Wyngaerde.
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W y l a n k>.
Holbein's arbeitete. Viele seiner bessern Gemäldegingen bey dem Brande der dortigen Stiftskirchezu Grunde. Nach seinem frühzeitigen Tode, deri6si erfolgte, heirakhete Jacob'« Wittwe seinenSchüler Caspar Meglingsr. (Bussnger.)Die Sradt Luzern . S. rby.
* Wyland, s. wllant oben und im Lex.
wyllich ( Von) drey Töchter eines K. Groß-britannischen und Kurfürst!. Braunschweig - Linie-burglschen Ober-Avvellationsraths zu Celle . Die-selben fingen (wir dankens ihnen kaum!) um 1780an, mit - Haaren, statt mit Seide zu sticken,und fertigten in dieser Art Landschaften, Ge-bäude, Menschen und Thiere. Mensel Misc.XXII. 3 io.
* wyn (Franc. v.) eine Namenskürzung, derensich Wyngaerde zuweilen bediente,
* wynanrs (Johann). Seine Arbeitenwerden bisweilen für Wouwcrmans, seines Schü-lers, gehalten, und sehr hoch geschätzt. EineLandschaft von ihm, mit Figuren von van derVelde staffier, ward (1777) bey einer Versteige-rung , für 9999 Livr. — 19.- Sons verkauft.d'ArgensviÜe erzählt die lustige Anekdote, wieer seine Uutauglichkeit, die Figuren in seinen Bil-dern selbst zu malen, eines Tages dadurch ver-rieth , daß er einem Liebhaber eine ihm mißfällgeFigur verändern sollte, und aber solches zu thunnicht vermochte. Dann meint d'ArgensviÜe,wygant's Tadeln fremder Arbeit dürfte dieSchuld seyn , daß die holländische Kunstgeschichteganz von ihm schweige. Daneben soll er einSpieler und überhaupt lüderlicher, aber tausend-lustiger Geselle gewesen seyn. Sein Todesjahr,ob er verheuralhet gewesen, Nachkommen hinter-lassen , u. s. f. ist Alles unbekannt.
vr'iie III. loh — 8. In Deutschland besitzen vonihm die Galerie zu München 3 und diejenigezu Schleisheim 4 Landschaften meist von mittlererGroße, mit Figuren und Vieh *). Salzrhalumbesaß einst 2 kleine. Der Svder eine Landschaftmit einer Schweinsjagd (Z^ 8" hoch, 3 ^ 6" br.).Dieses „Bild" (sagt H. von Ramdohr S. 6u.)»ist sehr schön gedacht, und der schmelz der fär-ben unvergleichlich. ES gehört unter die Haupt-stücke von diesem meister. Man erkennt den wy-naiirs an folgenden kennzeichen. Er wählte gerngegenden mit sandbergen. Seine vorgründe sindmit fein ausgearbeiteten pflanzen geziert. Dieborken und stämme seiner bäume sind fleißig aus-gemalt. Die blätter aber sind manierirk undgleichen kleinen sternchen. Er brachte gern trockenestämme in seinen gemälden an, die er mit großerWahrheit darstellte. Seine färben sind sehr har-monisch gewählt und vortrefflich in einander ver-schmolzen. Das ganze gleicht einem guß vonemail. Inzwischen prädominirk in seinen erdgrün-deu, fernen und wölken ein violetbrauner ton,der nicht völlig wahr ist." Noch eine zweyte klei-nere Landschaft besitzt der Säder von dem Un-srigen (im Vorgrund ebenfalls eine Jagd) dieHr v. R. wieder sehr schön und in emaille -mäßigem Tone nennt. Beyde sind mit Figurenvon van der velde staffirt. Die Berliner-Ga-lerie eine (16,4 ) auf Hol; gemalte Landschaft,mit zwey badenden Mädchen , von Theodor vanTbulden ausstaffirt; und die zu Kopenhagen eine solche mit einer Falkenjagd von 1660. Endlichbesaß von ihm (1809.) H. Hof- und Landgerichts-Ad-
vokat Schmidt zu Kiel 3 , davon ein vonwouwer-mann staffirt., — Gestochen nach Wynanrs ken-nen wir: Plünderung eines Dorfs von F. C.Canot: eine Landschaft für das Musee Napoleon ,von Darnstcdt; eine andere in dem Zeichenbuchefür Landschafter, von A. H. Köhler; die zitterndeBrücke, von I. Mathieu; zwey Ansichten vonder Gegend bey Haarlem . von E. W. Musculus;eine sehr schöne mit Gebäuden, mit einer Heerdeund zwey Reutern in vollen Laufe staffirte Land-schaft, von Weisbrod geetzl, und von le Basvollendet; endlich eine, mit schönen Brunnen,von Defciches gezeichnet, ohne Namen desStechers.
wynbiad (Adolph Friedrich), erster König-licher Architekt zu Stockholm > 797. Fveri § esoc/r (rri/- On/enstrr 1797.
Wynbrenner (Hans), ein Skeinmetzgesell«von Eßlingen . Die alte i jhg zu Skraßburg ent-worfene Ordnung der Steinmeke, welche dortim Mnnsterarchive aufbewahrt wird, und die nichtallein von denjenigen Meistern und Gesellen unter-schrieben wurde, die bey ihrer Abfassung zuge-gen waren, sondern auch von denen, die inspätern Jahren dieser Ordnung beyrraten (odernach dem alten Ausdrucke: in die Ordnungempfangen wurden) nennt unter dem Jahrei/M den obigen, der nach heutiger Schreibart,Weinbrenner heißen würde. Brock hansi-sches Tonversärions-Ley. am Schluß des Art.Friedrich Weinbrenner .
— — s. oben Weinbrenner.
wynder (Johann van), s. den ff. Theodorvan Wynder.
— — (Theodor van), erscheint in demTburbayerschen Hofkalender auf 1760,alö Oberhofgärtner zu Schwetzingen , so wie fer-ner als Hofgarken- und Plantage-Inspektor.Noch kommt hier ein Johann van wynder,als Unterhofgärtner vor.
— — s. auch wynrer.'
* Wynen (Oominicus van), Ascanius ge-nannt. Die von ihm im Lex. erwähnten Orgiender Holländischen Schilderbent zu Rom sind vollKraft und Leben, uud von M.Pool sehr schön ge-stochen. Noch nennt der Katalog von Brandesebenfalls als ein schönes Blatt nach ihm: Mcdea,die den Aeson zum Leben zurückruft, von I. V.Kauperz.
— — (Oswald), Zeichner und Maler inWasserfarben von Blumen und Früchten; geb,1739 in der kleinen holländischen Stadt Hus-den. Er setzte sich z» Amsterdam und arbeitetefleißig für die Kunstliebhaber seines Vaterlandes.
*Wyng (F. van den), eine Kürzung des ff.Namens Wyngaerde. A75c.
Wyngaerde oder Wygarde (Franz vanden), Zeichner Kupferätzer und Kupferstichhändler,geb. zu Antwerpen um 1612, und wohnhaftdaselbst. Die Werke dieses Künstlers beweisen,daß er in seinem Fache geschickt war. Seine ge-etzten Blätter von einer leichten und geistreichen
») „wymmts" (sagt der H. von Männlich) „wählte gewöhnlich öde. sandige Gegenden zu Gegenständenseiner G-mälde; seine Bäume sind von schöner Form und trefflicher Behandlung, die Färbung hell, wahrund angenehm, und sein Pinsel keck, leicht und geistreich."
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