Band 
Zweyter Theil [5].
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189
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A v e e l e.

A v e ii d a n n o.

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an ihm das plumpe Kolorit in den Lichtern,und das wenig Durchsichtige in den Schatten.Auch seine Stellungen seyen meist von schlechterWahl, und drücken so wie seine Physiognomikengewöhnlich Stupidität aus.

sll.^ Aveele (Johann van den). DieserKupferstecher, der, seiner Manier nach, etwaein Schüler von Romain de Hooghe war, wußtedie Nadel ziemlich leicht zu behandeln; doch sindseine Blatter (die er meist nach eigener Zeichnungfertigte) hart, und überschreiten nie die Gränzendes Mittelmäßigen. Meist war er für Buch-händler beschäftigt; doch ließen auch die Kunst-händler Karl Allard, Niki. Visscher rc. Prospekte,Figuren und Bildnisse von ihm ätzen. Umging er nach Stockholm , wo er 1701 zudem Werke 8uecia anligua et bollierna ar-beitete, und anderes auch noch i?i 5 gelieferthat. Vielleicht daß er später in sein Vaterlandzurückgekehrt ist, da wir in einer Ausgabe desCicero, welche bey den Wettstein's zu Amsterdam 8°. erschien, Titelkupfer, sowohl nach eig-ner Zeichnung als nach H. van der Aa, A.Schoonebeek rc. von ihm treffen. Johann pflegteseinen Zunamen verschiedentlich zu schreiben;als : Aveele, Aveelen, Avele und Avelen.

Aveiro (Herzogin von), zeichnete sich, unterder Regierung Philivp IV. als eifrige Liebha-berin der Künste in Spanien aus. Fiorillo IV.Loch Not. L.

Avelen. Derselbe ist wirklich, wieunsre Zusätze vermuthen, Eine Person mit demobigen Johann von den Aveele.

sH-H Ave 1 1ne (Franz Anton und Johann)unsrer Zusätze sind vielleicht Eine Person.

sll-^ (Joseph) unsrer Zusätze, warvielleicht Vater von Amon und Peter des Lex.und der Zusätze.

jsl. II.^ (Peter). Sein größtes Blattdürfte der Tod des Seneka , aus der Dresdner-Galerie, nach L. Giordano seyn. Jouberr nimmtnicht für sicher an, daß er ein Schüler vonPoilly gewesen sey, und urtheilt von ihm: »Erhätte einen höhern Platz unter den französischen Stechern erhalten können, wenn er sich wenigermit solchen Arbeiten beschäftigt hätte, welchenichts zum Ruhm, und eben so wenig zum Glückbeytragen. Indessen verdiene er doch einigeAuszeichnung, und habe Schüler gezogen."

Avellino (Julius), von seiner Geburtsstadtder Messineser genannt, ein uns bisher ganzunbekannter, in 1700 zu Ferrara gestorbenerLandschaftsmaler, der auch meist dort seinenAufenthalt hatte. Nach Lanzi (Lcl. wrr. V.i/ 5 ) war derselbe ein Schüler des Salvator Rosa , und der in etwas anmuthigerm Styl alssein Meister malte, und seine Bilder theilshäufig mit Architektur und Ruinen, theils mitgeistreich toccirten kleinen Figuren zierte- Obetwa der nachfolgende Onophrius Avellino desLex. ein Nachkömmling des Unsrigen seyn dürfte,ist uns, wie so Vieles, unbekannt.

sl.^ (Onophrius). Lanzi (. terr.)II. 36 i zählt ihn zu denjenigen Schülern vonGiordano und Solimena , welche die Gebrechenihrer Meister (das Fa Presto, und falschen Far-bcnprunk) noch übertrieben haben, und nenntdann übrigens von dem Unsrigen, als sein Be-deutendstes, einen Plafond in St. Franzisc diPaola zu Rom , wo er sich mehrere Jahre auf-enthielt- Heinecke nennt nach ihm das Dildnißeines Kardinals Ruffo, von A. van Westerhout.

