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Zweyter Theil [5].
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A m b e r g e r.

als eincS in der Malerey und Sculptur vielleistenden Künstlers.

II. III Amberger (Christoph), geb- ;uNürnberg um 1490, gest. zu Augsburg »in i55o(s. d. I§63). In deutschen Galerien befindensich von ihm, in der kaiserl. zu Wien 7 Bild-nisse, darunter Herzog Ludwig von Bayern (tü-jo),eines Ordensmanns mit einem Todtenkopf, undder Sanduhr in der Hand (»53i), zweyer vor-nehmer Damen, eines Jünglings, u. s. f.Alle auf Holz gemalt, theils ganz klein, theilslebensgroß, und, wie aus ihrer Beschreibungbey von Mechel erhellet, costumgetreu. Dannvon Geschichtlichem: Herodias empfangt dasHaupt des Täufers in einer zierlichen silbernenSchaale; der Scharfrichter legt das Schwerdtauf den — Tisch; halblebensgroße Figuren aufHolz (2^ hoch, ic>" br.). — Auch die Ga-lerie Lichrenstein hat von ihm zwey kleine Bild-nisse des Königes Philipp von Spanien, undseiner Gemahlin. — München : Gott der Vater,mit der dreyfachen Krone, hält den an's Kreuzgehefteten Heiland; und alsNcbenbilb: Madonnamit dem Kinde. Ganze Figuren (2^ 9" 6'"hoch, 2" l?" br.); ferner: St. Georg, vordem ein Mann in schwarzer Kleidung knieer,kleine Figuren M 4 " doch, n" 7"^ br.). Alledrey auf Holz. — Schleisbeim eine Kreuz-tragung und eine Abnahme von Kreuz, das erstezumal ganz klein; etwas größer: Die Engelmit dem Kinde; vier Engel spielen auf verschied-nen Instrumenten, wieder alle auf Holz, undwahrscheinlich von weniger Bedeutung z'). DasBrustbild einer jungen reich gekleideten Dame,ebenfalls in Schleisheim (Männlich dlro.1591), mit dem Monogramm eines verschlun-genen und 6. und der Jahrszahl 1277 wirdebenfalls dem Unsrigen, aber irrig zugeschrieben,da er bereits i 55 o verstorben war.

Endlich das Kabinet des H. Hof- und Land-gerichts-Advokaten Schmidt zu Viel — nunganz Anderley: Ein Alter liebkost ein jungesMädchen, das dafür in seinen Geldsack greift.»Gut gemalt, voll Ausdrucks, und schön kolo«rirt", sagt der Katalog dieses Kabinets. BeyFiorillo (D. II. 388 ) heißt es: „In Deutsch-land und der Schweiz befinden sich Bilder vonihm, welche für Arbeiten von Holbein ausge-geben werden". In iJopirschen's Fortsetzungvon will'« Nürnb. Gelehrtenlex. findet manfalsche Nachrichten über diesen Künstler; wasaber daher rührt, weil N. den Jost Amannmit ihm verwechselt.

— — (Johann), vielleicht ein Sohn desff. Michael, erscheint als Kunstmaler zu Wit-tenberg in Sachsen , wo er 1666 heirathete und1697 starb.

— — (Michael), ein Kunstmaler von undzu Wittenberg in Sachsen . Er heirathete dort1627, wurde 16Z8 Raths-Assessor und Bauherr,und st. 1662 in seiner Geburtsstadk. Michael sTochter heirathete dort i 653 den GoldschmiedJohann Eckard. Auf der königl. Bibliothekzu Dresden sieht man ein Exemplar von: (losn.

