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Allegri.
Greisen in weißem Gewände, welchen Einigefür Correggio's eigenes Bildniß halten wollen.Er halt die Palette in der Hand. Zur Seitesieht man sein Bild des H. Hieronymus (n. K.das Verlöbniß der H. Catharina); Lact. Gam-bara soll es in i 566 zuerst entdeckt haben. Al-lein schon längst ist diese Sage vollkommenwiderlegt (?); und glaublich findet sich ein zu-verlaßiges Bildniß von Allegri nirgendwo (§«).
Während Eorreggl» mit jenen beyden großenArbeiten zu Parma beschäftigt war, unternahmer daselbst noch verschiedene andere von gerin-germ Umfange, aber nicht geringerer Vortreff-ltchkeit, worunter vorzüglich die beyden berühm-ten Gemälde, der H. Hieronymus und die Nacht,ausführlicher bemerkt zu werden verdienten.
So viel man weiß, wurde ihm zu dem erstemi. I. 162z von einer parmesanischeu Dame,Donna Brisaide Costa, einer Wittwe des Orazio(a. U. Ottaviano) Colonna der Auftrag gege-ben, welche nachher (1H28) der Kirche St. An-tonio Abbate ein Geschenk damit machte. DerPreis, um den es bedungen wurde, waren —400 Lire. Zwey Jahrhunderte später bot derKönig von Portugal 4"'l>c>o Dukati dafür an,und der damalige Abt des Klosters stand schonauf dem Punkte, den Vertrag zu schließen, alsdie Bürgerschaft von Parma, um einem so großenVerluste vorzubeugen, sich an den JnfantenDon Philipps wandte; dieser befahl (1749) dasBild aus der Kirche St. Antonio wegzunehmen,und dasselbe nach der Domkirche zu bringen.Daselbst blieb es, biö i /56 ein französischerMaler es kopiren und durchzeichnen wollte,dem sich aber die Domherren widersetzten, undihn wegjagten. Dieser wandte sich daher anden Fürsten , der es unter Bedeckung von 24Grenadieren gen Colorno bringen, dann später-hin (17H7) nach der Gründung einer Akademiedort aufstellen ließ, wo es wieder vierzig Jahreruhig blieb, dann aber (1797) als französische Kunstbeute in's Pariser - Museum gebrachtwurde, wo sich von Alters hert?§) eine Skizzedavon befand, die von des Unsrigen eigner
Allegri.
Hand, und in großem Geschmack gemalt seynsoll ( 6 °). Außer der seiner Zeit von dem Königevon Portugal für das Hauptbild angebotenenSumme, sagt man, ein Engländer habe es fürist, 000 , und König Friedrich der Große (1772)für 25,000 Zecchini erstehen wollen. Eben sobehauptet man, daß der Herzog, um es zubehalten, dem französischen Sieger eine MillionLivr. vergebens anbot, und der Verlust des-selben ihn so sehr schmerzte, daß er nie wiederden Saal der Akademie betrat, wo es gehangenhatte. Die darstellendste Beschreibung von derAnordnung dieses Bildes (welches überhauptfür das schönste Stafeleiwerk von Allegri ge-halten , und von vielen selbst der gleich folgen-den berühmten Nacht noch vorgezogen wird)giebt ohne Zweifel Füßli nach seiner löbli-chen schlichten Weise: „Maria sitzt in eineredeln und ruhigen Stellung, und hält das Kindauf ihrem Schooße; an ihrer Seite ein Engel,der ein von dem neben ihm stehenden Kirchen-lehrer Hieronymus empfangenes offenes Buchin der Hand hat, aus welchem er eine Stelledem Kinde zu weisen scheint, das ihn und denKirchenlehrer mit holder Miene anblickt. Aufder andern Seite ist Magdalena in einer gegendas Kind gesenkten Stellung, ergreift seineneinen Fuß, als ob sie ihn küssen wollte, undwendet mit einem brünstigen