Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
80
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5v Allegri.

gen ("^). DaS sechste und letzte Dresdner ,Bild von Allegn ist ein Bildniß, in halberFigur, auf Holz gemalt (2^ 11" hoch, 2^ 0 " br.)von einem Manne/ der ein Buch in der Handhält. Als dasselbe noch zu Modena war, hieltman es für den Arzt des Correggio Leh-ninger nennt es ganz vortrefflich. ZartesFleisch / und Ausdruck der glücklichsten Gesichts,bildung lassen sich unmöglich mit mehrerer Wahr-heit und Feinheit darstellen. Mengs dann ('^)sagt davon: »Das Colortt und die Impasiirungist gut; allein ich halte dafür / daß es zu einerZeit gemalt wurde/ wo unser Künstler die klei-nern Formen und die Mam'gfaltigkeit der Tin-ten noch nicht so ausstudirt hatte/ wie es nach-her geschah. Ich möchte den Styl desselbenmit demjenigen des Giorgione vergleichen/ nurdaß es viel blässer/ und nicht völlig so trefflichcolorict/ hingegen eben so impastirt/ und etwasglätter bearbeitet ist Noch will Meng«auf der Dresdner -Galerie eine H. Jungfraumit dem eingeschlafenen Kind auf den Armenkennen / welches N- Edelink für einen Lorreggiogehalten und für einen solchen gestochen habe/das aber von Sebastian Ricci seyn soll/ deres für einen AUegri verkaufen wollte/ undihm deswegen einen alten Anstrich gab. Al-lein schon das gestochene Blatt entdeckte denBetrug; denn anstatt der Grazie finde man nichtsals Ziererey und falsches Helldunkel darinHauptsächlich aber nennt und beschreibt unsMßli (" 9 ), a,s in Sachsen , wahrscheinlichaber nicht in der Galerie, sondern etwa in einerPrivatsammlung des Königes befindlich C^°),ein Lorreggio zugeschriebenes berühmtes Bild,das sich ehemals in der Sammlung des Kar-dinals Alex. Albani zu Rom befunden habe, derdann dem Könige August von Polen damit einGeschenk machte. Dasselbe ist nämlich einesvon denjenigen, welche, (unter dem NamenMaria Egyptiaca, oder auch Zingara) die H.Mutter auf ihrer Flucht nach Egypten vor-stellen. » Sie fitzt neben einem Palmbaum; überihr schwebt ein Engel, der einen Zweig vomBaume pflückt. Das Kind, auf dem Schooße

Allegri.

der Mutter, liegt mit dem Gesicht an ihrer be-deckten Brust in tiefem Schlafe. Maria senktdas Haupt und den Oberleib abwerts gegendem Kinde, wodurch dasselbe zur Hälfte in einHelldunkel gesetzt wird, welches ungemein an-genehm auf das Auge wirkt; sie hat einen son-derbaren Kopfputz, jenem ähnlich, welchen dieherumwandernden Zigeunerinnen zu tragen pfle-gen , der aus einem um das Haupt in verschie-denen Kreisen gewundenen Tuche besteht, undin diesem Bilde mit vielem Geschmack angebrachtist. In tiefen Gedanken scheint sie selbst zuschlummern, und ihre ganze Stellung laßt be-merken,^ daß die Müdigkeit von der Reise sieübergwältigt habe. Hinter ihr ist ein Haase,welcher sich ohne Scheu an Kräutern zu sätti-gen sucht, wodurch wahrscheinlich wird, daßdie müde Flüchtige schon eine geraume Zeit daausgeruht, und bisher an dieser Stelle einegroße Stille geherrscht habe. Man kann sichkeine anmuthigere und mehr zur Ruhe einladendeGegend denken, als die ist, in der sich dieseschöne Gruppe befindet, die, mit einer bewun-dernswürdigen Conkrastirung aller Theile beyderFiguren, in großem Geschmacke gezeichnet unddrappirt ist. Die Gesichter der Mutter unddes Kindes haben zwar keine Jdealschönheit,aber dafür eine Naivetät und holde Anmuth,die jeden Kenner schadlos halten wird. Endlichwirkt die glückliche Anwendung und Behand-lung des Helldunkels eine sanfte und gefälligeVerbindung des Ganzen, und macht diesesBild zu einem der reizendsten unsers großenMeisters". Mengs ('^') macht zwar die Ori-ginalität desselben zweifelhaft, weil sich dienämliche Vorstellung zu Capo di Monte inNeapel befinde, die ein unstreitiges Original,aber verdorben sey, und aus der Galerie vonParma herstamme. »Hieraus" (bemerkt Füßli )»folge aber noch nicht, daß das andere eineCopie sey, weil der Künstler die nämliche Dar-stellung wiederholt haben kann". Wohl aber(setzen wir hinzu) folgt aus all' Obigem die —Hauptsache, daß nämlich das Dresdner -Bilddas weit schätzbarere sey ('^).

(>24) Gestochen ist dieses Bild für das Dresdner -Galeriewerk fast in der Größe des Originals, und,wie Füßli bemerkt, „mit so viel Kunstgefühl, daß man sich einen deutlichen Begriff von denwesentlichen Schönhenen desselben daraus machen kann", von I. Daulle. Dann nennt Heineckenoch eine Copie von F. Basan, und eine kleine schlechte von einem sogenannten Dilettant«,Contius. Endlich ebenfalls Heinecke ein Blatt von I. G- Prestel, nach einer Zeichnung auSdem Cabinet praun zu Wien , rubrizirt: Dessin än xour la MaäelLine äe Dreslle; aber

mit der Bemerkung: „Schlecht gezeichnet, und hat mit jenem göttlichen Bilde nichts gemein".Eine Stelle im Tüb. Runstbl- ig-o S- 6r Note * will wissen: Daß dies berühmte Bild des«korreggio auch von Strange und Bause, noch späterhin aber weit vorzüglicher von Jos. Longhi seygestochen worden. Letztres ist uns unbekannt; die Angaben aber von dergleichen Blättern von Strangeund Bause sind irrig. Wohl hat ersterer zwey Magdalenen nach Guido, Bause aber eine solchenach Dattoni's Copie der Corrcggischcn Heiligen gestochen. Diese Copie, so wie noch eine anderevon Mengs, befinden sich nämlich ebenfalls in der Dresdner-Galerie.

(>».5) Ein solcher, Franz Grtlanzoni, war Antonio'» vertrauter Freund, für den er auch das Ver-löbnis der H. Catharina gemalt, das sich, wie wir oben vernommen, einst in der Galerie deSGrafen von Erühl befand, und seither nach St. Petersburg gekommen ist.

(ir6) I. c. iZ8.

(i-7) P. Lanj« hat es gestochen.

(>28) In den Catalogen der Dresdner -Galerie wird indessen solches weder unter Lorreggio'« nochunter Ricci'» Namen aufgeführt. Das Blatt hingegen nennt Heinecke, nebst einer Copie des-selben von C- Orsolini; und der Catolog von Lvinkler ebenfalls ein Blatt von N. Edelink, wodas eingeschlafen« Kind den Finger im Munde hält, doch offenbar mit dem obigen das nämliche.

(-- 9 ) U c- 52-65.

(lZo) Wenigstens thut kein Dresdner -Galerie-Catalog desselben Erwähnung.

(,z,) 1. 0. .49.

(, 3 r) Mit vielem Kunstgefühl ist dieses Bild in Schwarzkunst geschoben von Valentin Preisler.

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