ständige sind, behaupten, daß es den Pferdendieses Meisters an einer schönen Proportion undAusbildung fehle. Aber solche Urtheile könnenauch nicht viel gelten; denn ich habe große Rei-ter und Pferdekenner gekannt, die es j. B.häßlich fanden, daß dies oder jenes Pferd, dasin einer etwas gewandten Ansicht von hinten nachvorne gesehen wurde, ihrer Meynung nach, vielzu kurze Vorderfüße hatte!!! LVourvermansPferde sind nach der Verschiedenheit ihrer Tem-peramente vortrefflich charaktirisirt und mit eineraußerordentlichen Sorgfalt ausgeführt. Er hattedieses schöne Thier nach allen seinen Ansichten undBewegungen aufs gründlichste studirt, und sichhierbey eine eben so genaue Kenntniß in der Ana-tomie, als eine unglaubliche Fertigkeit in der Ver-schiedenheit der Stellungen erworben. Nur daseinzige bleibt uns noch, wie schon gesagt wordenist, zu wünschen übrig, daß fein Studium sichauch auf andere als blos niederländische Pferde-racen erstreckt haben möchte." — Ferner: „DieWouwermanschen Gemälde haben sich von jeherin einem ausserordentlichen und ihrer Vortrefflich-keit angemessenen Werth erhalten. Sie sind ebenso theuer als selten, und so viel dieser Künstlerauch gearbeitet haben mag, — muß dennoch man-ches wichtige Kabinet auf jene AusschmückungVerzicht leisten. Ein Bild für 10Ü Louisd'or istnoch immer keines seiner Hauptbilder, wobey zumerken ist, daß er nur selten die Größe vonsg Zollen überstieg; ja! man muß erstaunen,wenn im Jahr 1794 zu Paris , mitten im Laufeder unabsehlichsten Revolutionsverwirrungen, beyVersteigerung des Kabinets, welches dem ehe-maligen Duc de Praslin zugehört hatte, einWourvermans mit 12,000, und ein zweyter mit3 /, 000 Livres bezahlt wurde." Bey Descamps(l. c. 9.291 — 96) findet sich ein Verzeichniß dervorzüglichsten Werke, welche noch zu seiner Zeit(1753.) in den Französischen und HolländischenKabinetten vorhanden waren. Nach seiner An-gabe besaß damals das Königl.Französische Karbinet 5 . Der Herzog von Drleans 4. Zu Paris die Kabinette de Vvyer, de Vence, de Lassey,d'Jssenghien, de Gagny, de laBouexiere, Aoed,Pasquier, d'Argensville, Gaignat, deVaux, baldjeder mehrere (wahrscheinlich jetzt in alle Windezerstreut'); zu Rouen ein H. Pigou 2. Danndie Galerie zu Düsseldorf 4. und diejenige zuBasse! 6 (darunter eine von Kriegsvolk geplün-derte Kirche). Der Prinz Carl zn Brüssel ein sehrgroßes Bild; zu Gent die HH. du Bois undBaut; im Haacf der Graf von Wassenaer, dieHH van Slingelandt, Fagel, Lormier (dieser al-lein—22,darunter zwey mit besondern Staffirungen:Der Verkündigung der Geburt, und— Pyramusund Thisbe), van Heteren, Half-Wassenaer,Verschuuring (schöner Meerport),' van Bremen (eine Winterlandschaft); zu Amsterdam dieHH.Draamkamp undLubbeling (ersterer z.B. einvon der Soldateske angezündetes Dorf, undeine wahrsagende Zigeunerin; zu Rotterdam dieHH. Leers und Bisschop; zu Middelburg H.Cauwerven. Von diesen Holländischen Kunst-schätzen des Unsrigen dürsten vielleicht noch meh-rere im Besitze ihrer haushälterschen Nachkommen
