Waltersdorf.
»Waltersdorf (Johann). Einer unsererFreunde hält ihn für einen irrigen Namen desunten ff. wolrersdorf Nach ihm gestochen hatB. Kilian das Bildniß des Rechtsgelehrten Joh.Zieglers. ,
walther oder Walter (Carl Eiegmund),wurde am End des siebenjährigen Krieges Zeirchenmeister bey der Ingenieurs-Akademie zu Dres den , und trug um 1798. den Charakter^ einesIngenieur-Hauptmanns. Er war ein Schülerdes Bibiena , hatte bey diesem das Theatermalengelernt, und zeichnete auch Figuren vortrefflich.Er st. zu Dresden 1804.
— — — (Carl Siegmund, gewöhnlich bloßCarl), der Sohn eines Sailers, geb. zu Dresden 178Z, studirre in seiner Geburtsstadl Geschichteund Bildniß, unter dem Professor Schubert seit1802. Auf der dortigen Ausstellung 1808. sahman von ihm; Amor, der seinen Köcher mitPfei-len füllt, in Miniatur; Danae im Goldregen,nach van Dyk, und den ersten Schiffer, nach Geß-ner, eigne Erfindung, beydes in Del. In 1809.verließ er seinen Lehrer und Dresden , und giengnach Esthland in das Haus des bekannten Schrift-stellers Kotzebue . Daselbst (in der Gegend vonReval ) übernahm er bey den Kindern des Ge-dachten, und an dem Erziehungs-Institute einesbenachbarten Landpredigers, die Stelle eines Zei-chenmeisters, wozu man ihn unter guten Bedin-gungen auf drey Jahre angenommen hatte, wal-ther malt Geschichte sowohl im Großen (in Delund auf Kalk) als auch kleine Conversationen inder Manier der Niederländer; seine Bildnisse sindschön und wahr. Ueberhaupt genommen, ist erein Künstler von Talent und Gefühl, von guterund richtiger Zeichnung, und von einem lebhaf-ten, der Natur gemäßen Kolorit. Als Menschbetrachtet verdient er nicht minder alle Achtung.Noch fand sich folgendes, Früheres, von ihm aufden Dresdner -Ausstellungen: 180Z. ein Akt nachder Natur, ein Bildniß nach van Dyk, und einChristus nach Guido, alles in Kreide; 1804. Achill nach einer Gypsbüste inOel; 180h. Cajuö Mariusder zu dem Soldaten, der ihn todten soll, dieWorte lpricht: „Du wagst es, den Marius zuermorden"! dies nach eigner Erfindung; dannaber auch Venus und Amor, nach Guido gezeich-net. 1806. Psyche am Lethe-Fluß, nach dem Ge-dichte MatthisonS gezeichnet, und das BildnißChodowiecki's , nach Grass in Oel ; 1807. einBildniß nach der Natur in Del.
— — — (Caspar). Werkmeister zu Augs burg , gab: -zrckitectura civilm, oderBeschrei-bung und vorreissung vornehmer Dachrverke.Augöb. 1704. Fol. 3 Bogen Text und 4 » Ku-pfertafeln. Man urtheilt davon, daß die Beschrei-bung unvollständig, die Risse aber meist nach alt-deutscher Manier eingerichtet wären. Anderwärtsführt man noch folgendes von einem Caspar Wal ter oder walther an; ob solches aber der unsresey, wissen wir nicht zu bestimmen: Beschreib -und Auslegung der drey obern Haupt-WassersThurn - Brunnen-Häuser u. f. der Stadt Augs burg . Das. > 754 - 4 °- ^rckitectura h^ciran-lics, oder Anleitung zu Brunnenkknften. s TH.Fol. (Z Lhir.) Anweisung zum Brückenbaue. 2 Tb.Fol. ib. 1766. (2Thlr.), und eineZimmermauuS-kunst, ib. 1769. Fol. (Z Tblr.) Alles zu Augs burg , theils bey Lotter, theils bey Brich. DieAnweisung zum Brückenbaue (von A- C. Mayerneu bearbeitet) mit Zo (->. K. 54» Kupfern. Fol.ward in 1816. zu Augsburg , bey Jenisch u. Etage,wieder neu aufgelegt. (Pr. 3 THIr.)
