einen stehenden Fähndrich (') in einer Land-schaft, und einen jungen Mann darstellen,welcher, ebenfalls im Grünen, einer jungenrau den Arm um den Hals schlingt; seinferd steht von Ferne, an einen Baum ge-bunden. Fast alle diese Blätter sind, jeneGeschichte vom Fall u. s. f. ausgenommen,von größerm Format, als die gestochenen.Eines derselben, in vierfarbigtem Helldunkel,von Barrsch rubricirl: „Die schöne Jung-frau von Regensburg ", nach einem Bilde,das sich vormals in dortiger Hauptkirchebefand, mit der dreymal wiederholten Un-terschrift : Ganntz schön bist» mein Freund-ren, und ein Makel ist nir in dir,hält i2" lss" in die Höhe, und 9" in dieBreite.
Warum der H. von Männlich einen (unge-nannten) Holzschnitt von unserm Künstler, denEr besitze, eine Seltenheit heißt, ist uns unver-ständlich.
Heinecke (Dlotionn.) bemerkt Mannigfaltigesüber die Monogrammate unsers Künstlers, undnamentlich, daß eines derselben von Christ irrigauch Aldegrevern zugeschrieben werde.
Noch theilt uns einer unsrer Freunde überAlrorfern folgendes mit:
Eine Stelle des Lex. über ihn ist, wie folgt,zu bessern: „Man findet nach Äirorfer eineFolge sehr kleiner Holzschnitte aus dem LebenChristi, die«. l. 1604 in einem Buche abgedruckt,aber unrichtig dem Albr.^Dürer beygelegt wur-den; dieses Buch ist betMlt:
Icones saorse. Rune primum e tenedrisin luecm ecliiae. 4 "- (Das Exemplar, ge-mäß welchem ich das Lex. berichtige, besitzt dieGöttinger Bibliothek). Barrsch spricht davonVIII. 70. — Gürle's Runst in Bupfer zustechen. Nürnberg und Alrdvrf 1790. 8". S -52nennt ihn kurzweg einen Formschneider von 1498,der ,5 Blätter aus der Offenbahrung Johannisgeschnitten habe, welche >4g8 zum ersten- und> 5 n zum andernmale erschienen wären. DieseAngaben sind gänzlich falsch, und jene Blattergehören nicht ihm, sondern dem Alb Dürerzu. In der königl. Sammlung zu Berlin (puhlmann Beschreib, derselben 1790S. 67) steht man eines seiner Gemälde aufHolz ( V 5 " hoch, V br.); es stellt einen Car-dinal in einem rothsammtnen Pelze dar, undalle Knöpfe der Kleidung sind mir des MalersNamen (eher wohl Monogramme?) bezeichnet.Man merkt diesem Bildnisse, wie puhlmannsagt, die Aehnlichkeit an; auch ist es fleißiggemalt, wahr kolorirt und überhaupt in derManier Dürers behandelt. — Ein mit seinemMonogramme versehenes, schön auf Holz ge-maltes Altarblatt mit der Kreuzigung Christi,wird an dem Nebenaltare der Mittagsseite inder Gottesacker-Kirche St. Johannis in Nürn-berg getroffen- Dorischer Christen FreydhöfeGedächtniß. Nürnberg 1682. 4°- S- 799 - —In der ehemaligen Ambras'er-Sammlung zu Wien befindet sich etneMaria von dem Unsrtgen. Priinis-ser. — Eine vollständige Sammt, seiner abgedruck-ten Blätter, so wie auch Handzeichnungen von ihm,soll die Rathsbibliothek zu Regensburg in einemVolumen aufbewahren, was betitelt ist: „Al-brecht Altdärfers eigenhändige Kunstriß, Holz-schniede und Kupferstücke, gesammelt, und Ei-nem Edlen Rath überreicht durch Georg peuchel.
