Band 
Zweyter Theil [5].
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Winkelma'nn.

Winkelmann,

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nisse von ihm vorhanden. Noch.einer (nicht Übeln)Profilzeichnung von Casanova ist solches vor demIII. Bande der N. Bibl. der S. W. u. F. K-gestochen. Ein Dänischer Maler Hals, dannAngelika Kaufmann und Maron, haben derglei-chen in Oel gemalt. Von dem ersten ist weiternichts bekannt; das zweyte *) besitzt der Ver-fasser der gegenwärtigen Zusätze, mit zwey Hän-den, die Feder in der einen, vor seinen Papieren,in nachdenkender Stellung, so wie er sich vonEintretenden auf seinem Studiezimmer ebennicht gern überraschen ließ. Angelika selbst hatsolches im Kleinen flüchtig geetzt, und von Mecheln in Basel soll es in Foliogröße gestochen haben **).Marons seines, welches derselbe, ein Jahr vorN). Tode, für seinen Freund Muzel-Slosch ge-malt, und jetzt in der Herzogl. Bibljotheck zu Wei­ mar aufbewahrt wird, findet sich, nach MeyersZeichnung, von H.Lips gestochen, vor dem erstenBande der neuen Ausgabe der WinkelmannischenWerke. Ein Stich von Banse (nach welchemvor Fea's italiänischer Ausgabe der Geschichte derKunst eine matte Kopie steht) ist gleichfalls nachdiesem Bilde gefertigt***). winkelinanns, imPantheon zu Rom als Denkmal aufgestellte Mar-morbüSle endlich hat der Hofbildhauer Döll vonEolha, während seines Aufenthalts in Italien ,eben auch nach Maron's Gemälde doch, un-ter Mengsen's Anleitung, wie wir hoffen kennt-licher gefertigt.

Von iVmkelmanns Hauptwerke seiner Ge-schtchre der Runst erschien nun acht Jahre nachseinem Tode (1776.) jene zweyte schon oben be-rührte Wiener-Ausgabe, von F. I. Riede! be-sorgt, worinn, neben des Verfassers eigenen schon1767 gedruckten Anmerkungen zu dein gedachtenHauptwerke, auch diejenigen oft ungeschickt ge-nug verschmolzen waren, welche er noch auf sei-ner letzten Reite, meist auf einzelne Zeddel mitBleystift geschrieben eingeschaltet hatte. In soweit hatte dieselbe einen entschiedenen, aber auchbloß diesen Vorzug, vor der Dresdner-Ausgabe.Aber die Flüchtigkeit, womit solche ausgeführt

wurde, verbunden mit der eben so seltsamen Ge-wissenhaftigkeit, selbst die auffallendsten histori,scheu Fehler, in Namen und Sachen beyzubehal-ten, benahm ihr allen Werth in den Augen derächten Kenner; und die beygefügte Biographiewar von sehr geringer Bedeutung.

Von Französischen Uebersetzungen hatte nun,nach dem unglücklichen Tod des Unsrigen, dieje-nige von Toußaint zu Berlin keinen Fortgang ge-wonnen. Dagegen erschien in 178t zu Leipzig indrey Quartbanden eine solche, welche den wackernMichael Huber zum Urheber halte, der, nichtsminder als begütert, aus eifriger Liebe zur Kunst,und tiefer Hochachtung für Winkelmann, inErmanglung eines Verlegers, mit nicht geringerökonomischer Gefahr, auf eigene Kosten die Her-ausgabe unternahm, manche der Gebrechen derWiener-Ausgabe vermied'j-ss), und zumal seinerausführlichen Biographie, theils durch die bey-gefügten Extrakte aus dem Briefwechsel des Ver-storbenen, theils durch gute Analysen seiner Scyrif-ten, ein besonderes Interesse zu geben wußte.Die reinste, und ohne Zweifel vorzüglichste Fran­ zösische Uebersetzung ist indessen diejenige, welche1794boZ. bey Jansen und Gide zu Paris erschie-nen, und mit allerlei Beygaben, theils von ein Paarder kleinern Schriften von W., theils von ähnli-che» von Englischen , Italienischen und (besonders)deutschen Verfassern (wie Heyne, Mengs, Lessing,Rode und Riem) begleitet war. Die Kupfer beydieser Ausgabe waren diejenigen, welche Fea inseiner unten ff. frühern italienischen Uebersetzunggegeben, und die Biographie die nämliche dürf-tige der Wiener-Ausgabe der Urschrift. DasGanze dieses Unternehmens sollte alle Werke w.in acht Banden umfasse»; allem bis jetzt sind,unsers Wissens, nur jene beyden erschienen

