Werner
Werner.
ausgab. Obwohl diese Schriften größtentheilsnur aus andern Werken zusammengetragen sind,so war doch sein Eifer zu loben; auch enthaltensie manches Gute und sind vollständig sehr seltenzu finden, da er nur wenige Emxemplare davondrucken ließ. Die beyden ersten Theile enthaltendie Decimalrechnung, Geometrie und einige Satzeder Perspektive; der dritte Theil (1764) die Zei-chenkunst der Blumen; der vierte Theil (1766) dieder vierfüßigen Thiere; der fünfte (1768) die desMenschen; die folgenden die Zeichenkunst der Pro-spekte (1781); der Vertikal-und Horizontalge-mälde nach den Regeln der fünf Saulenordnun-gen, um solche an die schicklichsten Orte der Ge-bäude anzuordnen (1782); der Anatomie u. s. f.zusammen 9 Theile. Dieses Werk welches denallgemeinen Titel trug: Erlernung d. Zeichen-kunst durch gründliche Anweisung, u. s. f.8°. Erfurt 796. und (ungeachtet bloß die 7 erstenTheile i8ä Kupfertafeln enthielten) nicht mehr als3 Thl. 12 Gr. kostet, wurde dem damaligenStatthalter zu Erfurt , H. von Dalberg, zugeeig-net. Eine ausführliche Anzeige und — schüch-terne Empfehlung davon, wahrscheinlich aus derFeder des Verlegers (Kaysers aus Erfurt ) findetsich in Mensel's Misc. X. Heft. S. 244bis 245. — Zugegeben wird: „Die Kupfer seyennicht zum Beßten ausgefallen, und Kenner undLiebhaber möchten Vieles daran auszusetzen fin-den"; mit der beygefügten Selbsttröstung: „Alleinbey dem wohlfeilen Preise des Werkes sind sienicht besser zu verlangen." In 1761 schnitt w.eine Schaumünze auf das zweyte Jubiläum desGymnasiums zu Erfurt . Von ihm gestochen kenntman mehrere Bildnisse dunkeler Männer, ohneuns bewußten wettern Namen als den seinigen;dann Mannigfaltiges für Druckschriften aus derMitte des Jahrhunderts. Seine künstlerische Lauf-bahn aber »weint er mit obigen Zeichnungsbü-chern vollendet zu haben, und starb dann zu Er-furt 1788 66 I. alt mit dem — ellenlangen Titeleines „Kurfürst!. Mainzischen — Hofgeometers,Fürstl. Schwarzenburg-Sondershäusischen — Hof-medailleurs, der Kais. Königl. — Hofzeichnungs-Akadcmie zu Wien , der Mainzer-Akademie derfreyen Künste und nützlicher Wissenschaften, undder Kaiser!. Franciscischen der Künste zu Augs-burg Mitglieds", mit dem kurzen, aber immerhinrühmlichen Nekrolog: „Er war nicht sowohl einberühmter, als ein nützlicher Künstler." S. auchunten den Art. Johann Heinrich W.
Werner (Georg) von Freyberg, ein Mau-rermeister, der in 1696 zu Wittenberg in Sachsen — heirathrte! Msc.
— — (Gottfried Franz Ludwig), erscheint1727 neben andern seiner Kunstgenossen, als Kö-niglicher Seidensticker zu Dresden . Hofkal.
— — (Hans), Bürger zu Nürnberg , erhieltihkä die Anstellung als Münzwardein des frän-kischen Kreises und i 5 dv seinen Abschied. Hirschteutsches Münzarchiv ll. 6. 2Z.
— — (Hans) der jüngere, Maler zu Dres-den 1600. Wir kennen ihn einzig aus einemStammbuch, in welches er sich eingeschrieben hatte.
— — (Heinrich), s. unten Joh. Heinrich.
* — — (Jeremias Paul), Medailleur zuNürnberg ; ob etwa ein dritter Sohn des untenfolgenden perer Pauls, welcher im Lex unterJoseph Werner erscheint, ist uns unbekannt.Meusel lll. (»809.) setzt ihn unter die Lebenden,und nennt von ihm den Sedis-Vacanz-Thalervon Fulda , und eine Nürnbergische Krönungs-Medaille auf Kaiser Leopold II.
