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Zampieri.
Verzückung von St. Paul; er wird von drey En-geln zum Himmel gehoben; seine Drapperie, vonder Luft bewegt, deckt das Haupt einer dieserEngel. Schöner Ausdruck und Kraft des Koloritsvereinigt sich in diesem Bilde. Es ist nicht vielüber i8" hoch, iH" br. (die Figuren von i/s—15")auf Kupfer gemalt '). Das Manuel bewundertdie reine empyreische Lust, worein die Scene ge-setzt ist/ in welcher die drey Engel den Heiligengleichsam ruhen und genießen lassen; die wunder-schöne Gelenkung seiner Figur; die sichere Tocci-rung in der Ausführung; es sey kein Pinselsirichdarin, der nicht den Meister verrathe. — S. Au-gustin wascht Christus, der als Einsiedler geklei-det ist, die Füße. Oben eine Glorie, I'Epicienennt es sehr schwach; vielleicht eine von D- er-sten Arbeiten, oder gar nicht sein Werk. Es istauf Kupfer gemalt 2^ i" hoch, 21^" br. (dieFiguren 8 — w" hoch 2). — St. Cäcilie spielt aufder Baßviole; ein Engel hält ihr das Notenbuch,in welchem das: klar cor meum immscnlaturnks. LXVIll. geschrieben steht; sie scheint mitheiligem Entzücken diese Worte zu singen und zuspielen; auf ihrem Gesichte ruht eine Sittsamkeitund Weisheit, welche Ehrfurcht und Anbetungeinflößen. Große Zeichnung und Starke des Aus-drucks herrschen in diesem vortrefflichen Gemälde5 ^ r" Höhe, 3 ^ 10" Br. auf Tuch gemalt, dieFigur lebensgroß §) — Aeneas trägt seinen Va-ter aus dem Brand von Troja: „Aeneas " (heißtes bey Füßli II. 288 — 90.) „in seiner Kriegs-rüstung ist im Begriffe, seinen Vater, der bereitsauf seinen Schultern sitzt, wegzutragen; dieserempfangt noch von der Herbeyeilenden Kreusa zwey in ein Tuch gewickelte Hausgötter, die sieihm mit Zeichen einer besondern Sorgfalt über-giebt. Aeneas , der die Lage seines Vaters mitbeyden Händen zu befestigen bemühet ist, schautaufwärts gegen ihn, und scheint ihm nöthige Eileanzudeuten. Der junge Askan deutet mit derHand vorwärts, und zeigt wahrscheinlich denWeg zur Flucht. Die Szene ist eine Art vonTreppe, wo Aeneas am tiefsten steht; daher erauch nur bis an die Kniee, die übrigen Figurenaber ganz erscheinen. Bey genauerer Berrachtungdieses Blattes muß man den Tiefsinn, und dasfeine ästhetische Gefühl Domenichins in allenTheilen der Kunst bewundern. Hätte er, wieBaroccio und andere geschickte Maler, bey dieserVorstellung den Zeitpunkt gewählt, wo Aeneas mit seinem Vater schon auf der Flucht begriffenist, und sein Weib mit dem Sohn nachfolgen,so würde er weniger Stoff gehabt haben, unsdas Charakteristische feiner Personen in einer sozusammenhängenden und so angenehm beysammenkontrostirten Gruppe vorzustellen; denn dieseGruppe ist in Rücksicht des wohl verbundenen
Zampieri.
