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Zampieri.
athmender Garten, durch den sich ein Bach schlan-gelt, dessen Ufer mit Rosen und Jasmin bekränztsind. Trauben hängen an den Bäumen. Rinaldsitzt bcy Armida auf dem Rasen, das matte Hauptan ihren Busen gelehnt, und sieht in einem Spie-gel, den er ihr vorhält, wie sie seine Locken ord-net und mit Blumen mischt. Süße Lust scheintdie Vernunft des Helden zu fesseln, und den Siegder Zauberin gewiß zu machen. Neben und überi-hnen mag der Künstler durch Turteltauben die sichschnäbeln, durch Amorine die sich liegend umhal-sen, und durch einen andern der einschlafen ist,alle Geheimniße der Liebe, ihr Entstehen, Fort-gang und das End durch die Sättigung darge-stellt haben. Noch ein dritter Amor schnitzt einenPfeil, und ein vierter schießt den seinigen aufdas verliebte Paar ab. Im Hintergründe lauschenim Gebüsche Ubald und der bekannte Dänische Ritter, um den Augenblick zu erhäschen, Rinaldoseiner Schlingen zu entledigen LVareler bemerkt:Das Bild verspreche im Anfange wenig; aber jenaher man es untersuche, desto mehr finde manes seines großen Meisters würdig. Das Manuelfindet darin eher Angelika undMedor; auch sonstallerlei Eostumewidriges; in den Köpfen abervortrefflichen Ausdruck. Auf Tuch gemalt hat es4^ in die Höhe, 5^ 4" in die Breite ^). —Das Conzert t// n"hoch, 5^ 4" br.) auf Tuch,Halbfignren natürlicher Größe. l'Epicie macht diegute Bemerkung: Zampieri habe durch dasselbeeine indirekte Erstick von M. A. de Caravaggio's ähnlichem unedeln Bilde gemacht. Das gegen-wärtige, vorzüglich schön colorirte, stellt dreyspanisch costumirte Jünglinge von 20, 18 und22 Jahren, und einen Knaben vor, der sich überdie andern lustig macht?). Das Manuel rühmtnamentlich auch die Hände ^). — Der Sieg derLiebe (6" hoch, 5" br.) auf Kupfer gemalt.Amor in einem von Tauben gezogenen Wagen;über ihm zwey andern Amorine, von denen einerBlumen auf ihn streut, und der andre dergleichenvon dem Kranze pflücken will, womit dieses Bild,von D. Segher's Hand, eingeschlossen ist. Rein-heit der Umrisse, Feinheit des Ausdrucks undschönes Coloril bezeichnen dasselbe: »Der kleineLiebesgott" (heißt es bey Füßli II. 3oi.) „sitztmit dem ganzen Anstand eines Lriumphirenden,und in seinem vorwärts schauenden Gesicht istetwas so Kühnes und Anmaaßendes, zugleichaber auch so Zartes und Naives, daß man beygenauer Betrachtung die tiefe Wissenschaft desMalers bewundern muß, der einer so vollenund rundlichken Kindcsform einen so stolzen An-stand, und dem Gesicht einen so hohen undbestimmten Ausdruck zu geben wußte, ohne demNaiven und eigentlich Kindischen das Charakteri-stische im mindesten zu benehmen." Auch dasManuel bemerkt: „Die beßren Flammander ha-ben nichts Köstlicheres noch Vollendeteres gemalt.Dies kleine Bild ist ganz Geist (osprit) und über-
Zampieri.