befindlich seyn. Und nun in unserm Deutschland ,besitzen die Kais. K. Gallerie zu VVien 4. daruntereine Reitschule das vorzüglichste seyn dürfte, mitW>. Monogramm. Die Gallerie Lichrenstem 2.Der Graf von Frr'eß ein Gefecht zwischen Infan-terie und Kavallerie, von großer Wahrheit. Die-jenige zu München den — Schatz von i 3 . dar-unter eine Schliktschuhfahrt, ein geplündertesDorf, worinn das Elend des Kriegs vortrefflichdargestellt seyn soll, und eine Landschaft mit einerZigeuner-Bande. Kurz, aber treffend, wird derUnsrige vom H. von Männlich charaktirisirt, wiefolgt: „Die Natur, die er in ihrer Schönheitund Harmonie zu sehen gelernt hakte, und derenFeinheiten sein Geist zu fassen wußte, war dereinzige Gegenstand seiner Nachahmung; keiner un-ter allen Malern seiner Art kam ihr näher. Erverließ niemals sein Vaterland, und ohngeachtetdieses Umstandes hat keiner so viel Reinheit undZierlichkeit, so vielen Reichthum und Geschmackmit Wahrheit, Anmuth, Kraft und der reizend-sten Einfalt zu verbinden gewußt. Seine Färbungist vortreflich; sie läßt (heißt es hier) nichts zuwünschen übrig. Seine Zeichnung ist richtig, reinund natürlich; seine Komposition groß, reich,einfach und angenehm, und der Zauber «einer Be-handlung scheint ganz ohne Mühe und Anstrengung,nur der bloße Hauch eines malerischen Geistes zuseyn." 1.47.?. u. ? 4 - Auch Schleishelm hat 2. *).Dresden hat wieder vollends — i 5 ; Landschaft-liches, Jagden, Schlachten. Die Galerie inPotsdam, . H. Kaufmann Fischer, der jüngere,allda 1. Salzrhaliim r. mit einer Verkündigungder Geburt staffirt. Düsseldorf (nach Barst) einst:Eine Parforce-Jagd, dabey eine — Karosse, undKavaliers und Damen, welche im Grünen —tanzen. Die Galerie im Söder kein Sicheres.H. Hof- und Landgerichts-Advokat Schmidt inRiel will 6. habe», worunter ein Kriegselend(N°-128.) besonders ein Kapitalbild gencunt wird,und es auch seyn muß, wenn es der sehr leben-digen Beschreibung entspricht; dann ein Mönchs-kloster, vor welchem Speisen gespendet werden(von Moyreau gestochen); eine Schmiede, mitdem Monogramm; eben so ein Pferdestall; end-lich eine Landschaft in des Künstlers schöner, Hel-ler Manier fwicder ein Capitalbild genanntDie schon oben von Descamps gezählten 5 Bil-der des Unsrigen im alten Französischen Kabi-nette waren: Eine Rückkehr von der Jagd; Reu-ter am Eingang eines Wirthshauses, ein Stall,eine Vogeljagd im Fluge ***) und ein Ausruhenvon der Jagd, alle auf Leinwand,
Dazu kamen, (wahrscheinlich alle als Kunstbcutcnaus Holland ): Eine Reitschule, eine Hirschjagd,eine Landschaft, und der schon von Taillassonerwähnte-Kavalerie-Scharmützel. Landon ll>ax-83^03 et Vsbl. <ie 6enrs V. I. p. 20- et 76.
II. p. 34 - et 62.) giebt davon die Beschrei-bung und eine Nachbildung im Kleinen. Die 4 -des Herzogs von Grleans (und jetzt?) waren:Eine Dame zu Pferd, den^Falk auf der Hand,einen Hund „eben ihr, und einen andern aufdem Boden, mit dem sie spricht; eine Abreisezur Jagd; das Hirschjagdrecht fls Eures 4-)),und die Jagerin. Diese alle auf Holz gemalt ff-f).
») Der ältere Katalog nennt 9. darunter mehrere von jenen, welche jetzt zu München stehn.
N'H Wer sich die Mühe nehmen wollte, den Jnnhalt dieser Bilder, nach den Angaben derselben in den Ga-lerie, und Kupferstichkatalogen, sorgfältig zu vergleichen, würde über den Reichthum der darin enthaltenenIdeen, bey aller ihrer anscheinenden Einförmigkeit, erstaunen. Sie bilden aber auch die Universalgeschichtedes edelsten aller Thiere — nicht selten selbst seinen — Reuter nicht ausgenommen.
su vol, was Hey-enrcich mit — Räuber-Jagd giebt,f) Was die Hunde fressen dürfen, eh der Jäger kömmt — Alles wie bey der Menschenjagd.
^ Msrigen" ^ pochen, unter N? zo. zr. «. 3-. seiner pfuscherhafte» Uebersetzung des