Band 
Zweyter Theil [5].
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1'9 i Auracher von An räch.

mit Engelchen umgeben, welche Blumen pflücken,und Früchte darbringen. Beyde sind mit desKünstlers Namen bezeichnet. München hat:Magd mit unbedecktem Busen, ein Glas Bierin der Hand, auf Holz 6^" hoch, 8"br.), und Schleisheim dann wieder ganzAnderes: Kleine H. Familie, von Engeln be-dient, auf Kupfer. Der H. von Männlichbemerkt, daß die Arbeiten dieses Künstlers seltenseyen. Die von ihm und nach ihm von C.Galle, W. Hollar (besonders), P. de Jode,Th. van den Merle, P. Pontius, E-Rucholle(-i. li. Rochelle) und C. Waumans gestochenenBlätter hat Heinecke am Reichlichsten verzeich-net. Seine Folge von Kindern hat nicht (wieRost sagt) 24, sondern >4 Dl. Diese sind auchvon Steenwick kopirt worden. Daß er auchLandschaften gemalt oder gezeichnet habe, erhel-let denn doch aus mehrern dergleichen, welcheHollar nach ihm geatzt hat. Lonk. winkler.Dorr werden besonders die vier Tagszelten alsschöne Blatter von seinem eignen zierlichen Grab-stichel sehr gerühmt, und als Kapitalblatt nachihm auch hier seine Magdalena in der Wüste (21"br., 14" hoch) genannt. Die im Suppl. erwähnteFolge: kaeklopeAllion u. s. f. erschien vonHollar 1646 (nicht 47 ) gr. Quer-Quarto. Ko-piern davon findet man schon 1648 mit der Ver-lags-Adreste: II. 8leeinweAe eto.

Au räch er von Aurach (Joseph), k. k.Generalmajor hatte ein Instrument erfunden,das er Duarreograpb nennt, mittelst dessenman mit der größten Genauigkeit perspektivischzeichnen, und die Töne der Schatten nach denRegeln des Helldunkels auftragen kann. EineBeschreibung dieses sehr einfachen Instruments,nebst der Anleitung zum Gebrauch desselben,erschien 8°. Wien 1820 mit zwey Kupfert. (beyGerold); und Ebendaselbst von demselben Ver-fasser:Ausführliche Anweisung zu einem ganzneuen und einfachen Anrigraphen (Gegen - undVerkehrtzeichner) u. s. f. Mit zwey Steindruck-zeichnungen. Tüb. Lunstbl. 1820 S. 272.

sl.n.^ Aurbach, s. Auerbach im Lex.Suppl. und oben.

Aurell oder Aureliani (Niklaus), einitalienischer Kupferstecher neuester Zeit. Der-selbe hat 1822 Raphaels Madonna die Gärt-nerin sehr gut, doch nicht vollends so schön,wie Desnoyers, und, wie es uns scheinen will,völlig nach dem gleichen Urbilds, oder dannnach einer getreuen Kopie desselben gestochen.(Pr. 19 Frkn. 4 S-).

silJ Aurel - us (Adrian Veno), ein Land-kartenzeichner, s. veno im Suppl.

Aurigarius (Lukas Johann, gewöhnlichLukas), ein Zeichner von Seekarten; mehrereSdergl. erschien von ihm in Holland in der letztenHälfte des XVI. Jahrh.

Aurr'gnac (d'), schrieb über die Kriegsbau-kunst: I-ivro cke toules sortes cle lortilicatloii.staris » 664 . 4 °. mit Kupfern. Scheibe!'«Emleir. zur mathematischen Bücherkenntn.Vll. 108.

sll .^1 Avril (Johann Jakob), nach Joubertgeb. 1744 wiedmere sich anfänglich der Archi-

A l> r n h a m m c r.

