Band 
Zweyter Theil [5].
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Zucchi.

die Platten der Kupferstich-Sammlung,^ welcheLouisa herausgab, nach den schönsten Gemälden diein den öffentlichen Gebäuden zu Venedig aufbewahrtworden. Rost IV . 116 17, Im Dresdner-Hof-kalender wird dieser Künstler, von 1728 an, auch alsTheater-Architekt daselbst aufgeführt. Dort st. er1740. 62 I. alt. Sachs. Rur-Lab. 174». S. 124.Jenes Werk von Louisa blieb zwar unvollendet(S. verworrene Nachrichten hierüber bey HeineckeIclee 92 94.). Ein erster Theil desselben erschienindessen (gr. ssol. Venet.720.)in 62 Dl. von welche.;Rost l.c. zehen benennt; nämlich nach:

Bambl'ni(N.). GeburtMariä, aus derEt.Ste-phans-Kirche.

Laliari (P.). St. Johann Baptista, aus St. Ge-minian.

Longho (P.). Marter von St.Erizzo fürs Va-terland erlitten, aus dem Gr.Rathssaale.

Port« (I.). Das Manna in der Wüste, ausSt.Maria della Salute.

Ricci (S-). Aeneas flieht aus Troja mit Va-ter und Sohn.

Robusti (I.). Cvbele a. e. Wagen, von Löwengezogen, und Aurora entführt denTiton; beyde nach alFresco's.

varorark(D.). St. Barnaba, m. a. Heiligen, a. d.Kirche St. Barnaba.

vecelli (T>). Den Engel Raphael als Führerdes jungen Tobias, aus St.Mar-tiale, und

St. Johann den Evangelisten,a. d. Schule St. Johann ').

Wir glauben unsers Orts kaum, daß diese Blätterviel tauge»; auch bemerkt Gandellini von einigenderselben ausdrücklich, daß solche den bekannten vonV. le Fevre nicht gleich kommen. Ein schönes Bildnißvon ihm des berühmten Aposiolo Zcno, nach derZeichnung von F. Doncorich, nennt der Katalogvon Brandes. Noch bemerkt einer unser Freundeüber ihn: »Er gab sich auch mit der Schwarz-Kunst ab und fertigte so, nach der Malerei desNiclaus Grass! von 1719, ein Bildniß (es ist daseigene Bildniß unsers Künstlers) mit der Unter-schrift: Asplciz auctorem sublecta äre. 4°-Dieser mittelmäßige Kupferstecher soll, außer derSammlung des Louisa, noch nach folgenden Mei-stern gearbeitet haben:" F. Bassano, F. Bcncovich,Joh. Aug. Cassana, A Corradini, Seb. Lazari,Pct. Longhi, A. Mauro, dem jüngern Palma ,Parmesan, I A.Pordenone (Regillo), dem Archi-tekt Dan. Rossi, Jos. Salviati, A. del Sarto,I. D. Tiepolo , Tintoret, Tilian.

* Zucchi (Anton), des unten ff. KupferstechersFranz Zucchi's älterer Sohn. Die Architekturund Perspektiv lernte er bey seinem nachfolgendenOheim Carl in Gesellschaft mit Pirancsi, und dieGeschichtsmalerei, zu welcher ihn ein mehrererHang trieb, anfänglich bey Fontebasso, und nach-werts bey Amigoni. Seine Fortschritte waren un-gemein, so viele Schwierigkeiten auch seine zarteGesundheit und ein schwaches Gesicht ihm entge-

Zucchi.

