Band 
Zweyter Theil [5].
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6119
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Zachtleeven.

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Die fünf Sinnen in grotesken Fi'gürchen, mitdem Titel: Os V)ck binnen sft^sbeelc stoorOo»--r. , mit leichter Nadel. Dann eine

Folge von i8Bl. Hunde, Katzen, Ziegen, Pferde,mit dem Titel: Hnimslis ^nnflrupestis, ohneNamen oder Zeichen des Künstlers; 12. andere:Hunde, Ziegen, Katzen und Geflügel mit dem ver-schlungenen Zeichen L. 8. und I.. Noch 12. mitHolländischen Bauern und Bäuerinnen ') in ver-schiedenen Stellungen; auf dem Titelblatt einBauer, der einen Zettel mit der Inschrift hält:0. fec. A. 6'. exc. ^).

Endlich noch eine Landschaft mit Ziegen und ih-rem Hirten, in einer breiten malerschen Manier,in Querquarto. Hinwieder kennt man nach demUnsrigen: Eine Bauernschenke, wo ein trunkenerBauer in eine Scheinswanne rülps't, schön undsehr selten; eine Gruppe Bauernkinder, die spie-len ^und singen, ohne Namen, alt -633 batirt;zwey Damenspieler, hinter ihnen ein Tabak-schmaucher, eine Lautenspielerin und ein Greis,ebenfalls schön, aber ohne Zeichen, und zweifel-haft ob nach ihm; die zwey erstem sicher vonMarinus gestochen. Die fünf Sinnen, glaubenwir, habe auch C. I. Visscher nach den vorge-nannten Blättern des Unsrigen copirt. Andre nen-nen noch das Bildniß des Heinr. Corn. Agrippa von R. a Persyn.

* Zachtleeven, Sachrleeven, auchSafr-Leeven u. Zafrleeven (Hermann).Nach Descamps wäre sein Meister unbekannt;und daß er in Italien gewesen, was Einigewissen wollen, melden nicht nur die HolländischenNachrichten von ihm keineswegs, sondern ver-sichern vielmehr, daß er sein Geburtsland nie-mals verlassen habe. Auch sein Todesjahr wirdbloß von d'Argensville, ohne Gewährsmannin ,685 gezahlt. Mit schwarzer Kreide zeichneteer sehr verständig, Alles nach der Natur, undselbst das Uninteressanteste gewinnt bey ihm An-muth durch die große Wahrheit §) Seine Land-schaften sind fast alle aus der Gegend von Utrecht genommen, wo er lange Zeit gelebt, und wahr-scheinlich auch gestorben ist. Descamps nenntdie vielen Bilder, die sich zu seiner Zeit (1768.)noch in Holländischen u. a. Europäischen Kabi-netten von dem Unsrigen befanden, und die dort(il. i 47 — 4 o.) nachzusuchen sind. In Deutsch-land besitzen von ihm die Galerie zuLVien ZRHein-gegenden mit seinem Namen oder Chiffer und denJahrszahlen 1666 und 66. bezeichnet; diejenigenzu München und Sebleishenn ebenfalls 5 . §).Dresden wieder Z. Salzrhalum einst eben so,darunter eine gemeinschaftlich mit E.poeleniburg,mir mythhologischen Figuren, pomniersfelden,besonders reich mit n. Der H.Hof- und Land-

Zachtleeven.