Im Jahr Christi i 657 ". Fol. — Das hand-schriftliche Verzeichniß der Sammlung PaulBehainr's jun von 1618, rubricirt von demMeister der sich mit L. und auch mit 6. I. undL. H. angiebt (Barrsch IX. 532 ) »5 Kupferin 8". das Leben der Mariä darstellend, nachA. Altorfer. Barrsch zeigt weder die Origi-nale (in sofern solche übrigens aus Kupferstichenoder Holzschnitten bestehen) unter dem WerkeAlrorfers, noch die Copieen unter dem desMeisters ll. rc- an."
Brullior giebt an ein Duzend verschiedenerMonogramme Alrorfers an, und nennt eineMenge Blätter, welche Barrsch theils nichtgekannt, theils (nach seiner Behauptung irrig)Andern zugeschrieben habe. Dieselben befindensich, nebst so viel Andcrin von dem Unsrigen,auf der Bibliothek zu München in einem Con-volut, welches zum, Titel führt: „AlbrechtAlrorfers, hochberühmten Malers, Bürgersund des innern Raths der freyen kaiserlichenReichsstadt Regensburg eigenhändige u. s. f.wie oben; nur daß Brullior das Datum voni 65 r angiebt.
sii>4 Alrzenbach, s. Alzenbach imSuppl. und unten.
Alu (Nikolaus), hat zu: I 7 Dsoroiric» aca-
ileniioo cli pica In
Parma 1688 quer 4°. nicht allein das allego-rische Titclkupfer nach Ferdin. Bibtena, sondernauch die zum Texte gehörigen Blätter nach P.Bernouil gestochen.
Alvareda (Raphael de), ein spanischerMaler aus der ersten Hälfte des XVll. Jahrh,der uns indessen einzig aus dem Rechtshandelbekannt ist, den er nebst andern Künstlern (1(126)gegen den Einnehmer der Alcabala gewann, dervon einem an einen Fremden verkauften Bildeden Zoll gefordert hatte.
sli.^ Alvares oder Alvarez ( ), der
neue spanische Bildhauer, lebte noch in Rom 1822 (2). Seine im Supplement erwähnteGruppe des Ganymed mit Jupiter kam später-hin in Besitz der Akademie Sän Fernando zuMadrid . Rehfue's Spanien I. l 54 glaubteschon r8iZ, daß dieser junge Künstler dereinstdie Ehre seines Vaterlands in Rücksicht aufSculptur würde retten können. Auf ähnlicheWeise gedenkt seiner Fiorillo IV. 435. Und einkenntnißreicher Augenzeuge bemerkt uns, daßdas Grupp eines jungen Spaniers der dasLeben seines Vaters im Treffen durch Aufopfe-rung des seinigen rettet, mit dessen Vollendungin Marmor er noch 1822 beschäftigt war, nichtszu wünschen übrig lasse. Da sein Ganymed sichschon von i 8 v 4 datirt, so muß er nun wohlüber Vierzige zählen.
Alvarez (Franz und Juan), zwey spanischeKünstler des XVl. Jahrh, in Gold- und Sil-verarbeiten. Ein Meisterstück des erstem ist dieCustodia in der Kirche St. Maria zu Madrid ,welche Ponz im V. Lhl.,seiner VisM beschreibt.Von Juan wird gerühmt, daß derselbe dieArchitektur der Alten bey seinen Arbeiten zumMuster genommen habe. FioriHo IV. i 56 .
(>) Iwey solche finden sich auch unter den Stichen, aber ebenfalls von kleinerm Maße, wenn schonoben eines: Der große Fähndrich (in Vergleichung mit einem noch kleinern) heißt-
l») Im Tüb. Runstbl. - 8 »> S- 90 wird von ihm. nach I. A. Lorente, gesprochen, als ob er,nebst drey andern spanischen Bildhauern, erst kürzlich nach Rom gereist sey, um sich in seinerKunst zu vervollkommnen.