Band 
Zweyter Theil [5].
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Waterlos.

dem Grabstichel überarbeitet sind, so wurden frey-lich die Abdrücke, immer schwacher und blässer, sowie die geatzten Striche stumpfer wurden, indes diedunkeln Parthien die mit dem Grabstichel gemachtsind, ihres tiefern Einschnitks wegen, wenig odergar nicht gemildert erscheinen. Es entstanden daherAbdrücke, wo die Uebereinstimmung der Töne zer-stört, und die Harmonie des Ganzen auf eine unan-genehme Art unterbrochen ist. Man nennt dieseschlechten Abdrücke, fast allgemein, aufgearbeitet,in der falschen Voraussetzung, daß die Platten,welche Abdrücke in dem jetzigen Zustande liefern,nicht so von warerloo selbst kommen, und bildetsich ein, daß, nach einem wiederholten Abzüge derPlatte, sie durch eine fremde Hand überarbeitet seyen.Aber nichts beweist besser, wie sehr man irre alsdie Dergleichung eines guten Abdrucks mit einem,dem Anscheine nach, aufgearbeiteten. Man wirdda weder verstärkte Striche, noch irgend einen Zu-satz neuer Striche finden. Nur eine kleine AnzahlPlatten sind in der Folge von anderer Hand über-arbeitet worden, und auch dies nur in den dunkelnTheilen des Vordergrundes. Die reizenden Blättervon warerloo, die fast einzig in ihrer Art sind,haben immer den Künstler unterrichtet, und denLiebhaber ergötzt; deswegen sind sie von jeher sehrgesucht gewesen. Da aber diese Stücke nur Land-schaften sind, Gegenstände die sich nicht andersauszeichnen, als durch die Lagen und Modifikatio-nen. so geschah es daß Käufer und Verkäufer inVerlegenheit waren, wenn sie entfernt von einander,sich mittheilen wollten, um Aufträge entweder zugeben, oder zu erhalten. Seil langer Zeit wünschtedas Liebhaber-Publikum ein raisonnirendes Der-zeichniß, darauf man sich bey den Blattern vonwarerloo beziehen könnte; dieser Wunsch ist zurgroßen Zufriedenheit desselben erfüllt worden, durchAdam Bartsch , einen Künstler, der in alle Ge-heimnisse der Stecherkunst eingeweiht ist, und sichtn dieser Art von Arbeit selbst so vorzüglich versuchthat. Der Zweck seines Verzeichnisses ist also,,denLiebhabern die Kenntnis der verschiedenen Blatterdieses Meisters zu erleichtern. Es ist nach demMuster des Catalogs von Rembrandt , durchGersainr und seineFortsetzer, gemacht, und dabeydas vortrefliche Werk von warerloo, welches sichin der Kupferstichsammlung der kaiserlichen Biblio-thek befindet, und aus 1 36 Blättern besteht, zumGrunde gelegt worden. Der Verfasser, da er dieOriginale vor Augen hatte, hat sich bemüht, jedesStück mit der größten Genauigkeit zu beschreiben,um den Leser in den Stand zu setzen, es nach seinerBeschreibung zu erkennen. Ueberdies hat er nochdie Stücke nummerirt, und jedem eine besondere Be-nennung gegeben. Dieses Verzeichniß v.Bartsch*)findet >,ch i. e. p. iii/j6. und enthält, nebstden schon erwähnten i 36 **) noch ein unsi-

cheres Blatt, und dann das Verzeichniß von n.jener Blatter, welche theils als Probdrucke, theilsals von ihm selbst ritoccirte zu betrachten seyen;mit der bcygesüqlen Bemerkung, solche waren sohöchst selten, daß ihm von keinem derselben mehrals Ein Abdruck jemals zu Gesicht gekommen sey.Don den i 36 N°. sind ng alle in die Breite, undnur r8 in die Höhe. Von letztem halten die größ-ten io" g io'" in die Höhe, und 9" i 8"' indie Breite; von den erster» 10" 2 -8"' in die Breite,8" Z 5 "' in die Höhe. Iahrzahlen tragen allediese Blätter, unsers Wissens, keine; viele sind mitfeinem ausgeschriebenen Namen, andre bloß mitVV-, nur wenige gar nicht, mehrere hingegen,