— — (Christian), der Sohn von JohannThomas (W-), einem Hofsteinschncider zuEobnrg,der sich jedoch in seiner Kunst nicht über das Mit-telmäßige erhob, und dort um 179c» starb. Chri-stian lernte in seine» Geburtsstadl bey dem be-
Wakther. 4vg§
rühmten (im kex. und Suppl. erwähnten) Juwe-lier Joh. Andr. Scharst, und brachte cS auch da-hin, daß er demselben in allen seinen Kunstfer-tigkeiten gleich kam, und daneben, so wie er,trefflich in der getriebenen Arbeit wurde. DaScharst keine nahen Anverwandten besaß, so hin-terließ er waithern, seinem geliebten Schüler,sein Vermögen. Er lebte noch i 8 i 5 , einige 4 »Jahr alt, zu Coburg , und hatte eine Schwesterdes Medailleurs Leonh. Srockmar's zur Frau.Eben hier auch lebte damals sein um etliche Jahreälterer Bruder als Hofsteinschneider; ein Künstlervon sehr großer Geschicklichkeit. Unterdessen istderselbe nicht nach Verdienst in Deutschland be-kannt und geschätzt, woran vielleicht eines TheilsMangel an wissenschaftlicher und anderer Bildung,so wie andern Theils die zu geringen Preise Schuldseyn mögen, die er auf seine Arbeiten setzt, unddie ihn hindern, denselben die nöthige Vollendungzu geben. Er hat viele erhabene Arbeit in zwey-farbigen Steinen geliefert; auch seit einigen Iah,ren eine Steindruckerey angelegt, der er rühmlichstvorsteht. Ein dritter Bruder, ebenfalls Christian,zeichnete sich nicht minder in der Gteinschneide -Kunst vorzüglich aus, und war schon vor Jah-ren nach Rußland gezogen, ^c.
walther (Christian), und ein Anderer ohneuns bekannten Taufnamen, Bruder des Obstebn-den, s. dessen Art.
— — — ein Orechslergrselle, der 1689.zuDresden arbeitete,
— — (Christian Gotthold), s. unten den Art.Johann August walther.
— — (Christian Heinrich), ein Bildhauer zuFreyberg in Sachsen , in der ersten Hälfre deSXVIII. Jahrhunderts. Eine gedruckte Stamm-tafel der Familie Schütz nennt seinen Namen.
— — (Christoph), der Aelrere, Bürger unk»
Bildhauer zu Dresden , vermuthlich Bruder desnachfolgenden Hans, machte sich i 5 So. auf demFraucnkirchhofe, wo er auch begraben liegt, seinEpitaphium. Dann endete er - 584 , den (ausPiruaischem Sandstein) lZ Ellen hohen Altar die-ser Kirche, mit dem Abendmahle, der Geburt Christi , der Auferstehung rc., und st. noch selbigenJahres - 584 , als Vierttlsmeister der Stadt; erwar i 534 > zu Breslau geboren, wo aber jene ge,nannten und andrer berühmter Meister Arbeitenin der Frauenkirche (nachdem diese um 1727. ein-gerissen und neu aufgebauet wurde) nach der Zeithingekommen sind, wissen wir nicht anzugeben.Michael. Frauenkirche (Vorrede S. 2.) u ihq u.171. Als im I. i8ia. die Wälle zu Dresden de-molirt wurden, fand man eine schöne, von ihm1573. aus Pirnaischem Sandstein gefertigte kolos-sale Statue der Gerechtigkeit; sie war jedoch et-was beschädigt, und wurde auch bey ihrer Auf-findung nicht zum Beßren behandelt. Wohin sol-che gerathen seyn mag, ist unbekannt. Für die(nachher verbrannte) Krenzkirche zu Dresden , ver-fertigte er nicht allein sechs Figuren über die großeKirchthüre, und dann von 1574—76. vier Engelauf dem obern Gang, sondern auch endlich noch1S79, den Teufel nebst seiner — Großmutter,welche letztere Sippschaft ihm mit 91 st. 9 Gr.bezahlt wurde, excl. der aus vergoldeten Kupfer-blechen besonders verfertigten Fluge» und Hörner.Vergl. auch unten den Art. Hans w.
— — — der jüngere, vielleicht ein Sohndes Vorstehenden. Referent dieses fand auf derDresdner -Bibliothek in einem Exemplare des Bu-ches Schimpf und Ernst, daß sich der ehema-lige Besitzer desselben folgendermaßen in solchemeingeschrieben hatte: Cbristoff walther Bürgerund Bildhauer zu Dreßden ido 3 .
— — (Cyristoph Abraham), e-n geborner
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