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Apollodoro.
sl .^1 Apollodoro (Franz), genannt por-cia. Nach Lanzi (L6. terr.) III. 226 war der-selbe aus dem Friaul gebürtig, und lebte nochzu Padua 1606.
sl.^I Apollodorus, der Baumeister vonDamascus. Um den trojanischen Platz zu grün-den, mußte ein 14^ hoher Hügel abgetragenwerden. Die Brücke über die Donau zu Aeve-rino in Nieder-Ungarn wurde an einer Stellegebaut, wo der Strom am engsten, aber ebendarum auch am reißendsten und tiefsten, und essomit um so viel schwieriger war, die Pfeilerdarin aufzurichten, deren jeder 6 c/ breit, ibo^hoch, und einer von dem andern 16c/ entfernt,die ganze Brücke aber 8 no Klafter lang sollgewesen seyn. Europa bat früher und späternie kein größeres Werk dieser Gattung gekannt;auch besagte dessen Jnnschrift sehr schön: guillnon clomet tzl'rajanus)? zub juAum ecoeIrsliitur ct Danudicis. Zu den fast unzähligenArbeiten dieses Künstlers in Rom zählte manauch einen Musik- und einen Büchersaal, dieulpianische Basilika, die trojanischen Bäder, nachEinigen auch den Cirkus maximus. Nicht Tro-jan, sondern Hadrian war es, bey dem er inUngnade fiel, und der ihn umbringen ließ, weilder Unsrige, freylich kein Höfling, dem Impe-rator, der ein Kunstkenner seyn wollte, bemerkte,daß, wenn die Statuen in dem, nach seinerAngabe erbauten Tempel der Venus aufstehensolltenso würde die allzuniedrige Decke sie— erdrücken. I. d/,—87.
Apollodorus , lebte bald nach Aspa-sius, dem er aber bey Weitem nicht gleich kam.Er ist der einzige unter den alten Steinschnei-dern, der seinem Namen das x,S->7Xv<p->r (sl.lial». XtHo^X-i»!^»,) beysetzte.
si.^ Ap 0 11 0 nldes. plinius (XXXVII. I)nennt ihn und Eronius unter den alten Stein-schneidern, nach Pyrgoteles, die berühmtesten.Ein von ihm im Lex. angezogener Stein ist eineliegende Kuh (nicht Ochse). Die Diana Mon-tana, mit der Fackel in der Hand, von welcherdort die Rede ist, wird jetzt überall nicht ihm,sondern einem Apollonius zugeschrieben. Eot-nrus war ein Nachahmer von ihm.
si.^ Apollonius, Nestors Sohn ausAthen , der Künstler des berühmten Torso.Derselbe ist, (merkwürdig genug) bey den Ge-schichtschreibern unbekannt; indessen befindet sichsein Name, wie obsteht, an dem Felsenstückeingegraben, auf welchem Herkules ruht. Theilsaus dem Style des'Werks, theils aus einerSpur an gedachter Jnnschrift, glaubt Winkel-mann die Blüthezeit dieses großen Künstlersungefehr um die i 45 - Olympias setzen zu müßen,und beschreibt mit Begeisterung den erwähntenTorso, wie folgt: »Der Künstler desselben hatdarin ein hohes Ideal eines erhabenen Körpers,und eine Natur männlich vollkommener Jahregebildet, und bis auf den Grad göttlicher Genüg-samkeit erhöht, wo dieser Herkules erscheint,wie er sich auf dem Berge Oeta von den Schla-cken der Menschheit mit Feuer gereinigt, undden Sitz unter den Göttern erlangt hat; denn
(i) IVinkelnianns Werke VI. (1.) 167—6g.
(-) l. 0. ,71.
(z) l- e- -6g.
(4) Llur. I-Io-LIemeor. II. ,8 e- »g- und VII. 97.
(5) l. e. VI. (2.) 255—56.
Apollonius.
er ist ohne Bedürfniß menschlicher Nahrung,und ohne fernern Gebrauch körperlicher Kräftedargestellt; es sind keine Adern sichtbar, undder Unterleib ist völlig, ohne erfüllt zu seyn.Er hatte, ,wie die Stellung des übrigen Restesurtheilen läßt, den linken Arm über das Hauptgelegt, um ihn in der Ruhe nach allen seinenArbeiten zu bilden. In dieser Stellung, mitaufwerts gerichtetem Haupte scheint sein Gesichtmit froher Ueberdenkung vollbrachter großer Ar-beiten beschäftigt zu seyn, was selbst der gleich-sam durch hohe Betrachtung gekrümmte Rückenandeuten will. Die mächtig erhobene Brust istdiejenige, auf welcher der Riese Antheus er-drückt worden, und in der Länge und Stärkeder Schenkel finden wir den unermüdeten Hel-den, welcher den Hirsch mit ehernen Füßen ver-folgt und erreichte, und durch unzählige Länderbis an die Grenzen der Erde gezogen ist. Inden Umrissen dieses Körpers bewundere derKünstler die immerwährende Ausfließung einerForm in die andere, und die schwebenden Züge,die, gleich Wellen, sich heben und senken, undin einander verschlungen werden; und er wirdfinden, daß sich niemand, im Nachzeichnen, derRichtigkeit versichern kann, indem der Schwung,dessen Richtung man nachzugehen glaubt, sichunvermerkt ablenkt, und durch einen andernGang, den er nimmt, Aug' und Hand irre macht.Die Gebeine scheinen mit einer seitlichen Hautüberzogen; die Muskeln sind feist ohne Ueber-fluß, und eine so abgewogene Fleischigkeit findetsich in keinem andern Bilde; ja man könntesagen, daß solches einer höhern Zeit der Kunstnoch näher komme, als selbst der Apollo (O."Auch von Ramdohr bemerkt, neben Anderm:»Wenn man, bey zugeschlossenen Augen, lang-sam mit der Hand über den Rücken und dieSchenkel dieses Torso fährt, so wird man wah-res Fleisch zu finden glauben." Von unsermApollonius fand sich, nach Winkelmann (^)noch am Ende XVIII. Jahrh, in dem HauseMassimi zu Rom , ein anderer Sturz des Her-kules (den freylich Andere für einen Aescula-pius hielten), von dem man nicht weiß, wohiner seither gekommen ist. Daß jener eine Zeitlang zu Paris sich aufenthielt, dann aber wie-der an seine Stelle zurückkehrte, ist bekannt.In der Sammlung von Zeichnungen des Kardi-nals Alex. Albani befanden sich einst Studiender größten Künstler nach demselben; allein die-selben waren alle, gegen das Urbild, wie einschwach zurückgeworfenes Licht«?). Wie vielmehr dies der Fall von einigen darnach gefer-tigten Stichen sey, kann man sich denken. Ei-nige neue von Visconti G) aufgestellte Hypo-thesen, theils über die Deutung des Torso,theils über den Künstler desselben, sollen, nachder Meinung der Redaktoren der neuen Aus-gabe von Winkelmanns Werken«?), von ge-ringer Erheblichkeit seyn.
si. ii.H Apollonius, ein griechischerKünstler, welcher im Lex. am Schluß des Art.Apollonius und Tauriscus, Gebrüder, er-scheint, Lehrer von Andrea Tafi. Von ihrerund Andrer gemeinschaftlichen musivischen Ar-beit in St. Giovanni zu Florenz heißt es beyvasari: „Dieselbe war ohne Kunst und ohne