Band 
Zweyter Theil [5].
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Albani.

Albani.

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Bilde, auf Kupfer,wie den meisten Arbeitendes Unsrigen, am Verständnisse der breiten Ma-ßen (?), die doch für die Magie des Helldunkelsso nothwendig sey " Ein andres größeresBild (2^ 3 '/-" hoch, 2^ in" breit), ebenfalls aufKupfer: Die Mutter und das Kind, dem En-gel Blumen und Früchte bietend; nach Lepicievorzüglich kostbar für Kolorit und schöne Kö-pfet"). St. Johann predigt in der Wüste,ungefähr von gleicher Größe, wie das vorher-gehende, auf Holz: Große Menge Zuhörer,besonders viele - Weiber und Kinder. Lepicierühmt es sehr für Zeichnung, Kolorit und Ma-nigfaltigkett des Ausdrucks (°). Laufe Christi durch Johannes (Figuren, 12 10" hoch).In der Höhe Gott der Vater und der Geist, diedem Auftritte zusehn. Lepicie beschreibt es sehrschön, besonders die Ehrfurcht der bedienendenEngels). Christus erscheint, nach seinerAuferstehung der Magdalena (IKoli me ran-kere), ganz klein auf Kupfer. Landon, derdavon den Umriß giebt, beurtheilt es kurz, wiefolgt:Nicht starker, aber edler und sanfterAusdruck; kein kräftiger, aber lieblicher undHeller Farbenton, der immer gefällt"^); imHintergründe sitzen zwey Engel noch an der Fel-sengruft. Gott der Vater in der Glorie,ebenfalls klein auf Holz. Er hält die Weltku-gel, und ein Engel erhält mit Ehrfurcht seineBefehle. Unten vier Lugenden: Glauben undStandhaftigkeit; dann Recht und Friede, diesich küssen.Die Darstellung" (sagt Lepicie) ist edel und majestätisch; die Figuren verstän-dig und mit Charakter gezeichnet, und von freyerund anmuthiger Ausführung"^). Eine Ca-ritas, mit drey Kindern; wieder klein auf Ku-pfer. Lepicie nennt es aus Albani's beßterZeit,für Charakter der Zeichnung, Koloritund Geschmack der Drappirung, der Caracci'swürdig". Die Caritas, eine schöne Frau, sitztan der Wiege des einen Kindes, und reicht ihmdie Brust. Zwey andre scheinen sich nach einemGranatapfel zu sehnen, den sie in der Linkenbält(O). Der Triumph der Cybele (Erde ),

welcher die drey Iahrszeiten (Flora, Ceres undBacchus) ihre Gaben reichen (2" 8 " hoch, 3 <1" breit) auf Kupfer C). Latona, mit ihrenKindern (Diana und Apoll ) im Arm, welchendie Bauern einen Trunk verweigern, und dafürin Frösche verwandelt werden; die einen sindes erst zur Hälfte (2' 7" im Durchmesser) («).Zwey Bilder, wo Venus, und noch mehr ihreAmorine, den Adonis von der Jagd zurückhal-ten wollen; das eine klein auf Holz, das andregrößer (/,' i" hoch, ^ 5 " br.) auf Leinwand. Daskleinere besonders rühmt Lepicie sehr für Kom-position, Schönheit der Köpfe und Wahrheitder Lokalfarben <?). Ein Dianenbad, vonAktäon erschreckt, klein auf Holz; und ein größe-res auf Leinwand, wo Aktäon bereits das Ge-weihe trägt; das erste wird, besonders für denAusdruck, von Lepicie sehr gerühmt ('°).Vier Bilder, welche Lepicie ein Gedicht invier Gesängen nennt: Venus läßt sich durchdie Grazien schmücken, um dem Adonis zu ge-fallen, und ihn der Diana zu entziehen. Eben-dieselbe , die den Amorinen befiehlt neue Pfeilefür das Herz des Adonis zu schmieden. Dieerzürnte Diana läßt diese kleinen Schmiede imSchlafe durch ihreNymphenentwaffnen. Schlum-mer der Venus; ein neues Netz für das Herzdes Adonis . Alle viere 6^ hoch, 7" 8" breitmit 2224" hohen Figuren. Man kann sichkeine reichere Galanterie denken, als diesen Cyk-lus, und Lepicie wird im Preise desselbennicht müde ('"). Daphne von Apollo verfolgt,klein auf Kupfers"), und, als Pendant: Sal-macis, die sich in den badenden Hermaphrodit(Sohn des Merkurs und der Venus) verliebt ("H.Letztres besonders, von Lepicie für Feinheitund Grazie der Zeichnung, und Schönheit desKolorits hoch gerühmt. Apollo, der die Heer-den des Admetus weidet. Lepicie hält, es fürFarbe und Ausführung nicht aus des Künstlersbeßter Zeit (2" 8 " hoch, 3 ^ 1" breit auf Ku-pfer C^). Ulysses bey Circe, wie er sich,, we-gen Behandlung seiner Gefährten, an ihr rächenwill; klein auf Kupfer. Lepicie hält es nicht

(>) Brandes nennt eine derley Ruhe in EgYPlen: Schönes Blatt von W. Chateau.

(2) Nach demselben wohl das große schöne Blatt von Poilly, welches winkler nennt, und ein andresvon St. Ganrrel (Copie von diesem letztern im Umrisse bey Landon O. ä'^Ibsae biro. g.) Bran-des nennt noch ein kleines von Fobbonne.

(z) Ein schönes sehr großes und seltenes Blatt, von B. Audran nach diesem Bilde, nennt LVinkler;und zugleich zwey andre von demselben Gegenstände, nach dem Unsrigen, von D- Donavera undG. Ballet. Ein viertes, von P. Landry, nennt Drandes-

(i) Gestochen findet sich dieses Blatt von Duflos, B. Picart, und mit etwas veränderten Umständen,in einem sehr großen Blatte, ein Ungenannter bey Poilly. Bey Landon im Umrisse, XV. Ho. 52.

(5) Wir kennen keinen Stich davon, außer bey Landon im Umrisse X. 12.

(6) Daull« hat es schön gestochen. Frey, den nämlichen Gegenstand, ebenfalls schön, nach einem Bildeim Pallaste Bolognetti.

(7) Wir kennen keinen Stich.

(8) Eben so wenig.

(9) Ph. Simonneau hat es gestochen.

(10) Beyde von I. I. Avril sehr schön; das erste unter der Rubrik: l.es Saigneuseg surprises.

(l>) Gestochen find sie in vier großen, seltenen Blättern von St. Bandet, aber (auch nach wateletsUrtheil) mehr glänzend als schön, da ihm nämlich der Grabstichel dieses Künstlers für Albani'SCharakter nickt geeignet scheint. Brandes nennt ebendieselben von B. Audran, und im Gegen-drücke von einem Ungenannten bey den Gebrüdern Poilly; endlich noch der Venus Toilette beson-ders, wieder von einem Ungenannten, bey P. Landry, und noch von einem Andern, geschabt.

(>2) Wir kennen keinen Stich davon, außer bey Landon, X. 66.

(>z) Landon, VI. 2z, im Umrisse. Derselbe rühmt dies Bild außerordentlich, besonders für dieLandsckaft. Dorigny hat es meisterhaft gestochen.

(>H Wir kennen keinen Stich davon.