Band 
Zweyter Theil [5].
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Willeborts,

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Wille.

Bildnisses eines Abtes Arnold in kl 8°. Auf demDresdner-Kupferstichsalon hat man obiges alseinen abgekürzten Namen betrachtet, und gedachtesDildniß unter das Werk des Mich. Wlllmanrrgeordnet. In einigen Kupferstichverzcichnissen,wo dies Bild unter dem Namen des Abts Arnoldvon Lcubus geht, finden wir es ebenfalls Wrllmannbeygelegt.

* Wille (Peter Alexander), des obigen Fofi.Georg Wille'« einziger Sohn, welcher im Lcx.am Schlüsse des Art. seines Vaters erscheint,gcb. zu Paris 17/,8, Maler und Kupferetzer (dochvorzüglich ersteres), und Mitglied der alten Aka-demie der Malercy und Bildhauerkunst, durchseine Talente ganz seines berühmten Vaters würdig.»Im väterlichen Hause lernte er die Anfangs-gründe des Zeichnens, besuchte dann die Aka-demie, und lernte das Oelmalen bey Grenzeund Vien. Schon in seiner Jugend hakte er dasVergnügen, seine Werke von Kunstliebhabern ge-schätzt zu sehen. Unter seinen Gescllschaftssiückensind einige sehr interessante; unter welche der vor-erwähnte Marechal des Logis, vorzüglich gehört.Ob er sich seit der Revolution »och mit der Kunstbeschäftigt, ist unbekannt; seit langer Zeit hatman nichts von ihm gehört. So viel weiss man,daß er eine Offiziersstelke unter der Nakionalgardebekleidet." Rost II. 1Z9. Eine Menge Stecherhabe» nach ihm gearbeitet, wie.- Aveline, I.I. Avril, Cathelin, Cheoillet, Conrreille, A. F.Dennel, I. E. Eberrs (ein deutscher Dilektante),L. l'Empereur, Gaillard, le Grand jünger, G.Euttcnberg, L Halbem, Halm, F.Ianinct, P.C.(a.k. F.R.) Ingouf, Longneil, P. W. vanMagen,C. von Mechcln, Message, J.G. Müller, R. delPater, L. Romanet, Schleuter, V. Vangelisti,Voyez der altere; dann sein Vater J.G. Wille,wie wir schon vernommen. Darunter eine Folgevon 6 Dl. Kinderspiele, und eine andere, wiedervon 6 Dl. kleine Moden, beyde in RothkreidenrManier von Chevillet. AIs ein sehr schönes Blattnennt der Katalog von Brandes: l-, äoublsKöcompense ciu mörite; und, als schön undköstlich: Das Gastmal der Schnitter, und dieDorfbochzcit, beyde in Zeichnungsmanier vonJauinet. Auch alles klebrige gehört zu den vorZu I. so allbeliebten Gattungsblättcrn. Noch nen-nen wir des Künstlers Dildniß, nach ihm selbstin Rokhkreidenmanicr von Evangelist!. Hinwiederhat er selbst gestochen oder geeyk: Den glücklichenFischfang, und die arbeitsamen Bäuerinnen, beydenach G-Schalken; dann nach eigener Zeichnung(«zu seinem Vergnügen," heißt es bey Rost) eineländliche Scene, wo eine arme Familie von einemHerrn und einer Dame um Almosen bittet, (desKünstlers erster Versuch, wovon nur wenige Ab-drücke gemacht wurden); und: Petit Vauxlml,eine große Comxvsiriou mit Carrikakuren (gr. qu. Fol.i/8o.) und, irren wir uuö nicht, in Farben ab-gedruckt, welches hoch und 22" br.) inDeutschland r Rthlr. 8 Gr. kostete. Im (Ilmansckau Lommerce «le Paris 181t (und wir glaubenauch noch heute) findet sich Wille unter denLebenden.

— — Ein anderer älterer Künstler dieses Ge-schlechts, auch bisweilen willius geschrieben,und, wie es scheint, von Bündnerschem Herkom-men zeichnete mehrere von I. U- Kraus geetzteBlatter zu des Happelius Ungarischem Kriegsro-man. (Ulm 1682). Sie sind bezeichnet:

S iLlraotus. steline. Derselbe soll auch eine gute,oft nachgestochene Karte des Schwäbische» Krei-

ses 1689 bey Math. Wagner zu Ulm herausgegebenhaben; dann ebendaselbst 1686 eine solche vomDonaustrom. Mrc.