tektur, hatte aber eine vorzügliche Neigung fürdie Stecherkunst, worin er, nach I. sein eigenerMeister war, und, mit großer Leichtigkeit, inZeit von 54 I- an die 5 «o Bl. fertigte, dieim königl. französ. Kabinette zwey ganze Bändefüllen. Sein Aufnahmsstück war das Studium,welches die Zeit aufhalten will, ebenfalls nacheinem Aufnahmsstücke von Menageot. Er lebtenoch 1812 und sah man damals von ihm dasOpfer von Manne nach dem jung verstorbenenL. Gauffier. Sein letztes Blatt war eine Fluchtnach Egyptcn, nach van der Wecff, nach wel-chem er auch eine Susann« im Bade gefertigthatte.

sllJ Avril ( ), des Obigen Sohn

und Schüler. In i8oZ erhielt er von dem Na-tionalinstitut zu Paris damals 27 I. alt, denzweyten großen Preis in der Gravur. In1812 sah man von ihm die Cananäerin, nachdem vollends zu frühe dahin gegangenen Drouais.Die Arbeiten des Vaters und des Sohns (näm-lich eben das gleich genannte des letzter» unddas Opfer des Manne des erstem) machtenzwey schone Pendants 21" hoch, 27" br. diezusammen 36 Frkn. kosteten. Von dem Sohnekennt man überdieß, für's Mus. Napoleon: DasStillschweigen, nach H. Carracci , fast in derGröße des Urbilds; dann die Statuen vom Apolloim Belvedere und vom Herkules Comodus.

Irgendwo heißt es:Der Stich des Vatersscheint meisterhafter zu seyn; und auch derjenigedes Sohns, eines jungen bescheidenen Künstlers,gute Hoffnung zu erwecken, da solcher mehrFreyheit und Anmuth als früherhin, und dabeygroßen Fleiß verräth." Es ist sonderbar, daßJlouberr (1821) dieses jüngern, wahrscheinlichnoch lebenden, Avril's keincrley Erwähnungthut. In den neuesten Tagen gab er, etwashart, eine Flucht nach Egypren, (Mutter, Kindund St. Joseph, nach Guido, aus dem Mu-seum), Pendant jenes vorgenannten Stillschwei-gens nach Carracci . Dann schon 1804 dieantike Statue eines Leichen-Genius für's XXl.Heft des Musee Napowon, nach der Zeichnungvon Granger und für's XXVII. die antikeStatue einer Nymphe, nach des nämlichen Zeich-nung. Einer unsrer Freunde setzt den Preiß inDeutschland der beyden H. Familien nach Car­ racci und Guido, und der Susanna nach vander Werff (welche letztre er irrig Avril demSohne zueignet) jedes zu 6 st. 18 kr. an (').

Auriol ( ). Ein solcher stellte auf

dem Pariser-Salon 1812 entweder eine Land-schaft oder ein Gattungsstück mit Erfolg aus,Lul. 2812 S- ro8.

sli.^ Aury ( ). Dieser Medailleur

lebte um 1670.

Aurnhammer (E. F.), Conrektor amGymnasium zu Regensburg gab in 1806 oderi8»7 zu München zwölf Landschaften auf Steingezeichnet, welche viel Weiches, Gefälliges undSammtartiges in den Halbschatten, und in dendunkeln Partieen Sättigung hatten, in Absichtauf Erfindung aber sich wenig übers Mittelmäßigeerhoben. Auch wurde dabey überhaupt bemerkt,daß besonders die Behandlung der Luft unddie Haltung bey dieser Manier (ja wohl!) nochgroßen Schwierigkeiten unterworfen sey. Li-powskp II. 21a. ^0.

(>) Auch Heller in seinem jüngsthin erschienenen Handbuche kennt nur Avril den Vater, setzt seineGeburt, gleich unsern Zusätzen, in ,756 (wohl irrig, statt 1776) lcißt ihn ebenfalls >821 nochleben, und nennt, neben Anderm von ihm: Einen Uebergang über den Rhein , nach Berghem,die Einnahme von Cvurtray nach van der Meulen, und einen Schiffbruch nach Vernet.