstreut.Einige davon befinden sich noch gegenwärtig. umsehr billige Preise verkäuflich, im Besitze des H.Kunstmalers Wetzel zu Zürich . Mein sei Auch.I. (4.) 18. 62. ll. (1.) 71. Ebendess. Lex.IH. in den Zusätzen,

Walsb (E ), gab: ^ I^arrative o 5 tke ex-pectition to Oollunll - - 1799. illustr. bz? Z.

DI. O. Houston 1800. gc. 40. Hier-zu hat Walsb eine Anzahl Kriegsvorfälle undProspekte (von Heath), dann auch eine Karte(von Neale gestochen) selbst gezeicrnet.

* Walter, f. im Lex. und gleich unten Wal-eber.