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Werner (Joh. Friedrich), ein Kammerkon-dukteur zu Berlin , der sich aber 1786 abwesendzu Lochen in der Uckermark befand. BerlinerÄdreßkal. auf 1786.
— — (Joh. Friedrich Ferdinand), erscheint,nebstandern Künstlern, unter der Rubrik der Malerund Zeichenmeister, in dem Dresdner Adreßskal. auf 1810.
— — (Joh. Heinrich, irgendwo auch GeorgHeinrich, gewöhnlich bloß Heinrich), vermuthlichVater, nicht (wie es etwa heißt) Bruder des oben(s. v. Friedrich Bernard u. Georg Heinrich)angeführten Künstlers dieses letztern Namens,war, wie dieser, zu Erfurt , Zeichner, Kupferste-cher und Medailleur, dabey ebenfalls gar dürftigin seiner Kunst. Von seinen Medaillen ist nichtvieles in Umlauf gekommen, da die Stempel bal-digst sprangen; zum Glück hat man nicht nöthig,solches zu bedauern. In dieser letztern Kunstgat-tung arbeitete er schon 1719 eine Schaumünze aufI. I- Hahn; eine andere uns unbekannte 17z»;eine dritte auf das Buchdrucker-Jubiläum 2740findet sich abgebildet in Geßners Burchdrucker-kunst III. lab. IV. IV.; und wieder anderevon 1748 und 62 in Moehsen's Medaillen-Samml. I. S. s 4 i und 249, wenn dort nichteine Verwechslung mit Georg Heinrich Wer-ners Arbeiten statt findet. Immerhin sind die-selben selten, da solche, wie wir schon erwähnt,nicht viel aushielten. Als Kupferstecher dannkennen wir von ihm Grundrisse, Prospekte, Bild,nisse dunkeler Männer, (wie z. B. des ProfessorI. O-Treibers, nach Nikkelen); Blätter zu Druck-schriften, u. s f.
* — — (Johann Peter), schnitt 178Z eineSchaumünze auf den Medailleur per. Paul Wer-ner; so wie er auch auf denselben eine einseitiges,s. fertigte. E- A. Jmhof tIürnbergischesMünzkabiner I. «te Abthl. <8.9)7. „Fast möch-ten wir denselben" (sagt einer unsrer Freunde)„für Eine Person mit obigem Jeremias Paulw- halten, hier oder dort mit falschem Vor-namen. "
^ — (Joseph). Derselbe erhielt von sei-
nem Vater eine verständige Erziehung. Nochsehr jung schickte er ihn nach Basel , um sich inSprachen uud Wissenschaften, besonders in derMathematik zu üben. Schon in seinem Dreyzehn-ten kam er bey Merian in die Lehre, und in sei-nem Siebenzehnten nach Rom , wo er bey Beret-tini, Sacchi, und, durch Merians Empfehlung,besonders bey Carlo Marakti sehr gute Aufnahmefand. Warum er gerade mitten in Rom sich vor-züglich die Miniatur zu seiner Gattung gewählt,haben wir uns bisher nie genugthuend erklärenkönnen; vielleicht daß gerade die Neuheit dieserGattung, zumal auf historische und mythologischeGegenstände angewandt, ihm einen Ruf erwarb,den er auf gewohnlern Bahnen, und bey so vie-len Mitwerbern, kaum erhalten hätte. Wie demimmer seyn mag, Kardinäle, Fürsten und Ge-sandte in Rom eiferten um die Wette, Bildervon ihm zu besitzen, und durch dieselben wurdeer auch am französischen Hofe bekannt, wohin ereinen förmlichen Ruf erhielt und annahm. Da-mals hatte die unbegränzte Ruhmsucht und Ei-telkeit des Königs auf der einen, und die übertrie-bene Schmeichelet) der Redner, Dichter und Künst-ler auf der andern Seite, das abgeschmackte Spielmit Allegorien und Emblemen zur Verherrlichungdes Monarchen so sehr zur Mode gemacht, daßauch Werner neben den Porträts nichts als my-thologische Stücke malte. So nennt Füßli na-mentlich dergleichen, die er für einen angesehene»Freund, H. Quinaut, gefertigt hatte; wie z. B.einen Parnaß mit den Musen, die Ungeheuer des
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