gerichts - Advokat Schmidt zu Biel (180g.) 3 .darunter eine mit -6Z2 und eine andere mit 1672datirt, die letzkre einer etwas colorirten Zeichnunggleich, und beyde (als Juwelen) in Kästchen ver-wahrt. Wirkliche Handzeichnungen von ihm sollenvon trefflichem Geschmack und sehr selten seyn.Eine solche von einer Gegend am Rheinufer besaß(1808.) H. Constantin zu Paris , die bey LandsnLc. D. IV. ?I. 63 .) in Kleinen nach-gebildet ist. Von seinen selbstgeetzten Blattern er-halten wir weit die reichhaltigste und genauesteNotiz von Barrsch I-237 —66., welcher 36 . der-selben anführt und umständlich beschreibt. Diesel-ben sind alle zwischen den 1.164» u. 6 g gefertigt,woraus erhelle, daß er erst in seinem Ein undbreyßigsten zu etzen angefangen, daher auch kei-nes seiner Blatter weder die geringe Erfahrungeines jungen Künstlers, noch die Schwachheiteines Greisen verrathe. Als die vorzüglichstennennt er (R°. 18. u. ig.): Die Landschaft mitdem großen Fluße, und den Ackersmann, jedes4,, br. 6'" hoch; es seyen wahre Meister-stücke, zumal das letztre, beyde mit der Etznadelentworfen und mit der kalten Nadel ausgeführt,mit einem Geschmack, einer Wahrheit, einerHarmonie im Helldunkel, und zugleich einer Zart-heit des Details, daß freylich gute Ab-drücke derselben nur noch selten gefunden wer-den. Dann (N°. 20. u. 21.) die zwey Schiffe,und das Haus unten am Felsen, und (N°, 27, 28.)

das Holz und den Großen Baum. Ein einzigesschwaches (vielleicht sein erstes) Blatt sey (N°. 32 .)die Straße über den Berg. Zwey Ansichten vonUtrecht , das eine in drey Blättern (zusammen4< 2" 2", br. und lo" 8^ hoch), das andre(geringere) in vier Blattern (zusammen 5 ^ 10" br.und - 3 " hoch). Als allgemeine Charakteristik derausnehmenden Etzkunst des Unsrigen, heißt esbann: „Dieser Künstler begnügte sich nicht, seineBlätter so zu liefern, wie die erste Wirkung desEtzwassers sie geben konnte; fast immer über-arbeitete er dieselben so, daß er eine sehr schöneWirkung des Helldunkels darüber verbreitete, und,so weit auch seine prächtigen Fernen sind, sobeobachtete er die Stuffenfolge der Gründe mitgrößter Gcnauheit. Da wo das Detail ihm nichterlaubte, der hellen Stellen zu schonen, und siegegen das Scheidewasser mit Firniß zu verwah-ren, ließ er die ganze Platte schwach fressen,und unterwarf sie dann zum zweytenmal dem Etz-wasscr erst, nachdem er die starken Schatten,und das was man Hiebe nennt, mit seiner Nadelüberarbeitet hakte. Uebrigens wäre es schwer,den Marsch seines Verfahrens genau zu bestim-men, da er keine fixe eigentliche sogenannte Ma-nier hatte, sondern in dieser Absicht als ächterMaler arbeitete. Unschwierig in der Wahl seiner

-) Dahin gehören wohl die anderwerts rubrizieren: Der König trinkt (r6zz.); Das Leben ber Bauern(1645.); vielleicht auch die Frau, die ihrem Kinde die Brust reicht.

2) Sonderbar! Andre nennen (wohl irrig) eben diese Folge, als von Beerendreck, im Verlage von M- Poolgestochen.

z) Und setzt Descamps sehr bezeichnend hinzu: Hlslgre rour ce cju'il 7 »jouioir, on i-äcomioiseoit iou-

jours les lieur. t/u'il avoic voulu reprerenief.

4) Susan (Lil. «ec.) sagt: Von den Mannigfaltigen angenehmen Ufern des Rheins und der Mosel .

L) »In seinen Werken" (sagt der H. von Männlich) «erkennt man, weder die Art und Methode seines(vermeinten) Lehrers, noch irgend eines andern Meisters; er ist ganz Natur. Seine Färbung ist hell,wahr und angenehm; sein Wasser ist durchsichtig, es fließt; ein leichter Dunst schwebt darüber her,welcher nur in der Ferne, die er mehr oder weniger einhüllt, sichtbar wird. Die Schiffe, Vovce, Fi-guren, die Gebäude an den Ufern, alles ist mit größtem Fleiße, mit unnachahmlicher Wahrheit und Leich-tigkeit vorgestellt; wenige seiner schönen Werke sind den (nnheiligen) Händen unserer Geheimnißbesitzerentgangen, sie sind größtentheils mehr oder weniger verwaschen, ihrer Lufeperstektive und ihrer Borstestlichtest beraubn"