Ins Italienische ist die Kunstgeschichte zwey-mal übersetzt. Zuerst vom Abbate Amorstti zuMailand , und herausgegeben von den dortigenCistercienser-Mönchen im Kloster St. Ambrogiomaggiore *). Dle>e Arbeit ver'prichr mehr als

<0 Von Angelika, in ihrer schönsten Zeit, kurz von unserer Abreise nach Neapel , nach dem Leben mit un-übertrefflicher Kenntlichkeit gemalt, so daß es w. eignen größten Beyfall erhielt.

"-«') Diese« ist uns nie zu Gesicht gekommen; wohl aber ein sehr dürftiges in Schwarzkunst von I. E. Haidgeschabtes nach einer der vielen Kopieen in Oel und Pastell, welche nach dem von mir besitzenden Urbildsgefertigt worden. Vor einigen Jahren anerbot ich der Frauenholzischen Kunstkandlung, da>,elbe zum Behufeeines würdigen Stiches zeichnen zu lassen; allein bey den damaligen ungünstigen Zeirumständen wurde sol-ches abgelehnt.

Das die Weimarischen HH. Herausgeberdas ähnlichste und b-ßte" nennen, was der sicher hierin unbe-fangene Schreiber dies unmöglich zugeben kann. Drei) Jahre nach dem meinigen gemalt, stellt es eine»zwanzig Jahre jüngern Mann dar; und solche Mütze eines Wascherweibs dürste der Maler schwerlich aufw ehrwürdiger Scheitel getroffen haben.

f) Dafür prüfte es der blinde Kardinal Albani durch das Gefühl seiner Hände. Gurlitt S. 22.

ff) Der in dieser häufig entstellte und verstümmelte Tert ist mit lobenswerthec Sorgfalt aus der Dresdner-Ausgabe und den Anmerkungen verbessert, und im Französischen me-st so wieder gegeben, daß man nichtselten die eigenthümliche Schreibart w. auch in dieser fremden Spräche mit Freude wieder erkennt."wtnkelmnniis Werke lll. l.viLVII. Eiue ausführliche Beurtheilung derselbe» s. in der Sibl.sch. wiss. u. Künste B. XXVt. St. 2. S. 279 96.

fff) Ob diejenigen Französischen Uebersetzungen, welche wir im Heinsius'schen Katalog (als zu Bern 180z in derLvpogr. Gesellschaft, und in gleichem Jahr zu Paris u. Leivzig bey Sommer erschienen) angezeigt finden,Nachdrucke der Janftn'schen Ausgabe waren, deren erster auf 40 Thaler, der zweyte auf 19 Thlr. zustehen kam, ist uns unbekannt. Dasselbe vermuthen wir noch viel mehr von einer andern uns so eben zuGesicht gekommenen ,«02) mit der Ragion Boffange, Massen und Besten versehen, und mit

allen denjenigen Anhängen ausgestattet, deren wir oben im Terte von der Zanftnschen erwähnt haben.Auch hat sich der Herausgeber derselben in einer Anmerkung zur Vorrede wirklich mit I. bezeichnet. Ander Spitze dieser Ausgabe befindet sich ein Bildniß von rvinkelmann, nach R. Mengs, wovon das Urbildder Ritter Azarra besaß. Nach dem Sticke zu urtheilen, kann es unmöglich kenntlich seyn, da es einenkaum drevßigjährigen Mann vorstellt, in welchem Alter er mit Mengs noch lange nicht bekannt war.

») 2 Bände, gr. 4? blil»»» 779. mit 52 Kupf. u. Vign.

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