Band 
Zweyter Theil [5].
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Wuens ch.

wuensch (Christian Gottlieb). Der Sohneines Leinwebers/ gebürtig von Hohenstein imSchönburgischen. Dieser Maler studiere das Bild-niß auf der Dresdner-Akademie/ ließ dann sichin seiner Vaterstadt nieder/ und st. hier 1786 oderein Jahr später.

(C. C.). So heißt bey Mensel III.ein um 180g noch lebender Kupferstecher, vonwelchem bort 6. geetzte und colorirte Prospekte vonGegenden um Carlsbad angeführt werden.

s. auch unten Wunsch.

wuelke, s. oben wilke.

wuendtinger (Joseph). So heißt beyLiporvsky II. 276. ganz ohne Weiteres, ein um1741 blühender Maler zu München .

wuermser (Niclaus)/ s. unten Wurmser.

wuersch (Johann Melchior , ober JohannMelchior Joseph), geb. zu Buochs im Schweizer-Canton Unterwaiden 17Z2 eines dortigen Raths-glieds Sohn; wiedmete sich, gegen alles Zu-reden der Seinigen, der bildenden Kunst. Schonin seinem Oreyzehnten ging er zu einem gemeinenMaler Johann Guter zu Luzern in die Lehre.Nach drey Jahren führte ihn das Glück in dieBekanntschaft des geschickten Franz Anton Kraus,der damals im Gotteshaus Einsiedeln arbeitete,und dieser scheint ihn zu einer Reise nach Italien ermuntert zu haben. Zu Rom studirte er, theilsunter Anleitung des Malers Cajctan Lapi, theilsin der Französischen Akademie, und besuchte auchNeapel . Allein, nach nicht viel mehr als Jahres,frist wurde er nach Haus berufen. Nachdem ereinige häusliche Angelegenheiten in Ordnung ge-bracht, und wohl einsah, daß in seinem eigenenGeburtsland weder Beschäftigung noch Aufmun-terung für ihn zu hoffen wäre, faßte er denEntschluß, sein Glück in andern Gegenden derSchweiz mit Bildnißmalen, wozu er eine vor-zügliche Neigung hatte, zu versuchen; und es ge-lang ihm. Er arbeitete mit ungemeiner Leichtigkeit;sein Bildniß stand fertig da, wenn Andere kaumden Umriß vollendet hatten. Meist waren allegut gemalt, und bis zum Reden kenntlich. InZürch , wo er sich um 1764 65 . zwey volleJahre aufhielt, zählt man deren bey Dutzenden,von Ungleich mehrerm Werthe, als so viele an-dere von Meistern weit klingendern Rufes *).Andre seiner beßren Arbeiten befinden sich zuSolothurn , Von da ging er 1768. (a. k. 1772.)nach Besannen, wo er sich durch seine Kunstund moralischen Charakter so viel Liebe und Ach-tung erwarb, und seine Arbeit von den Einwoh-nern so begierig gesucht wurde, daß er gleichsamgenöthigt ward diese Stadt als seinen beständigenWohnsitz anzusehen. Was ihn völlig zu diesemEntschluß brachte, war folgender Umstand. ImJahr 1770 im Monat May, hatte der Intendantder Frey-Grafschaft Burgund, Mr. de la Corö,ein Herr von seltenen Verdiensten, mit Zuzug desMagistrats von Besan^on eine Akademie für dieMaler« und Bildhauerkunst errichtet, und vondem Hof zu Versailles die nöthige Unterhaltungund Begnadigung ausgewirkt. Zu Professorendieser Akademie wurden bestellt, unser Wuerschals Maler, und Lucas pretton von Besan^on