Dranoinetris, in welchem die Kupfer-

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tafeln von seiner (?) Hand (flüchtig genug)kolorirt worden sind. ^0,

II. IlJ Ambling oder Amling (CarlGustav von). Nach Liporvsky H. 211 starber 1702 (s. k. 1704) und arbeitete noch im letztenJahre seines Lebens. Die reichste Literatur sei-ner Blätter findet sich inHeinecke's Dictionnair.Förderst 27 Bildnisse, nach B- Champagne,Delamonce, I. Drentwet, F. I. Geiger, Lh.Macvlini, I. A. Wolf (mehrere), die übrigennach seinen eignen Gemälden oder Zeichnung.Zu den beßten zählt man diejenigen der Chur-fürsten Max. Emanuel und Ferdinand Maria ,nach (dem Lonkünstler!) Macolino des Abtsvon St. Ulrich zu Augsburg , Rommain Liberrret's, des Franziscanen-Generals P. M- Sor-mann, des M. Schmid (Lc>n8uli8 6eäsneu-818 und des Nürnberger-Dezemvirs Carl Welrsers, alle diese ohne andern Namen, als denscinigen. — Dann 19 geistliche Gegenstände,wieder nach Delamonce, Drentwet, Geiger undWolf; darunter ein sehr großes Blatt (wasdamals hauptsächlich die Kunst der deutschen Gravur ausmachte): Maria, das Kind Jesushaltend, mit den Bildnissen des Herzog JosephClemens und der Herzogin Violanra Beatrix vonBayern . — Von weltlicher Geschichte: Die Ge-schichte der Kaiser Otto, Ludwigs von Bayern,und Otto's von Wittelsbach, nach den, nach Ge-mälden des P. Candido, im Münchner -Schlosseausgeführten Tapeten, -3 Bl.; die vier Jabrs-zeiten, nebst Tag und Nacht, 6 Bl. nach ähn-lichen Tapeten, nach demselben Meister, undwieder eben so die drey Monathe Scpt., Oct.und December M. Für die Akademie von Sand-rart hat der Unsrige gestochen: Merkur miteinem Amorin, die Statue des Ringers unddas Grupp der Kaiser Marc Aurel und L. Verus .Endlich nennen Hemecke und Rost von ihm:Den Triumphbogen des Churfürsten Max. Ema-nuel mit Sinnbildern (iu Bl.) und einige Un-geheuer von Thesen. In I. C. Schumann'»Sion- und Heliconischen Schriften 1688Nürnb. 8". 2 Theile, stößt man I. 679 und H.293, auf zwey ihm zu Ehren verfaßte Gedichte.Doch befand sich Schumann im Irrthume,wenn er I. 579 die hochtönende Phrase erschal-len läßt: „Sieben Städte hätten sich um dieEhre gestritten, des Poeten Mantuani Vater-land genannt zu werden. Doch der edeln StadtMünchen würde nie jemand den Ruhm raubenkönnen, daß sie des theuern Ambiings Vater,stadt gewesen sey". — Mit seinem sä viv. siel.ist ein Bildniß des Raim. Eggers (äen. 1899)bezeichnet, welches E. C. Heiß zu Augsburg inkl. Fol> schabte.

fl. II/! Ambragk'o (Dominicus) von Bo-logna . Lebte Noch 1678. LanZi (Lci. lerr.)V- 1-48 und 162 nennt ihn einen großen Zeich-ner (obwohl derselbe freylich seinen Lehrmeister,Franz Brizio, nicht erreichte) der, theils allein,theils in Gesellschaft mit Dentone und Colonnahäufig Landschaft und Zierrathen in Fresko,dann aber auch Kabinetsstücke gefertigt habe;so z. B- den Einzug eines Pabstes zu Bologna ,

(>) Der Hr. von Männlich urtheilt von dem Unsrigen: „Er vollendete Alles mit unermüdlichemFleiße. Seine Köpfe haben öfters Charakter, Ausdruck und Adel. Seine Färbung ist wahr, ob-gleich trocken und ohne Harmonie; die Zeichnung mager und schneidend.

(->) Drey andre solcher Monathe, Mai, Jul. und Aug. hat I. A. Aimmermann gestochen. (Was habendie übrigen verschuldet?) Die Platten von diesen Blättern (es sollen im Ganzen 27 seyn) sindnicht in den Handel gekommen, sondern der Kurfürst von Bayern hat sie in seinem Schatze aufbe-wahrt, und macht ausgezeichneten Personen Geschenke davon. Daher bemerki auch Fiorillo(D. II. 5-4) „Seine Stiche retteten die jetzt übertünchten Gemälde des Peter de Witte in derGalerie des Hofgartens zu München vor gänzlicher Vergessenheit."