Ausfeld.
> Ausfeld (I. Carl, gewöhnlich Carl), derSohn eines (nachgehends als Professor in Jena verstorbenen) Predigers zu Langensalza , hier 1784geb. Nach dem Tode seines Vaters, nahm derbekannte Pädagog Salzmann die hinterlasseneFamilie desselben zu sich nach Schnepfenthal ,wo dann diese und die Salzmannische Familiesich unter einander verheirathet und gemeinsamals Lehrer in dem Salzmannischen Erziehungs-institute Unterricht ertheilten. Carl, der als Zeich-ner und Schriftstecher gelernt hatte, lebte noch1818 auf einem nahe bey Schnepfenthal geleg-nem Dorfe, von wo aus er sowohl wie abge-dacht seine Lehrerstelle versteht, als auch für dieSchnepfenthaler und andere BuchhandlungenArbeit übernimmt. Man hat mehrere braveArbeiten von seiner Hand; als z. B. eine vonihm gezeichnete und gestochene Karte von Spa nien und Portugal ! (mit Benutzung der großenLopetzschen Karte in 190 Bl.^, welche 1811 beyCotta erschien, schwarz 36 kr. und illuminirt48 kr. kostete. Dann eine andre des KönigreichsWürtemberg nach Gelbke, 4 Bl. Stuttgard beyCotta (1810—1814); Schauplatz des Kriegs derVerbündeten gegen Napoleon 8 Bl. gr. Fol.Stuttgard 1816; anderes zu der allgem. Ency-clopädie von Ersch und Gruber rc. Er hat auchFiguren und Landschaften doch von geringemWerthe geliefert, z. B- zu C. G. Salzmann's:Heinrich Glaskopf. Schnepfenthal 1820. 8°.,wo sich 6 radirte Blatter von ihm nach eignerZeichnung finden. Von ihm als Schriftenstecherkennt man auf Steindruck (1807) die Schriftzu Schillers Reuterlied.
fl. H.4 Ausfe oder Hausse, auch Ausoder Hans von Brügge, ein Zögling desRoger von Brügge, und nicht des Roger vander Weyde, wie das Lex. meint, ein alter deut-scher Künstler. Derselbe soll, wie vafari ver-sichert, zu Portinari, in St. Maria nuova zuFlorenz , ein kleines Gemälde, das in den Besitzdes Herzog Cosmus gekommen war, und einzweytes zu Careggi, einem unweit Florenz ge-legenen, dem Hause Medicis ungehörigen Flecken,vollendet haben. Baldinucci heißt ihn Aus(Hans) dl Bruges, Zögling von Ruggieri dtBruges, und giebt das I. 1460 als die Zeitseiner Blüthe an. Fiorillo D- II- 297. Wahr-scheinlich ist dieser Künstler kein Anderer alsder berühmte Hans Hemelink, der vielleicht,wie sein Lehrer, nell' anno «auio? nach Rom kam. Oonk. Fiorillo Bl. Schr. II. 5o8.
Lä. terr. Hl. 52.
fl.^ Austin (William), ein englischer Gießer,arbeitete, neben andern Künstlern, in der erstenHälfte des XV. Jahrh, an dem Grabmal, wel-ches die Gräfin Jsabella von Warwick ihremGemahl errichten ließ. Liorillo V. 168-169.
fl. II.4 - - (W.), hieß ebenfalls Wil-liam, nach Rost IX. 288 geb. zu London um1740. Dort wird von ihm, neben den 10 Blät-tern Ansichten von Palmyra und Denkmalen vonRom , noch eine Folge von 6 seltenen Karrika-turen, in Bister, nach seiner eigenen Zeichnungbenannt, (der Katalog von Brandes spezificirtsolche). Anderwerts noch Landschaften nach vander Neer und Zuccarelli, die vier Lagszeitennach Ruisdael und Waterloo, und Schloß undPark zu Mindsor nach Th. Sandby. FiorilloV. 597 bemerkt, daß seine Karrikaturen im Ge-schmacke von Jnigo Collet gearbeitet waren, nurdaß solche mehr eine politische Tendenz hatten,
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Autreau. 195
und größtentheils gegen die Franzosen gerichtetsind.