I.

sl.j Aven (Leo d'), von Andern auchd'Avesne, Davenr, Davin und Daris ge-nannt. Barrsch XVI. 3 o 6 hält Davenr fürseinen richtigsten Namen, mit welchem er sichselbst auf einem seiner Blätter (worauf sechsApostel, darunter St. Peter erscheinen), gewöhn-lich aber bloß mit O. 0 . bezeichnet hat. Nochauf einem (wieder mit sechs Aposteln, darunterSt. Paul) ist diesem Buchstaben l>" beygefügt;und auf einem dritten (zwey nackte Frauen miteinem Liebesgott) eben diesen Buchstaben dieChiffer eines verschlungenen I.. und L., wasvielleicht ImAcluni Leltarum heißen soll, undglauben macht, daß der Unsrige von Lyon ge-bürtig seyn mochte. Sein Geburts- und Todes-jahr sind unbekannt. Nach den Daten seinerBlätter zu urtheilen, muß er zwischen i 5 go undi 665 gelebt haben. Nach Barrsch, der ihn zuder Schule von Fontainebleau zählt, da er meistnach Primaticcio gearbeitet hat, dürfte er selbstmehr Maler als Stecher gewesen seyn, da seineZeichnung weit vorzüglicher als sein Grabstichelund seine Aetznadel ist. Von seinen dort (S.3 io 353 ) angeführten 6g Blättern sind nur»eune mit dem Grabstichel, alle übrigen mitder Nadel gefertigt; jene und diese ungefährauf gleiche Weise mit breiter, sehr reinlicher,perpendikular und horizontal offen gehaltenerschön rautenförmiger Schraffirung. EbenfallsBarrsch glaubt, daß vasari da, wo er vonden Künstlern spricht, welche mit Rosso zuFontainebleau gearbeitet haben, und daruntereinen Flamänder, Leonard, nennt, derRosso'sZeichnungen sehr gut in Farben ausgeführt, denUnsrigen meynen konnte, dessen Taufname nir-gendwo anders als mit I.. bezeichnet ist, unddas Leon, wie man's gewöhnlich deutet, leichteine Abbreviatur vonLeonard sey» mag. Hieraufnennt und beschreibt er, mit seiner gewohntenGenauigkeit jene 6g Blätter des Unsrigen, vonwelchen bloß 9 geistliche, 6 weltliche Geschichte,dafür (nach der klassischen Neigung der Schulevon Fontainebleau ) /,2 mythologische Gegenstände,und endlich 12 Mannigfaltiges darstellen. Alle,wie gesagt, nach priinariccio, mit Ausnahmevon i 3 darunter, 5 wie man glanbt nach L.penni, 3 nach Iul. Pipi, 3 nach Parmesan,r nach )vaphael, und eins von eigner Erfindung;die größten vier zusammenhängende Blätter mitden zwölf Aposteln, die zu Christus und derH. Jungfrau aufblicken. Unter den mythologi-schen (wie galant!) Europa , mit ihren Gehül-finnen, beschäftigt, mit Blumen den weißenStier zu schmücken, unter dessen Gestalt Jupitersie entführen will. Als von sehr verständigemGrabstichel nennt Barrsch (I. c. 226) Jupiter,der die Wolken preßt, um den Regen zu erzeu-gen, auf welchen die Flußgötter auf ihren aus-getrockneten Urnen harren Man würde keinEnde finden, wenn man alle die sinnreichenSchönheiten dieser Blätter bemerken wollte.60ns. Aast u s. f. Bey

einigen dieser Blatter ist dem I.. 0. Loloßnainv. bey andern: ä fontainebleau beygefügt.Heinecke will eine Venus, die dem Eupido dieAugen verbindet, kennen, welches ausdrücklichmit: feo 1e. Uonise 8up. perm. bezeich-

net sey- Malpe und Brullior, die auf einBlatt fußen, welches Barrschen unbekanntwar, rubriciren ihn ebenfalls unter Daris.

Avenarius (Friedrich Wilhelm), Bauinrspektor zu Altendorf in Hessen 1819. verz.der Mitglieder der Loge Eintracht zuAkazia 1819.

Avendanno (Diego de), gehört zu den-jenigen spanischen Künstlern, welche 166t die