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neben dem tec. zugleich mit dem exc. und, soviel wir uns erinnern, keines mit einem andernVerleger bezeichnet. Uns hier in eine detaillirte Be-schreibung und Beurtheilung derselben einzulassen,wird, nachdem wasBarrsch, und nacb ihm un ver-kürztem Maaßstab«) Andre, wie z. B. Rost und derwtnklersche Gantkatalog geleistet haben, nie-mand von uns erwarten ***). Letztrer nennt, alswarerloo's Hauptblatt: Die wilde Landschaft,wo der Engel dem Tobias den Weg zeigt; auchBarrsch hält es für eines von den schönsten 'f').Von Blättern nach dem Unsrigen gestochen, nenntder einzige oberwähnte Gantkaralog: tl,s alornmAvon W. Austin, wahrscheinlich nach einem in Eng-land befindlichen Bilde. Ein Verzeichniß meinessel. Vaters hat vollends alle vier Iahrszeiten nachW- von diesem Stecher; und eine andere unsrerQuellen nennt eine Folge von Landschaften vonI. Errard, von I. G. Thelot sechste vergleiche,und eben so viele mit Figuren, von Vivares.

w a t e r l 0 0' s (I.), von einem solchen Kupfer-stecher soll man eine H. Familie, eine Gesellschaftvon vier Personen, und dann n»ch zwey andre Blät-ter haben, die Blumen auf einem Tische zeigen.Alles dies ohne den Namen eines Malers. Hkc.

waeermil ( ) von Antwerpen . Ein sol-

cher ehte ein, wahrscheinlich satyrisches Blatt, mitder Aufschrift: l'Ombre inique, conclsmnL purMnos, Lnque et kksäsmsnte, ou llescente auxensters äs inort en 1721. sl^re.

Wattn ( ), der Sohn. Ein solcher wird

im Hlmausck 6u Lommerce lls Paris 1811. unterden damals dort lebenden Bauten- undKutschen-malern genannt. Ob es dann schon der nämliche,oder vielleicht sein Vater sey, den bereits der^Imanack kies Ksaux-/Vrts i8oö. S. 216. alsVerfasser eines: 6o peintre, Ooreur, Ver-

nisseur, 8°. (?r. 5 . kr.) anführt, ist uns un-bekannt.

*Watmann (Heinrich), Brullior nennt ihnauch Maler. 15 . Vl^. war das Zeichen auf den vonihm geetzten Blättern.

waroie (E.). Von ihm sah man auf derAusstellung der Kön. Akademie zu London 1791,eine Ansicht der St.Georgs Kirche (Zeichnung). Mrc.

watson (Caroline), Stecherin in Punktir-mauier, geb. zu London um 1760. (Basan l^-i. sec.,agt frisch weg 1759.), wahrscheinlich eine Ver,wandtin der nachfolgenden Künstler dieser Familie,und die immerhin ihrem Geschlecht und ihrem Ge-schmack durch ihre Kunst Ehre macht. Von ihrkennt man, zwischen 178Z86 datirt, Bildnisse;wie z.B. nach R. E. Pine: Garrik, der die Apo-theose Shakespears darstellt, und Miß Siddons inder Rolle der Euphrosine; nach I. Reynolds denKönigl. Prinzen Wilhelm Friedrich , als Knabe;nach S. Shelley Miß Drummond mit ihren Kin-dern; nach G. Stuart den Maler West und denStecher Woollet (klein und kleinlich); dann Viola,und Ophelia und Miranda, nach Shakespeare , diebeyden letztem wieder nach Pine, und die ersterenach Shelley; das Nachdenken, nach Reynolds;den Knaben mit dem Hund, und den Knaben mitdem Vogelneste, beyde nach D. Murillo. Rost IX.555 56 . Noch nennt ein anderes unsrer Ver-zeichnisse von ihr Bildnisse nach I. Hoppner undI. Smart; dann drey Amorine, die mit Vogel-nestern spielen, nach Ph. Lauri.

*) Dieser gab schon 1793. ein deutsches Verzeichniß der Blätter von waterkoo, welches späterhin wieder demkewrre Olsveur einverleibt wurde.

*-) Woher daSL». -zzBl. kennt, ist uns unbewußt.

""») »Der einzige Fehler" (sagtSartski, I.c.p.4.) »den man in einigen Blättern von rv. findet, ist, daß er dasHelldunkel nicht sorgfältig genug beobachtet hat, und nämlich seine Lichter oft zu zahlreich und zu zerstreut find."

f) Mit Ausnahme dieses einzigen Blattes werden, für ihren übrigen höher» oder geringern Werth, von Sartschkeine tankt- und »ur von einem derselben (die Mühle - bemerkt er, es gehöre zu den seltensten. Was dannAndere, wie Susan, GandEni, Malp II s.f. über watrrloo herbringen, ist keiner Rede wertb

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