einschmeichelndenWesen ihr Gesicht gegen dasselbe. Hinter ihrbefindet sich ebenfalls ein Engel, der an einerVase riecht, ohne Zweifel um das Anerbietender Salbe der Magdalena für Christum zu be-zeichnen ( 62 )." „Was die Manier betrifft" (heißtes dann bey Mengs^H, „in welcher diesesGemäld ausgeführt ist, so bemerken wir, daßdas Colorit desselben ein Jmpasto und eineDicke hat, wie man es bey keinem andern be-merkt, zugleich aber eine Klarheit, die bey demGebrauche so vieler Farbe sonst schwer zu er-halten ist. Allein das Schwerste bey einer sosehr impastirten Arbeit macht die Verschiedenheitder Tinten aus, und daß die Farben nicht mitdem Pinsel aufgelegt scheinen, sondern als
(Zg) Wagt es dock nickt einmal die Galerie zu Florenz ein — npokryphisches von ihm auszuweisen —deren sie doch mehrere hat; wohl wissend, daß der große Mann für seinen Pinsel immerhin Ge-nußvolleres fand, als sich selbst zu conterfey'n. Au Genua traf Meng« eines Tags auf einkleines z" hohes» auf Holz gemaltes Bildniß eines schönen Mannes mir blonden Haaren, mitder Aufschrift: vosso Dass! äipiiire gvesro rirrrtto <ii 6s Lorregglo. Er ließ eine Zeichnungdavon machen; wo sie hingekommen, ist unbekannt. Eben so fand einst der Ritter Azara aufdem sogenannten Weinberge der Königin bey Turin unter mehrern Bildnissen eines, das einenMann von mittlerm Alter, mit Bart und blonden Haaren darstellte, und: ^nranio 6»
Oorreggio zur Aufschrift trug, was aber Alles noch wenig beweisen mag. Die Sieneser-Ausgabedes vasart scheint sich etwas darauf einzubilden, gefunden zu haben, was jener selbst, und seinefrühern Herausgeber nicht finden konnten, und giebt uns die Copie eines von A. Belluzzi(st. 1700) ohne Angabe des Urbildes geetzten Bildnisses des Unsrigen. Was dann jenes im Domevon Latt. Gambara aufgefundene betrifft, so hält der P. Affo, und nach ihm auch MorgensternI. 0. 65» dafür, baß solches vielmehr das Bildniß des Gambnrn selber sey, der ja die ganzeinnere Seite der großen Faoade des Doms in Fresco gemalt habe. Dieses nun hat in neuernTagen R- Navenet der Sohn in gr. Fol. gestochen.
( 59 ) Es kann also nicht dasjenige seyn, dessen Meyer (Fragmente aus Paris 8". Hamb. 797) II. - 54 ,als damals in den Händen eines Malers Martin befindlich, gedenkt.
(60) Es ist auf Leinwand gemalt, 17 s?" hoch, 12" br. Ein Graf Tessin soll eS Ludwig XIV. ge-schenkt haben. Jtzt muß das große Hauptbild sich wieder an seiner Stelle in Parma befinden.
(6,) II. 54—56 mit ein Paar Ausätzen.
(62) Füßli , und noch bestimmter Mengs, bemerken bey dieser Gelegenheit: „Man darf die Malerund Dilettanten nicht immer, weder des Mangels an vollzähliger Deutlichkeit der Darstellung,noch des Anstoßes gegen die Zeitrechnung beschuldigen. Denn man kann annehmen, daß derglei-chen Bilder eine Art Geistererscheinung darstellen, auf welcher verschiedene Personen (Heilige) fürdie der, welcher das Bild bestellt, eine besondere Devotion hat — auf eine mystische Art zusam-mentreffen. Daß demnach unser Bild von AlterS her St. Hieronymus hieß, mochte eben auchdaher kommen, daß dieses Kirchenlicht bey der Donatorin in besonderm Ansehen stand; sonst hätteman es eben so füglich St. Mngdakenn, oder, wie so viele ähnliche, Mndonnu mit demRind und — etlichen Heiligen, taufen können.
(6Z) l c- >33-54-