fll.^ Austins ). Ein solcher schnittvortrefflich in Holz zu einer in 1811 zum ersten-mal in London erschienenen Reise des Linnäusnach Lappland im I. 1722. Derselbe dürftemit dem Paul Austin unsrer Zusätze Eine Per-son seyn.
fl.^ Austria (Don Juan de). Vermuth-lich war diesem kunstliebenden Prinzen DavidLenier, der ihn im Zeichnen unterrichtete, einangenehmerer Gesellschafter, als der KardinalNeidhard, wegen dessen er mit der Königin Re-gentin in Uneinigkeit lebte ('). Noch bemerktFiorillo IV. I01 über das hinaus, was dasLex. erzählt, daß er sich auch mit der Porcel-laumalerey mit Erfolg beschäftigte.
fl. 11.^ Aure11i (Jakob), ein Musivarbeirter, welcher im Lex. unter dem Art. MichelLastrucci, als Lssionica erscheint, lebte noch1649. Die Galerie zu Florenz besitzt von ihmbesonders, in einem ihrer Kabinette, eine wun-derschöne achteckigte musivische Tafel (das Mit-telstück nach Poccetti's, die Friesen nach Ligoz-zi's Zeichnung ausgeführt) an welcher er, nebstvielen Andern, volle 16 Jahre gearbeitet hatte.
A »te nrr eth ( ). Kupferstecher zu
Stuttgard, Zögling von Joh. Gotth. Müller.Mensel 111. nennt (i8«8) von ihm meistensKopieen, wie z. B. einen St. Hieronymus nachGolz, einen Herkules nach Strange, ein PaarBildnisse nach Edelink und Poilly, Gemmen nachGuttenberg. Dann eiiw Sibylle, nach Hetschen'sZeichnung. Diesen fügt einer unsrer Freundebey: Die Bildnisse von Johanna d'Arc undWallenstcin, nach Jagemann's Zeichnung , Ma ria Stuart , nach van der Werf, zu Schiller'sTheater (Tüb bey Cotta 180h u. ff.). Fernervier Blätter nach Zeichnungen von E. Wächter,zum Taschenbuchs für Damen auf 1812. 12".Tüb.; mit dem Hinzuthun: Alles mittelmäßigeArbeit. Immerhin zart und anmuthig (wiekönnt' es anders seyn?) findet man von ihmdas Bildniß der Frau Großherzogin von Baden,Stephanie Napoleon, fürs Tüb. Morgenbl.1807 S- 641.
Autbement( ), ätzte nach Zeichnun-gen, welche Michelot und Dremond gemeinschaft-lich gefertigt hatten, eine Karte der Meerufervon Cadix und Gibraltar , die 1718 zu Marseille im Verlage des gedachten Bremond's erschien.Auchement hat auch noch andere dergleichenKarten (alle mittelmäßig) geätzt,
sll.^ Autlssier (Johann Franz), warein Schüler von Vautrin, Professoren der Zei-chenkunst zu Vannes . Auf der Pariser Ausstel-lung 1801, sah man von ihm mehrere Minia-turen, u. a. auch sein eignes Bildniß, und dasseiner Frau.
— — Zeichner zu Rennes , wurde 1795von dem Pariser National-Convente, mit einerPension von i5oo Livres begabt.
si-4 Aurr eau (Jakob). In 1741 wurdeein Aurreau (doch wohl unser Jakob) Mitgliedder Malerakademie zu Paris . Nach FiorilloIII. 401 st. derselbe 1748 und heißt er dort durchDruckfehler Aurreau.
Man s. die interessante Schrift: KelLuon < 1 es 6iÜererns, arrZver en erure O.
er 1e ksris 677.