Band 
Zweyter Theil [5].
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193
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Avila.

Avoildt.

19 Z

Avila (Hernando de), vielleicht des ObigenVater oder Großvater, der noch zur Schule desi 565 verstorbenen Franz de Comontes gezahltwerden muß, Maler und Bildhauer war, undtheils für Philipp II -, theils für Toledo gear-beitet hatte. FloriUo IV. 93.

(Peter Paul). Auf einem nach G.Renivon Cornel. Bloemacrt zu Nom, um, oder nachder Mitte des XVil. Jahrh., schön gestochenenBlatte, Maria, die das schlafende Kind betrach-tet, lies't man folgende Dedikation Bloemaert's:Illmc» Duo. Uloturss et

Irberalium artium studiosizsimo l). D.

si. 11.^ 2 lvi'ler (Augustin Carl d'), welcherim Lex. und in den Zusätzen «. v. Daviler er-scheint. Hier noch Einiges über ihn. Es warin der sehr guten Gesellschaft des BaumeistersDesgodetz und des Alterthumforschers Vaillant,daß er, nach seiner Abfahrt von Marseille nachItalien , in die Gewalt der Barbaresken gerathenwar. Zu Rom blieb er fünf Jahre. Nach sei-ner Rückkehr in Frankreich arbeitete er unterLeitung, oder vielmehr für Rechnung von Har-duin Mansard, und fertigte mittlerweile, nebenden uns schon bekannten architektonischen Wer-ken, eine Uebersetzung von Scamozzi und einenCommentar zu Vignola. Allein, seiner Art Dien-stes unter Mansard müde, begab er sich nachMontpellier , wo er, wie wir bereits wissen,bedienstet ward, sich dort verheurathete, und,wie es scheint, bald darauf starb (H. Zu Mont­ pellier baute er, neben Andern,, nach Dorbay'sZeichnung, die sogenannte Pforte von Perou ,in Form eines Triumphbogens und sehr schönemEbenmaaße, der dann weiter von dem wackernBildhauer Bertrand mit vier Basreliefs verziertward. Seinem Lour« d'^roditecture wurdeer gerne mehrere Verbesserungen haben ««gedeihenlassen, wenn ein allzufrüher Tod sein löblichesBeginnen nicht überrascht hatte. Milizia (Ld.tei'L.) Id. 277279 spricht mit größter Achtungvon ihm; und bemerkt, »eben anderm, daß ersich von der Bcsorgniß, seine Kunst möchteseine Befreyung von Tunis wo nicht behindern,doch verzögern, keineswegs abhalten ließ, auchdort derselben mit gewohntem Eifer obzuliegen.

Avtre (St.), Bischof von Clermont in Au-verzzne FiortUo m. 7 zahlt ihn unter die Bi-schöfe seines Zeitalters, welche Kirchen grün-deten, und zugleich die Aufsicht über den Bauderselben führten.

Aula (Marchese de). Dachses und Palo-mino sprechen mit Hochachtung von diesemspanischen Großen, der sich zu Anfang des XVli.Jahrh, eifrig mit der Ieichenkunst und Malereybeschäftigt, und es darin sehr weit gebrachthaben soll. Fiorillo IV- 182.

Aulinger (Joh. Baptist«), ein Kupferste-cher zu Augsburg zu Ende des XVIII. Jahrh.,von welchem man sehr mittelmäßige Titelkupferzu Büchern, und Heiligenbilder, dann ein Bild-niß des Abbe Condillac kennt.

fl.^ Aulizek oder Auliczck (Domi-nicus), ^geb. zu Policzka (a. b. Polietzka) inBöhmen , lernte die Kunst zu Leitomischel beyFranz Paczack («. b. Patwack). Bey Leutner(.1. K. Leut) in Wien arbeitete er einige Jahre;dann begab er sich auf Reisen. Am längstenhielt er sich in Nom auf, wo er sich in der

