Band 
Zweyter Theil [5].
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6010
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winger (Jacob), lernte als Goldschmiedbey Jakob Watzki zu Dresden 1671 bis 1677.Vielleicht ist er Eine Person mit dem folgendenJohann Jacob (W.). ^c.

Winger (Johann Carl), wohl sicher mitobigem Carl cw.) Eine Person, wurde 176gStückverschneider am Hauptzeughause zu Dres-den , und starb vermuthlich 177* daselbst. Hof-Lalender.

— — (Johann Jacob), Goldschmied, dersich 1691 als Meister zu Dresden niederlies. Erhatte das Unglück, von einer Augenschwache be-fallen zu werden; weswegen ihm seine Innungseit i7Zr monatlich einen Thaler Unterstützungreichte,

— — (Johann Siegmund). Dieser Gold-schmied wurde 1726 Meister zu Dresden , erhielt17Z-4 die Stelle als Stückverschneider bey derdortigen Churfürstlichen Gießerei, und st. zuDresden 1782, in einem Alter von 84 Jahren.Asrr.

— — (Paul), lernte als Goldschmied zuDresden bey Jacob Lincke und Paul Voigt von1624 bis itiZo, wollte dann 16Z6 dort Meisterwerden, konnte aber nicht dazu gelangen. Alleswas wir von ihm wissen. Ein andrer Gold-schmied Paul (W-), erhielt 1878 das Meister-recht zu Dresden , wurde dann auch Stückver-schneider an der Hofstückgießerei und st. zu Dres-den 1782. In des Dresdner-Philosovhen, Arz-tes, Chemikers und Mathematikers MichaelCrügener's sehr seltenem Traktate von einigenBlättern: Lmbiems pb^sicum spsAiricum

8 . 3. findet sich das mit 1675 datirte Bildnißdes Verfassers, ohne dessen PersonalbezeichnungMit der Unterschrift: (^uoä V8t guperius ücc.Dann auf der Kehrseite solchen Blattes eineEphynx, welche beyde diese schlechte Stiche vondem ersten oder andern dieser Pauls gefertigtwurden. Der undeutlichen Bezeichnung wegen,könnte man solche aber leicht irrig L. rcul.lesen.

— — (Valentin) von Saarbrnck, war 1607Münzmeister des Bischofs von Straßburg . Hirschteutsch. Münzarchiv VH. Z7«.

— — ( ), ein geschickter Dekorations-

u. Stubenmaler der um 1800 zu Magdeburg lebte. ik^c.

wingersky (Joseph Graf von), Commen-dator des Maltheserr Ordens, erscheint i 8 c >5 unterden Ehrenmitgliedern der Kunstakademie zu Ber-lin , seinem Aufenthaltsorte.

wingfiekd (I.) zu London . Don einemsolchen sah man daselbst 1791 auf der Ausstel-lung der Kvnigl. Akademie ein Gemälde, wasVogel (Lerchen) darstellte. Hkc.

