Band 
Zweyter Theil [5].
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A llegri.

Allegri,

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Auch die Kirche der Rocchetiner-Vater (zumH. Grabe) iu Parma besaß vormals, und be-sitzt wahrscheinlich jetzt wieder ein vermuthlichgegen das I. i53n auf Holz gemaltes Altar-blatt ( 6 ' 9 " hoch, /j' I" br.), das zu denzahlreichen Darstellungen des Unsrtgen von derFlucht in Egypten oder Ruhe in diesem Landegehört, und, wenigstens in seinem ursprüngli-chen Zustande, unter seine schönsten und aus-geführtesten Arbeiten zu zahlen war. Müdevon der Reise hat sich die H. Familie im Freyengelagert Engel sind ihre Begleiter, und be-dienen sie. Einer füllt einen Becher mit Was-ser für das Kind; andre biegen die Zweige desPalmbaums herab, um St. Joseph das Pflückender Datteln zu erleichtern, und wunderlieblichist es, wie dieser dem Knabchen die Früchtebiethet. Den besondern Namen, Maria dellaScodella, erhielt dieses Bild von der Schaale,welche die H. Jungfrau in der Hand halt.»Correggio " (sagt Mengs (76)pflegte, so-wohl bey geistlichen als weltlichen Gegenstän-den immer dichtersche Ideen anzubringen; daherbildete er auch hier eine Figur, die kein Engelist, und in die erwähnte Schaale aus einemKruge Wasser gießt. Es scheint, als habe erauf diese Weise die Quelle personifiziren wollen,nach Art, wie es die Alten thaten; allein ermachte um deswillen doch keine Nymphe, odersonst etwas profanes daraus. Auf dem Hin-tergrund erblickt man einen Engel der den Esel(diesen getreuen Gefchrten der frommen Pilger)anbindet, mit so viel Ausdruck und Anmuth,als es vielleicht für diesen Gegenstand übertrie-ben ist. Eine Weile befand, sich dieses Bildals Kunstbeute zu Paris . Früher schon wardes von einem spanischen Malecburschen ganzverdorben, der, nachdem er mit vieler Mühe

die Erlaubniß erhielt, es zu copiren, bey demAbwäschen so barbarisch damit umging, daß erkaum die Farbe auf dem Holze ließ ( 7 ?). Vordieser Verderbniß, welche vor äc>5o Jahrenvorging, war dasselbe, wie Tiraboschi be-richtet (7«), mehrmals auf dem Punkte, ver-kauft zu werden (79).

Florlllo G°), wo er von vier Bildern desUnsrigen spricht, welche aus der Galerie Far-nese in diejenige von Capo di Monte zu Neapel gekommen seyn sollen, nennt, als ausdrücklichmit ihLg datirt, einen St. Joachim in Was-serfarbe.

Schon oben haben wir der beyden Bildergedacht, welche der Herzog Friedrich von Man-tua (i5Zo) dem Kaiser Carl V. geschenkt hatte,deren Entstehung daher höchst wahrscheinlich inetwas frühere Zeit zu setzen ist. Nach Meng«,dem dicsfalls wohl besser als vasari zu trauenist, der solche Leda und Venus rubrizirt, wa-ren es vielmehr Leda und Danae. Diese be-rühmten Gemälde sandte der Kaiser nach Prag ,und sie standen dort bis auf den dreyßigjährigenKrieg, wo Gustav Adolph dieselben als Kunst-beute nach Stockholm dringen ließ. Nach demTode dieses Königs blieben sie in den jüngernJahren der Königin Ehristina ganz unerkannt,bis sie endlich als Decken der Fenster einesReitstalles aufgefunden worden GH. Alsdannwurden sie möglichst wieder hergestellt, und ge-dachte Prinzessin nahm sie mit sich nach Rom ,nachdem sie zuvor von dem Pabste die Erlaubnißerhalten hatte, dieselben nach ihrem Gefallenwieder aus seinen Staaten zurückzuziehn. Nachihrem Tode kamen sie, nebst andern ihrer Kost-barkeiten, in die Hände des Don Livio Odes-calchi, und von dessen Erben, aus dem PallasteBracciano, an den Herzog Regenten von Orleans ,