laßt Größeres dem Genie. Die frische Farbe desLiebesgotts dämmt sogar das glänzende Koloritdes ihn umgebenden Blumenkranzes H. — ZweyLandschaften, wovon eine mit Cacus, den Herkulesaus seiner Höhle zieht, die andere mit dem Kampfedieses letzrern gegen Achelous staffrt ist; dieselbensind mittlerer Größe auf Tuch, die Figuren von5 — 6". Von der letzter« sagt k'Epl'clö: DerGeschmack des Carracci sey in derselben nicht zuverkennen, doch sey die Ausführung weniger leichtund frey. Lands» hingegen rühmt an beyden,nebst der heroischen Compostkion, festes Coloritund — eben leichte Toccirung. Auch das Ma-nuel kann Landschaft und Figuren nicht genugloben, und meint, daß Poußin den Ton der er-ster» für seinem Diogenes entlehnt habe §). —Noch eine Landschaft, 5" hoch, br. auf Luch,wo ein Schiffer eine Bande mit Musikanten führt,nennt l'Epicis von anziehndem Geschmack, reinemHimmel und angenehmen Fernen; nur wünschteer darin mehr Freyheit in der Ausführung, undzumal im Blatterwerk. Es ist dieselbe, welcheLandon, wohl offenbar richtig, im Vorgrunde(zur Rechten des Beschauers) mit einer Fluchtnach Egypten staffirt glaubt. Das Manuel(N^. 15.) ohne Ebenbesagtes zu bemerken, hältdies Bild für ein wenig nachgedunkelt; doch er-kenne man noch darin die schöne Wahrheit imColorite ^).
Unter den Französischen Kunsteroberungen be-fanden sich nur drey, aber allerdings von denvorzüglichsten Staffeleibildern des Unsrigen, welchein unserm neuesten Tagen an ihre alte Stellezurückgekehrt sind. Wir haben ihrer schon obenmehr und minder ausführlich Erwähnung ge-than. Hier indessen noch einige Urtheile überjedes derselben.
Erstlich: Die Maria vom Rosenkranz (i5*2" hoch, 8^ ii" br. Figuren natürlicher Größe,auf Tuch). Vorzüglich gut beschrieben ist dasselbebey Füßli II. 3o6 — 8. wie folgt: » Im Vorgrundeist ein Pabst oder Bischof knieend neben einemalten krank liegenden Manne, beyde betend undmit aufwärts gerichteten Gesichtern; nahe bey die-sen, und zum Theil schon im Mittelgrunde wer,den Christen beyderley Geschlechts von bewaf-neten Männern verfolgt, und zum Theil auchschon umgebracht, unter welchen zwo Jungfrauen,die sich an einander festhalten, und die ein Reutereben zu morden im Begriffe steht, eine sehr rüh-rende Gruppe ausmachen. Alle diese Verfolgtenhaben ihreGesichrer aufwärts gerichtet, wo Mariamit Jesus auf Wolken in einer großen Glorie er,scheint. Jesus in der Gestalt eines schönen jungenKnaben steht vor der Mutter, und ist mit holdemAnstande beschäftigt Rosen auszustreuen, deren ihmein knieender Engel einen Korb voll darreicht;zur rechten Seite dieser Gruppe ist St. Domenic
1) Gestochen ist dasselbe nach Naignon's Zeichnung, von L. Croutel oder Croutelle fnr's xxvn. Heft desMüsse Napoleon . O. ,42.
2) Nach la 8ontaine's Ausdruck: Lec Lge esr rsns pi-i«.
5) Von C. Duflos und St.Picart gestochen. Die Zeichnung davon in rother Kreide, eben auch von St.Picart,besaß -8r-> noch das Kabinet Paignon-Dijonval zu Paris . O. X? 46.
4) Gestochen ist es von C. Rands» (lioni-e.) 0 . X? 59.
5) Gestochen sind beyde einzig vielleicht von Filipart (s. unten). Dann im Umriße von Dcvilliers dem jünger»,bey liaudon O. i,z. u. >14. und bey Ebendemselben k->)r->g. er Hbl. Ue Lear« I. H. ,6.tl. 'l'Lb. 59.
6) Gestochen ist es einzig im Umriße, von Devilliers dem jüngern, bey Landon O. dl? 119. und eben so(elend) im Manuel