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A ri d r a ».
2lved.
sl. Il.^j Audran (Geratd). ^iorillo III.255 zählt ihn zu denjenigen Künstlern seiner Zeit,welche ausgezeichnetes Talent zur Malere» hat-ten, aber durch des eitelen le Brun's Rath,der zu einer gewissen Zeit so gut als Befehlwar, gleichsam gezwungen wurden, den Pinjelmit dem Grabstichel zu vertauschen, nm nämlichseine Werke zu stechen. Zouberr zählt zu seinenvorzüglichsten Blättern besonders dreye nachPoussin : Christus im Jordan getauft (in 2 Bl.);die Zeit, welche dieMahrheit wegrafft (ein Blatt,das, in ersten Drücken«/), bey Versteigerungenbis auf — 55 ? Frkn. erstanden wurde), und:Pyrrhus, der vor den Mördern seines Vatersgerettet wird, wieder in zwey Blattern, das,bey ähnlichen Gelegenheiten mit 42 Frkn. fastzu wenig galt (^). Noch nennt Heller, nachPoussm, von dem Unsrigen die Ehebrecherin,welches vor der Schrift, auf der VersteigerungDurand nun gar für ?5o (?) Frkn. verkauft wor-den sey. Dann wurden die 8 Nummern derSchlachten des Alexanders und Consiantin,nebst Allem, was dahin einschlägt, nach leDrun (wovon alle wieder 2, 3—4 Bl. in sichfassen) zu sammen von 5oo bis auf — 918 Frkn.bezahlt. Das Gezelt von Darius war darineinbegriff en. Von Blättern nach italienischenMeistern nennen Füßli und Jouberr:
Nach s). Bererrini: St. Paul zu Athen , unddie Gabe der Sprachen; zwey Frisenauf dem nämlichen Blatte.
» H. Carracci : Ulyß, der den Achill unterden Weibern entdeckt. Geschmackvollund meisterhaft.
Der Tod von St. Francisc.
» I. Lanfranco: St. Peter auf den Wellen.Mit Geist und Leichtigkeit, doch nichtmit so viel Ausdruck, als dasselbe vonDorigny .
» G- Reni: St. Andreas zur Richtstättegeführt. Meisterhaft.
Die Marter von St. Peter (irrig mitZampteri bezeichnet, und bloß nach einerfranzösischen Kopie des Urbildes).
Die büßende Magdalena.
» A Gacchi: Judith, die dem Holofernesden Kopf abhaut.
Die Erziehung Jupiters bey den Cory-banten.
» Sanzio: St. Paul und St. Barabas zuLystra.
Ananias, vom Schlage getroffen, undden brennenden Busch.
» T. vecelki: Ganymed, von JupitersAdler entführt. Aus einem Plafondzu Venedig . Meisterhaft.
„ D> Zampteri: Aeneas , der seinen Vateraus dem Brande bey Troja rettet.Vorzüglich gut.
Die Marter von St. Agnese. Sehrschön.
St. Hieronymus , der in der Einsamkeitdurch Buße die Anfechtungen des Sa-tans zerstört.
Christus am Oelberge. Meisterhaft.
Die Madonna des Rosenkranzes, nachdem Altarblatt in St.Johann zuBologna.David, der vor der zurückgebrachtenBundeslade hergeht.
Esther, von Ahasverus erhoben.
» in Ohnmacht.
Judith, mit dem Haupte des Holofernes.
(>) Wo die — Wahrheit noch keine Drapperie aus
(2) Folgendes zu einer Warnungstafel! Doch fasthängt bey mir, von uralten Jetten her, ohne <
Füstli (Annas H. ioZ) bemerkt über denUnsrigen: Ein ächter Kenner werde finden, daßseine Behandlungsart in großen historischenDarstellungen die vorzüglichste unter Allen sey,um die wahre Charakteristik eines Gemäldes mitder erforderlichen Energie zu überliefern, unddaß dieser große Künstler den Mittelweg zwischendem zu viel und zu wenig Gestochenen, zu vielund zu wenig Gezierten (^) zu halten gewußthabe. Und 1 . c. 112—115 sagt Ebenderselbe:»Ich glaube nicht, daß Gerhard Audran,den ich, ungeachtet der Zierlichkeiten der neuernKupferstiche, als den ersten Kupferstecher fürgroße historische Gegenstände halte, an irgendeinem seiner größten Blätter viel länger als einJahr gearbeitet haben mag, welches aus dergroßen Anzahl seiner vortrefflichen Werke, unterdenen sich sehr viele von außerordentlicher Größe,und einer ganz »„gemeinen Menge von Figurenbefinden, sehr wahrscheinlich wird. -Wäre diesergroße Mann, der nur 63 Jahre lebte, so lang-sam wie unsere jetzigen glänzenden Kupferstecherzu Werke gegangen, so wurden wir kaum einDrittheil von seinen vortrefflichen Arbeiten erhal-ten haben-" »Man erstaunt bey der Betrach-tung der großen Schlachten Alexanders, dannder Schlacht und des Triumphes Constantinsnach le Brun, so wohl über die große Mengeder Gruppen und Figuren, als über die durch-aus darin herrschende Bestimmtheit, Genauigkeitin der Zeichnung, und im charakteristischen Aus-drucke; und dennoch machen diese sechs außer-ordentlich großen Blätter kaum den achten Theilseiner großen Werke aus, ohne der Menge inkleinem Formate zu gedenken."
sl. 11.^ Audran (Johann). Auch Zau-bert nennt seinen Sabinerinnen-Raub nach Pous-sin (vor der Adresse der Gobelins) als sein Haupt-blatt. Füßli I. 260 Galathea auf dem Meere,nach Maratti meisterhaft; II. 286 eine Verkün-digung Mariä nach Albani sorgfältig; dannIII. ii 5 , 120 und 121 Heinrich IV. überlegtseine künftige Heirath, dessen Abreise zum deut-schen Kriege, und die Krönung der Konigin,alle drey aus der Galerie Luxenburg, nach Ru bens . Caspar Füßli S. scheint ihn sehrnahe an Gerard zu setzen, und sagt neben An-dern! von ihm: »Die Vereinigung der Nadelmit dem Grabstichel hat er auf eine herrlicheArt in seinen Blättern angebracht."
sl.^ Audray, s. Andray im Lex. undoben.
slJ Audyn des Lex. ist nichts als einverdorbener Name von wilh. Doudxns.
sl. II.^ Aved (Jakob Andreas Joseph).Seine vornehmsten Bildnisse sind: Diejenigendes Dichters Rousseau ; Crebillon's , des Mar-quis von Mirabeau, des Abbe Caperonnier,des Marschalls Clermont-Tonnerre , des Her-zogs von Chevreuse , des Marschalls de Mail-lebois, des Prinz Statthalters u. s. f. von wel-chen die meisten gestochen sind. Auf dasjenigevon de Troy dem Sohne hin wurde er in dieAkademie aufgenommen. Ueber den Wertb sei-ner Kunst urtheilt Gault de Samt-Germain(S. 288) namhaft vom Lex. verschieden, undgesteht ihm zwar einen männlichen Pinsel undbreite Ausführung (?) zu; dann aber tadelt er
dem Unterleibe trägt.
schäm' ich mich, es zu sagen — dieß schöne Blatt-las, auf einem Hausgange!
(z) Fast halten wir dieß für einen Druckfehler, statt: Geätztem.