genutzten. Alsdann reisste er durch Italien inGesellschaft der beyden Baumeister Adams undClerisseau , zeichnete mit ihnen nach den schönstenDenkmalen der Baukunst , und bildete sich auchals Maler durch das ernsthafteste Studium derverschiedenen Schulen aus. Nach einem langenAufenthalt zu Rom , wurde er von seinem FreundeAdams nach London berufen; dorthin ging er1766, wo seine reiche und glänzende Malerweisemit großem Beyfall aufgenommen wurde, undbesonders seine Verzierung einer Galerie des Her-zogs von Northumberland seinen Ruf festsetzte.Neben der Geschichte gehörte vornehmlich die mitRuinen und antiken Denkmälern staffirte Land-schaft zu seiner Gattung, und seine Aquarell- undBisterzeichnungen waren ebenfalls besonders be-liebt. Alsdann verheirathete er sich mit der be-rühmten Angelika Kaufmann , und ging mit ihrnach Italien zurück; dort lebte er in einem um soviel glücklichern Ehestand, da nicht die Leidenschaft,sondern nüchterne Vernunft und Gleichheit der Nei-gungen für alles Gute und Schöne im Leben undin der Kunst ihre Verbindung geschloßen hatte,arbeitete noch in hohem Alter, so viel immer seineabnehmenden Leibeskräfte solches ertragen mochten,und st. dann zu Rom 1796. Seine betrübte Wittwefolgte ihm zwölfJahre später (1807) im Tode nach:cie /Lo5Lr vita cl'^nßelica kiguffmsnn 80 . kir.810. sp. Gestochen nach dem Unsrigen kennen wirvon seiner Gattin ein schönes Blatt: Calliope,welche den Homer zu feinen Gesängen begeistert;dann den Tod von St. Julian im Kloster la Trappe,und: Versamml. der Nonconformisten - Schwestern,beyde schön roth punktirt (>784.) von F.Howard,mit Französ . und Englischer Erklärung; vornehm-lich aber das sehr schöne allegorische Blatt (1776.)von F. Bartolozzi (22" hoch, 17" br.): Die Museder Baukunst, die der Minerva einen jungen Schü-ler vorführt, und ihm Griechenland und Italien als die Quellen zeigt, aus welchen er seine Kunstvornehmlich schöpfen soll.

Zu diesem Art. erhalten wir so eben von einemunserer Kunstfreunde noch ff. Zusatz:

»Zu dem seit 177a in London Heftweife erschie-nenem Prachtwerke: l'ke vrorks in Hrcliitectnrsok Robert anä Aamei sehr gr. Fol., zeich-

nete er das von F. Bartolozzi gestochne allegorischeTitelkupfer. Hier (wo er der sehr berühmtevenenanerr Maler heißt), erfuhren wir auch,daß er um >770 den Plafond des großen Salonsder Villa des Grafen Manöfteld zu Kemwood(er ist dort Th I. Heft2. abgebildet) malte; dannden Plafond des Tviletkenzimmers in dem Schlossedes Grafen Bute zu Luton (beyde diese von JosephRose stuckaturt): und endlich Mehreres in demHause des Grafen Derby, auf dem Platze vonGrosvenor. Dann sollen ferner nach ihm gestochenhaben Bartolozzi eine Allegorie auf die Sakra-mente: krumentum LIsctorum Lrc. in gr. 4° i(das Suppl. gedenkt des Unsern schon unter CarlLudw itlerisfeatt)."

Zucchi (Anton), doch sicher ein anderer alsder Obige, wird im Dresdner -Hofkalender alsConducteur beym dortigen Bauwesen um 172Ü auf-

1) Sonderbar! Füßlim. 7,. >06. 107. u. 109. benennt ganz andere, nämlich: Christus vor Pilato, dieHimmelfahrt Maria, und die Wcgführung des Leichnams des St. Marcus von Alcrandricn, alle drev nachTintvrctt, ebenfalls für die Sammlung des Louisa; mit der Bemerkung, daß Z. darin die Wirkung desder Venetianischen Schule eigenthümlichen Helldunkels ganz verfehlt habe; und dann doch wieder: Daßsein St. Laurcuz Justinian nach Pordencme, wieder für Louisa, das bcßte Blatt sey, welches nach Pordenvnegestochen worden!

2) Reben Anderm auch zu dem schönen Werke dieser beyden: knin, ok rt>e psisoa ok llle Lmperor Oiocletiaanr 8z>nl-neo in Naiinakin koi. 1764. Be» dieser Gelegenheit bemerkt Fiorillo III. 401. daß der Unsre fürden geschickten Clerisseau während dessen Nonconformisten Aufenthalt zu Rom 176070. in seine vortrefflichenAquarelli alle Figuren fertigen mußte, welche Ersterer durchaus nicht zu zeichnen verstand.