Wille, ein Mönch, der dabey ein geschick-ter Goldarbeitcr war. Da derselbe Heinrich III.(der von 10Z9— 56 . regierte) kupferne Becher undzinnerne Schalen, die dieser Kaiser seinen Hof-leuten schenken wollte, vergoldet hatte, so er-nannte der Fürst ihn aus Dankbarkeit zum —Abte von Ebersmünsier bey Schlenstadt im Elsaß .Nachdem hierauf die angesehensten und gelehrte-sten Männer dieses Klosters, von dem unwürdi-gen Hergang dieser Sache unterrichtet, sich hef-tig gegen ihren neuen Abt zu äußern wagten,stieß sie Heinrich aus dem Kloster, und besetztedasselbe mit jungen bereitwilligen Personen ausdem niedrigsten Klostergestnde. Hüll marinGesch. des Ursprungs der Grande in Teutsch-land II. 20. aus Ilistoria I^oviencensis Monas-teri!. ap. Mrrt. et DMMrck. N. 111. x. 1192.

114Z.

Willeborts (Thomas). In der Karmeli-ter-Kirche zu Antwerpen , und, eine Viertelstundevon dort, in der Pfarrkirche Et. Willebord, findensich H.Familien von ihm; und die letztem wur-den immer, obgleich unrichtig, für Rubenfe ge-halten. Dann in der Annunciata, ebenfalls zuAntwerpen , zwey Engel die den Schieyer vonSt. Veronica tragen, und in der Kapelle St.Barbara von II. L- F. Kirche eine wunderschöneCopie nach van Dyck: Christus am Krcutz, untenSt. Francisc. In der kleinen Stadt Dussel , zwi-schen Mccheln und Liere, eine Himmelfahrt derH. Jungfrau. In der Abtcykirche zu Tongerloein Engel, der die H.Magdalena Christo vorstellt,und den verlernen Sohn, eiu sehr geschätztesBild. Bey den Kapuzinern zu Brüssel ein Heiliger,der die Martyrerkrvne empfangt. Im Saale derMailbruderschast zu Antwerpen bedauert man denVerlust einer Venus, welche der Wuth des MarsEinhalt thut; dieses schöne Bild ging nämlich amTage nach einem Gastmal, das man dem Englischen Gesandten gab, im Rauch auf. OeLcnmx >5 i!. 5 » 2 .In Deutschland haben von ihm: Die Kais. Ga-lerie zu Wien den Engel, der dem Ellas Brodtund Wasser in die Wüste bringt, ganze lebens-große Figuren, und eben so eine Ruhe Dianensvon der Jagd, dies gemeinschaftlich mit I. Fyt(i 65 c>), der dazu das Geflügel, das Wildprctund die Hunde gcniull. — München Maria mitdem Kinde, St-Cajetan vor ihr auf den Knieen,hinter ihm ein Engel (fp n"hoch, // 8 " br.) —Schleisheun einen Leichnam Christi, mit Johannes,den beyden Marien, und einem Engel (kleinesBild) *) — Salzthaluin einst ein Bacchanal(/ / 5 " br. 4, 5 " hoch) — Der Söder: Venusund Mars (2^ 1" hoch, 2^6A"br.). »Es scheint"(sagt dcr H. von Rarndohr S. 48 — 4 ü-) »einhistorirtes bilduiß zu seyn. Venus bewafnet denHelden, der hier unter der fignr des Mars vor-gestellet wird, in der Werkstatt des Vulkans.Dieser sitzt mit seinen Cyklopen in der einen eckeund schmiedet noch an einigen waffcnstücken, wäh-rend daß Amor andere seiner mutter zuschleppk.Rechts sieht man eine öfnung anfs seid, und daragt eine kanone hervor — ein kleiner Anachronis-mus! Die köpfe der Venus und des Mars sindeben nicht lieblich. Dafür ist der köpf des Amorsdesto schöner. Die extremitäten sind an allen figu-ren zu lang und verzeichnet. Farbe und kompo-strion habe» viel von des künstlers lehrer, demDandyk. Inzwischen fällt der ton zu sehr ins

«) Der alte Katalog von Schleisbeiin nennt dort noch zwei) andere: Madonna mit dein Kinde vor St. FranzLavrr knietnd (wohl nur eine andere Taufe des Bildes ru München ), und den verkleideten Achill, dersich durch Ergreifung der Waffen verräth (4' 4" dr. 5^ s" hoch).