gefälligen Contrastes in der Richtung und Stel-lung aller Figuren, ihrer naiven und wahrenBewegungen, in Rücksicht des Gegensatzes derbekleideten und nackten Körper, und wegen derneben einander erscheinenden Verschiedenheiten desAlters und Geschlechtes, meines Erachtens einzigin ihrer Art, und wäre nur schon dieserwegenallein ein Meisterstück der Kunst zu nennen. Be-trachtet man aber ferner den charakteristischenAusdruck von Geisiesstärke bey tiefem Schmerz imGesichte des Anchises, den mit Sorgfalt undZärtlichkeit vermischten Heldenblick des Aeneas ,den bangen und traurigen Blick der Kreusa ,und den furchtsamen Anstand des Knaben; un-tersucht man die Formen der Figuren in Rück-sicht auf ihren sinnreichen Charakter und auf dieEleganz, Gelehrtheit und Wahrheit der Zeich-nung, und bemerkt man endlich die weise undgroßwirkcnde Anordnung des Lichtes und Hell,dunkels, so wird man finden, daß im Ganzenund theilweise dem Kenner nichts zu wünschenübrig bleibe". Die Französischen Kunstrichter,welche sich alle über den hohen Werth dieses Bil-des vereinigen, glauben, es sey in des Künst-lers erster Manier (?), also im Style von LudwigCarracci; Einige halten es sogar, obwohl irrig,für das Werk dieses letztem. l'Epiclö rühmtdaran, neben der überlegten Zusammensetzung,dem charakteristischen Ausdruck in den Köpfenund dem Gebehrdeuspiel jeder Figur, auch daskräftige Kolorit. Das Manuel kann besondersüber den Kopf der Kreusa seines Preises nicht sattwerden §). Nur der Knabe Ascan würde, nachihm, über den Brand von Troja allzu unem-pfindlich erscheinen. Dann sey die Nachtzeit nichtgenug angegeben, und man sehe nicht, durchwas für Gattung Licht die Scene beleuchtet sey.Dieses auf Tuch gemalte Bild hält, in lebens-großen (eben ungemein künstlich zusammengepack-ten) Figuren 5 ^ 2" in die Höhe, und 3 ' 9" indie Breite §). — Timoclea vor Alexander, derdie von ihr an einem seiner Krieger verübteRache billigt, der ihre Ehre verletzt hatte.I'Eplcl'e nennt es trefflich für Zeichnung undAusdruck, aber weit minder für das Helldunkel,wareler glaubt, es hatte der griechischen Kunstin ihrer schönsten Zeit Ehre gemacht. Das Ma-nuel halt die Figur von Alexander für schlecht,Timocleens hingegen für schön, da es hier umeine dapfre Frau zu thun war; das klebrige fürmittelmäßig, und hält sich besonders über eineTochter der Heldin auf, die — ihren Kopfputzzurechtmacht. Das Ganze sehe einem gemaltenCamee gleich. Dieses Bild auf Holz (Figuren vonih—16") hält 3 ^ in die Höhe, und ^ 7"in die Breite, in längliche ovaler Form ^). —Rinald und Armida. Die Scene ein Wollust,
-) Kräftig und schön gestochen von E. Noußelet, ungefehr in der Größe des Urbilds, o. X? 88 -
») Wir kennen durchaus keinen Stich davon. Auch bey Lanbon nicht einmal de» Umriß.
z) Füßli ii. - 8 ä- sagt nicht ganz richtig, die Heilige sey nur bis an die Kniee vorgestellt. St. Picart hates gestochen. Nach stanboir soll Zampieri dies Bild zum zweytem»«! (für den Kardinal Sensi) gemalthaben; wo dieses letztere hingekommen, sey unbekannt. Zwey andere Bilder von St. Cäcilien , mit ver-schiedener Vorstellung, folgen späterhin, o. x? z.
4 ) Aecht Französisch dann will er an Aeneas zugleich erblicken l °5 usirs ll'uo Komme 6 « gm «^ou ->»x
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5 ) Gestochen ist dasselbe vorzüglich gut von G. Audran. In neuern Tagen (1812.) für's XXII. Heft desMusee Napoleon, nach H. Laurent's Zeichnung, von Outkine (?). Endlich im Umriße bey Laudo,,O. X? 45.
6) Einzig gestochen nach MolinEon's Zeichnung, von Delignon, für's XXlll. Heft des Musee Napoleon -Dann im llmriße von Devilliers dem ältern, bey Landon o. x? m. und (elend) im Manuel
N? ro.