* winghen (Jeremias), geb. zu Frankfurtam Main 1687 ein Sohn des nachfolgenden

Joas. »Derselbe" (heißt es bey HusgenN.A.i 3 i.) »erhielt in Italien vielen Beyfall, und versfertigte bey seiner Zurückkunft verschiedene schönePortrait, die ihm wegen natürlicher Gleichheit unddes meisterhaften Colorits großes Ansehen erwar-ben. Sein höfliches und artiges Betragen machteihn nicht allein bey Staadespersonen beliebt, son-dern gewann ihm auch (mehr werth) die Gunst undNeigung einer reichen Jungfer, Anna Mari«Marrens, mit welcher er iange Jahre in ver-gnügter Ehe gelebet und viele Kinder erzeuget hat,wodurch er aber zugleich die Kunst vernachiäßigte,mit Pferden und sonstigen übel angewandten kosi-spi'elenden Dingen sein Leben und sein Vermöge»durchbracht«, so daß er im Alter gezwungen war,den Pinsel wieder zu ergreifen, und damit sichbis an seinen Tod zu nähren, der Ao. i 658 im7iten Jahr erfolget ist." Diesem Allem fügt decehrliche Hüsgen noch die richtige Anmerkungbey: »Es ist" sonderbar, wie viel ganz falscheNachrichten in den meisten Werken vorkommen.Ich fände neulich in Harms Tabellen einen Jeromevon winghen als Sohn des Joas angegeben,der 1678 hier geboren und 1648 gestorben wäre,mit Beziehung aufSandrarr. Ais ich nun die-sen Schriftsteller darüber nachschlug, so fand sichder Irrthum, daß niemalen ein Jerome diesesNamens sondern Jeremias von Winghen, alSder einzige Sohn des Joas, als Maler hier ge-lebt habe, bey welchem sich unser Gandrarcaber auch um 10 Jahr gestoßen hat, indeme eesolchen schon 1648 sterben läst, da solches docherst i 658 erfolgt ist."

* winghen (Joas, Jodocus oder Joseph),geb. zu Brüssel >544 und gest. zu Frankfurt a.M.» 6 o 3 (also nur 69 I. alt, nicht 63 , wie das Lex.besagt). Hüsgen (N. A. 129.) tadelt ihn, daß er»aus allzugroßer Liebe zum Reisen" den Sof deSHerzogs von Parma in den Niederlanden verlassen,und dafür Frankfurt zu seinem Aufenthalt gewählthabe. An seine Stelle zu Brüssel kam O. Venius.Unter seine vorzüglichsten Werke zählt Descamps l.177. nach van Manders Zeugniß ein Abendmalzu St. Goeien in der dortigen Kirche der FratrumCaritatis, worein Paul von Vries die Architekturdes Hintergrunds gemalt. Von seinem allegori-schen Bilde zu Frankfurt , dessen auch das Lex.gedenkt, kann er nicht genug Rühmens machen.Dann nennt er weiter von ihm: Apelles , der dieCampaspe malt, in der Kais. Galerie zu Wien *),und Samson, in den Armen der Delila gefangen,in derjenigen des Kurfürsten von der Pfalz **);zu Frankfurt , bey einem Arzte, eine Andromeda,und einige Bildnisse; bey einem Herrn C. va»der Voork zu Amsterdam eine Justitz, welchedie unterdrückte Unschuld schützt. Viele von sei-nen Werken seyen verloren gegangen ***). Gesto-chen nach ihm haben: Th. de Bry, E. Gaeß,I. Grandhomme, C. und I. de Paas und I.u. R. Sadeler. Flor. le Comte (III. 267.) giebt28 Bl. nach ihm an; darunter von de Bry:Adam und Eva, ein schönes Blatt, in demWerke des gedachten Meisters über Virglnien;dann ein allegorisches über Krieg und Frieden,wahrscheinlich das Bild zu Frankfurt (wo mag eSsich jetzt befinden?) von Gaeß; der Prinz Zamri

*) Hüsgen sah' in erwähnter Galerie zwey Darstellungen des nämlichen Gegenstandes von ihm, „die eeöfters zu bewundern die Gelegenheit gehabt." »Nur mußt' ich mich" (sagt er) »in ihr Zeitalter zurück-denken, um ohne Vorurtheil darüber zu richten." Auch von Mechel nennt sie; beyde sind 7' hoch, und5 — 6' br. In dem einen überreicht eineVictorie dem Alerander eine Lorbeer,Krone und einen Palwzwei-für seine» schönen — Sieg de« Edelmuths über die Sinnlichkeit.

**) Auch Rarsch nennt das Bild zu Düsseldorf (7' 4" hoch, 8' 4" br.)

Das Ler. citirt noch über ihn de» Art. I-h. Vredrmann van Vries, wo wir aber nichts ihn Betref-fendes finden konnten.