Wurst,

als Bildhauer, ein sehr geschickter Mann der dieKunst in Italien erlernt und getrieben. Diesebeyde Männer waren Freunde; von gleichemFeuer und Eifer beseelt, arbeiteten sie unermüdet,diese Akademie als eine Pflanzschule für jungeKünstler in Aufnahme zu bringen, und dem Zu-trauen zu entsprechen das die Stifter in sie ge-setzt hatten, aber auch zugleich zu ihrem eignenVortheil, um, durch Zeichnen nach den Altenund der Natur, in ihrer Kunst immer höher zukommen, wuersch hatte von Zeit zu Zeit Ver-suche im Historienmalen gemacht, die aber durchdie Menge Bildnisse, die bey ihm bestellt wurden,auch nur Versuche blieben. Aber seit Errichtungder Akademie und viele Uebung im Zeichnen, ent-stand manches historische Bildniß; und da es ihmhierin gelang, gieng er weiter, und wagte sichvollends an eigentliche historische Gemälde. Eskamen nach und nach große Stücke für Kirchenseines Vaterlands von seinem Pinsel nach Hause,wovon die vorzüglichsten, zu Kerns in der Pfarr-kirche, fünf Altarblätter sind: r. Ein sterbenderChristus am Kreuz. 2. Die Heil. Anna. 3 . DieAustheilung des Rosenkranzes und Scapuliers.4. Die Taufe Christi im Jordan. 5 . Der ster-bende St. Joseph. Ferner befinden sich zuSächseln in der Pfarrkirche von ihm: i. DerLeichnam Christi in der Schooß Mariae. s. DieOpferung Mariae von Joachim und Anna imTempel. Auf dem Rathhause zu Sarnen endlichsteht das historirte Bildniß des seligen BruderKlausen , in Lebensgröße, von seiner geschicktenHand meisterhaft gearbeitet, dessen schon das Lex.erwähnt, .füßli V. 108 9. Nach einem mehrals zwanzigjährigen Aufenthalte zu Besannen, woer sich mit einer sehr klugen Frau verheirathethatte, erhielt er s unsers Wissens erst späth in denNeunziger-Jahren**)^ einen Rufals Lehrer bey derdamals neu errichteten Zeichnungsschule zu Luzern ,und folgte demselben. Auch hier lebte er uner-müdet der Kunst und seiner Pflicht, bis er un-glücklicher Weise erblindete, aber auch dieses seinSchicksal mit heiterer Ergebung ertrug. Doch derihm beschiedene Kelch war noch nicht ausgelart.Als i. I- 1798 der Krieg sein Vaterland bedrohte,wollte er sein Schicksal mit demjenigen seinerMitbürger theilen, und starb in seinem Geburts-orte Buochs eines schauerlichen Tods in den Flam-men! Bey der Kunstausstellung zu Bern >8c»4sah' man noch von ihm ein Bildniß des Zeich-nungsmeisters Gehrmann, welches Beyfall fand.MeuseHII. Änderwerts werden weiter von ihmgenannt: Zwey schöne Kirchengemälde im Kloster Engelberg , und im Stadthause zu Luzern dieGesetzgebung Mosis. Gestochen nach ihm kennenwir einzig das Bildniß des Antisies I. C.Wirz zuZürch , von P. A. Kilian, als Litelkupfer zu Pre-digten des erstern, und dasjenige meines sei. Va-ters bey Füßli III. 17g. von uns unbekannterHand gcetzt.

wuerrh, (I. N-), s. oben Wirt.

« wuerz, s. oben u. i. Lex. Wir;.

*Wuest (Carl Ludwig). Das Lex. nennt ihnbereits in Nürnberg gestorben. Mensel l. (1778.)hingegen will wissen, daß er damals noch inDresden gelebt habe. Nach Mensel II. (1789.)scheint es, war er um diese Zeit wirklich nichtmehr am Leben. Für das Dresdner -Galeriewerk

6) In dem Augenblick, wo ich dieses schreibe, steht eines meiner sei. Mutter vor mir, das mich durch diewunderbare Wahrheit der Darstellung ihrer edeln Einfalt und seltenen Güte bis zu Thränen rührt.

v«) Die Ausätze zu dem Üeulscheir Lex. (-79S-) wenigstens thun dieses Rufs noch nicht Erwähnung.