Band 
Zweyter Theil [5].
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W i t t st e i n

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wlttstein dedicirte solchen, seiner Zeit, dem(ltzigen Ex-) König Hieronymus von Westphalen.

* wirrst ein, s. auch Werkstein im Lex. undoben.

Wirrwer ( ) und pi'sarev, dirigirten

den Lau des Cadogaischen - Kanals in Rußland ,mit welchem großen Werke man 17 >8 den Anfangmachte, und an dem gegen 12,000 Mann mit demGrabscheite arbeiten mußten. Allein da gedachtebeyde die Arbeit nicht förderten, solche schlechtmachten und obendrein noch Gelduntecschleife sich;u Schulden kommen ließen, so wurden sie 1723ihrer Dienste entlassen. Der Graf Münnich vollen-dete darauf solchen Bau um 17Z0. (Reimers)Er. perersburg II. 426.

— — s. oben auch Widder.

wirrvel (Carl). So soll ein Kupferstecherin England heißen, der zu Anfang des XVII.Jahrhunderts blühte.

Witz (Emanuel), geb. zu Viel in der Schweiz 1717, eines Apotheckers Sohn, der seinen Vaterfrühe verlor, daher von einem seiner alter» Prü-der, der sich ein wenig in der Bildhauerkunst übte,erzogen wurde, und von demselben die Anfangs-gründe der Zeichnung erlernte. Indessen wurdeer einsweilen zu Kanzleigeschaften bestimmt, dannaber, als die bildende Kunst bey ihm alle andereNeigungen verdrängte, ihm vergönnt, ein Malerzu werden. Hierauf kam er in die Schule des(Baseler) Rudolf Hubers, der sich damals zuBern aufhielt, wurde aber von diesem so sehrvernachlaßigt, daß Emanuel ihn nach wenigMonaten verließ, und, ohne einige Unterstützungvon den Seinigen zu erhalten, (1738.) nach Paris ging, und in der dortigen Akademie, hauptsäch-lich unter Galloche, seine Studien fortsetzte, undsich' zugleich die Zuneigung von Bouchardon,Boucher, Cazes, Natoire und Carl Danloo alsoder vornehmsten Kunstlichter nach dem damaligenSchlendrian) erwarb. Von da begab er sich,als Gesellschafter des Mylord Keith *), in dieHeilbäder von Bagneres und Barrege, und als-dann (1740.) weiter nach Madrid , wo er aller-lei, angenehme und widrige Schicksale erlebte**),eine Menge Bildnisse angesehener Personen ***)

Wißani.

fertigte, einmal sein Glück in Lissabon versuchenwollte ^), und es aber nirgends finden mochte,wozu seine große Schüchternheit kein Geringesbeytrug -f-j-). Was ihm in Spanien am meistenbehagte, war der freye Zutritt, den er, durchdie Vermittelung seiner Gönner, überall zu denKunstschätzen in den Königlichen Häusern undSchlößern, so wie in Kirchen und Klöstern er-hielt Endlich, nach einer Abwesenheit von

23 I. kehrte er in sein Vaterland zurück, undhinterließ in Spanien (wo er auch zum Mitgliedder Akademie aufgenommen wurde) nebst dem Rufeines ehrlichen Mannes und geschickten Künstlers,Anspruch auf eine starke Summe Geldes. „Allein"(fährt nun Mßli fort) „bekanntlich sind in die-sem Lande die schlechten Zahler, besonders unterden Großen, häufig anzutreffen! Die vergeblicheHofnung, seine Gelder einzuziehen, hatte ihn,Evanien zu verlassen, lange Hinterhalten. Erbefindet sich in seinem Vaterland vergnügt, gehtbald hier bald dorthin, und malt Bildnisse undHistorien mit vieler Kunst — Er verachtet hoheEhrenstellen, und ist für den Reichthum gleich-gültig. Ein redliches Herz, Leutseligkeit und Klug-heit, mit Kunst und Geschicklichkeit verbunden,sind die Züge seines Charakters." Füßli V. 66 — 96.Er lebte noch 1796. Meusel lll. (2.) i 85 sagt(1874.) zuerst, er sey gestorben; wahrscheinlichjedoch bedeutend früher.

Witz ani auch wiszani, Witz an,wizan, Witzau, wizanie und Witzen(Carl August , auch Carl Benjamin, gewöhnlicherbloß Carl), der Sohn eines Gärtners, geb. zuDresden 1767 "), wurde in der dortigen Armen-schule erzogen und 1782 aus ihr entlassen, umsich der Kunst zu widmen. (Bey dieser Gelegen-heit nennt ihn derDresdner-AnzeigerJahrg.178Z. S.6Z. Carl Benjamin Witzän). Er zeich-nete anfänglich auf der Akademie bey dem Unter-lehrer Mletzsch, wurde sodann ein Schüler vonCanale und bildete sich zum Landschaftsmaler undKnpreretzer. In 1787 nahm er Dienste bey demChnrsächsischem Artilleriekorps **), bey dem erbis 1797 blieb***), dann wieder die Akademiebesuchte und noch i 8 i 3 zu Dresden lebte undarbeitete, auch Unterricht im Zeichnen ertheilte.Auf dem Dresdner -Salon ,79s schon (somit hätteerseineKunst, auch unter dem Militär, fortgesetzt)sah man von ihm verschiedene Prospekte aus derLausitz , inAaberlischerManier. In Meusel's

'0 Damaligen Gouverneurs von Neuschatel, Mylord Mareschal genannt.

*k) Juni Theil wenigstens angenehme in den Häusern des Grafen Aranda, bann des Sächsischen Ministers,Grafen von Kollowrath, und des Holländischen, Barons von Wassenaer; widrige z-B- als er, einer fal-schen Anklage wegen, in die Inquisition gerieth; ein andermal vom Hofe die Bestellung einer wichtigenArbeit erhielt, dann aber, vor Vollendung derselben, der König (Ferdinand vr.) und die Königin (MariaBarbara) mit Tod abgingen.

«-»«-) Des Kaiserlichen Botschafters, Kardinals Migazzi; der Herzogin von Parma, Lonise Elisabeth (TochterLudwig XV. ) u. s. f.

4) Die Portugiesische Nation fand er unausstehlich.

ff) Drollige Züge hierüber, erzählt Füßli .

444) Seine, Füglr mitgetheilten Nachrichten über diese Kunstschätze, über die jämmerliche Weise, wieeinige derselben besorgt wurden, so wie über die dortigen akademischen Intriguen, sind wirklich sehrlesenswerrh.

*) Also nicht, wie es irgendwo heißt, jüngerer, sondern älterer Bruder des nachfolgenden JohannFriedrich w.

* 2 ) War also nicht (wie es irgendwo heißt) in -796 noch Schüler der Akademie.

"'^) Vielleicht nur bis >796. In -79s erscheint er vollends als akademischer Ieichenmelster.