Poussierkunst unter Cajetan Chiaveri (nicht Lia-veri) ausbildete, und unter 56 Kandidaten denersten Preis auf der St. Lucas-Akademie erhielt.Nachdem er zu Rom große Statuen verfertigthatte, kehrte er nach Deutschland zurück, undwurde vom Grafen Sigmund von Haunhausennach Nymphenburg berufen, wo er die präch-tigsten Modelle von Thon und Wachs für diePorzellanfabrike, und die meisten (schön genann-ten) Statuen, Juno, Pluto , Jupiter, Proscr-pina, u. s. f. für den churfürstlichen Garten(177s) fertigte, und alsdann als Inspektor jenerberühmten Fabrik angestellt wurde. Auf diesemPosten stand er bis gegen End der Regierungdes Churfürsten Carl Theodors, wo eine mäch-tige Gegenparthey ihn unterdrückte; die Gerech-tigkeit des Königes Max. Joseph half ihm aberneuerdings empor. Er st. 180Z. Lonk. LAeufel,Liporvsky und DIabacz.

Aulnetts G) de vaurener ( ).

In den I->oltre5 ä David über den Salon von1819 S. 19» heißt es von ihr: »Noch^jung,wenn man nach der schüchternen Ausführungihrer Bilder urtheilen soll, hat sie auf gedach-tem Salon: Die Abreise des Kreuzfahrers, unddie Rückkchre des Pilgrimms ausgestellt: Dererstere umarmt seine Frau, die ein Kind in ihrenArmen hält. Man fürchtet, daß dieses baldWaise werden dürfte, und bedauert es, ebenso wie seine Mutter. Was hingegen den Fa-natiker angeht, der in einem solchen Momenteso kalt erscheint, so wünscht ihm Jedermannviel Glück zu seiner Reise." Dann das zweyteBild betreffend: »Wir hätten gewünscht, daßMadm. de vautener so viel an Talenten besäße,als sie an Gelehrsamkeit zeigt. Die von ihrangeführten Verse Boileau's machen ihrer Ge-lehrsamkeit Ehre. Aber, stand es wohl einemFrauenzimmer an, dergestalt die Schwachheitenihres Geschlechts darzustellen? Wäre auch ihrBild noch so schön, so würd' es sie einer Kundebeschuldigen, welche eine junge Person so gutals ihre Reitze verbergen muß. Wir finden unsgezwungen gestehen, daß die Mittelmäßigkeitdieser beyden Bilder die Unschicklichkeit deszweyten noch größer macht."

Aum 0 nr ( ). So heißt ein Baumei-

ster. S. Duirot in künftigen Zusätzen.

sl.^ Avogadro (Peter), ein Schüler vonGhitt, bildete sich späterhin (doch immerhin,zumal in der Carnation, mit einer unanmaßli-chcn Mischung des venezianischen Colorites) nachder bolognesischen Schule; seine Contoure sindrichtig und graziöse; seine Verkürzungen ander rechten Stelle; die Kompositionen sehr wohlgedacht, und das Ganze voll schöner Harmonie.Er blühcte um 173«. (Ld. terr.)

III. 277.

fl. 11.^ Av 0 ndr (Peter van de). Von ihmbesitzen in Deutschland die Galerie zu LVien ein,mit Johann Breughel gemeinschaftlich gemal-tes Bild auf Kupfer, welches Flora in einemGarten darstellt, mit Genien umgeben, die sichmit Blumenpflücken und Kränzeflechken ergötzen-Am Ende des Gartens ein Lustschloß. Mit desUnsrigen Namen, der die Figuren gefertigt hat(2^ 2" br., ^ 6" hoch). Dann Ebendas. vonihm allein: Zwey Landschaften, die eine aufHolz, die andre auf Kupfer (2^ 5 " br., ^ 8"hoch). Jede hat im Vorgrund eine H. Familie

(1) L Press moßlie, se ne ruori sagt Milizta Wohl nicht ganz ohne Deutung.<r) Oder, ob etwa Aulnette ein uns unbekannter Taufname sey?

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