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oft ein weniger intensives Licht zu Theil und außerdem zu unzähligenUntersuchungen und Reparaturen Anlaß gegeben wird, welche damitendigen, einen bedeutendem Kostenaufwand, als die Anschaffung der Röh-ren von einem andern Metall, zu verursachen.
Was den Durchmesser betrifft, den man den Nebenröhren gebenmuß, so werden wir später davon reden.
Brenner. Wenn das Gas aus den Nebenröhren strömt,welche in jeder Gasse eine gemeinschaftliche Hauptröhre haben, gelangtes in einen Brenner, der den Argant'schen gleich ist, oder in eine kleineRöhre, die an der Spitze eine oder mehrere ganz seine Oeffnungen hat.Wir führen hier nichts mehr über die eine oder andre Art Brenner an,indem wir denselben später einen besondern Artikel widmen werden.
Hergang bei der Destillation der Steinkohle.
Eine fünf Fuß lange und ungefähr fünfzehn Zoll im Durchmes-ser fassende Retorte erhält ungefähr 100 Kilos Steinkohle aus einmalals Ladung; jedoch muß diese Menge sich nach der Güte der Kohleverändern. Ueber diese Differenzen reden wir später.
Vor dem Laden bringt man die Retorte in Kirschroth -Glühhitze.Die Steinkohle muß gleichförmig längs der ganzen Retorte und so vielals möglich in gleich dicken Schichten hineingeschüttet werden, worauf dieRetorte mit der gußeisernen Scheibe verschlossen und mit Thonkitt ver-strichen wird. Man zieht die Schraube fest an und die Destillationgeht ohne eine andre Sorge vor sich als auf dem Herd eine gleichför-mige Hitze zu unterhalten. Vielleicht würde die rohe Steinkohle zurHeizung bessere Dienste thun als die Coaks, wenn ihre Anwendungnicht kostspieliger wäre.
Die Dauer jeder Destillation hängt mehr von der Natur derverschiedenen Steinkohlen ab, als von dem Volumen derselben in denRetorten.
Unglücklicher Weise kann mau nichts Absolutes über den Tempe-raturgrad, bei dem man arbeiten muß, vorschreiben; es hängt dies nochvon der Güte der Kohlen ab. Die Betrachtnahme einer passendenTemperatur ist jedoch, nach unsrer Meinung, von der größten Wichtig-keit far eine gute Fabrication. Ein tüchtiger Fabricant muß sich dahergenau von seinen angewandten Kohlen unterrichten und seine Heizungnach den Bemerkungen, die er über die Producte jeder Art bei verschie-denen Temperaturen destillirter Steinkohlen gemacht und angemerkt hat,einrichten. Aber es ist ein im Allgemeinen sich bewährendes Resultat,daß, wenn die Temperatur sehr niedrig ist, man viel Theer und wenigGas erhält, während im Gegentheil bei starkem Heizen die erhalteneMenge Gas merklich beträchtlicher wird; deßhalb ist es gut, wenn maneine mittlere Temperatur zu erhalten sucht, denn das aus den Stein-kohlen bei starker Hitze erhaltene Gas ist arm an Kohlenstoff und folg-