von L. Surugue dem Sohn, für daS Dresdner -Galeriewerk, von welchem Füßli sagt, daß eSsehr sorgfältig ausgeführt sey, und man sich daraus eine ziemlich deutliche Idee vom Ganzensowohl, als von dem Charakter einzelner Figuren machen könne. Ein viertes soll Boetius ange-fangen, ober nicht vollendet haben, da die Platte beym Bombardement von Dresden zu Grundging, und nur drey geetzte Probblättcr davon übrig blieben, deren eines sich in der Dresdner .Kupfersammlung befinde. Ein fünftes dann von Freidthoff in Großfol. nennt baö Tüb. M. B-i8>2 S. iio8 ein Blattvon Wirkung". Ein sechtes von Sloane, nach Nachtigalls Zeichnung,wird in der Aüg. R. A. (8". -8or) S. - 48>55 demjenigen von Surugue vorgezogen, undnamentlich davon gerühmt:Daß darin Manches von der Schönheit des Urbilds befindlich, aufdie Farbenabstufung und Harmonie viel Rücksicht genommen sey, und der Stecher mit Einsichtverschiedene Manieren zu verbinden gewußt habe" (Preis io fl.). Und endlich hat Seydelmannnach diesem klastischen Gemälde eine Zeichnung in Sepia gefertigt, von welcher es im Tüb. R. D.>8>9 S. zz heißt:In dieser Art kann man wohl schwerlich etwas Trefflicheres sehn; und derLichteffekt dieses, eben dadurch so ausgezeichneten Bildes ist auch hier fast blendend. Nach der-selben sollte es von N. Morghen gestochen werden". WaS aber bisher, unsers Wissens, nichterfolgt ist.

(76) I. 0. izo.

(77) ckochiti (I. 66) fand es schon vor sechszig Jahren schwach gefärbt und incorrekt, ober doch dabeyvoll wundervoller Schönheiten. Auch noch anderwerts (Aüg. R. A. >8oz g«. S- >zz) wirdbemerkt : »Die Lage des Kinds ist weder natürlich noch unmuthig, und dir Füße St. Josephssind unrichtig gezeichnet" (waS denn doch kaum von jenem Malerbursche herrühren kann). »DieWolken sind hart und schwerfällig colorirt; aber die Landschaft ist schön, und daS Ganze" (heißtes auch hier)erweckt Bewunderung".

(78) diorirle äelle killure äel Slsro äi lVloäcas j). 58 . Und namentlich soll der König von Pohlen (wiees in der Aüg. A- K. l. c. heißt) 240,000 Livr. dafür geboten Haben.

(79) Erstochen kennt Heinecke von diesem Bilde fünf Blätter: Das älteste, und wahrscheinlich daSbcßte, von F. Brizio; ein anderes von N. Langlvis; ein drittes, nach Jabach's Zeichnung, vonMass«; ein viertes und fünftes, beyde anonyme, in Fvl. und Quarto . In neuern Tagen (1778)gab solches auch S- Ravenet, Sohn. Dann befindet es sich bey Lands» II. dir-». 28 im Umrisse;und wird dort, im Text, daS besu Kai desselben hoch gepriesen, und sein damaliger schlechterZustand vollkommen verschwiegen. Endlich, ebenfalls ganz klein, in der Marie Loswaze c»Ier>-tlu I.ouvre Lab. II. IXro. 8-

(80) II. 278. Woher er diese Notitz gezogen, wird nicht gesagt.

(8,) Nach einer andern Sage hätten die Schweden Lorreggio's Gemälde aus den Rahmen geschnitten,um ihre Bagagewogen damit zu decken. Tüb. R S. -82- S. 366 .

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