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Die Beleuchtung mit Gas aus Stein- und Braunkohlen, Torf, Oel, Fett, mineralischen und vegetabilischen Harzen ... : mit vorgängigen Untersuchungen über den Gehalt dieser Brennmaterialien an Wasser- und Kohlenstoff, ihr Leuchtvermögen und ihre fabrikökonomische Anwendung, nebst statistischen Angaben über die Gewinnung derselben in Frankreich, England, Belgien ... und einer Beurtheilung der neu vorgeschlagenen Verfahrungsweisen bei der Gasbereitung / von Pelouze dem Vater ...; und mit Analysen und kritischen Bemerkungen von ... Pelouze dem Sohn ...; ins Deutsche übertragen von H. Bruhn
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lich wenig leuchtend; es ist alsdann aus einem großen Verhältniß vonhalbgekohlenstofftem Wasserstoff oder selbst aus freiem Wasserstoff ge-bildet.

Doch fange man es an, wie man wolle, immer bildet sich Theer,welcher sich in der Vorlage oder im Condensator absetzt, so wie ein Theildes gebildeten Wassers verflüchtigt wird; Schwefelwafferstoffsäure, sowie Kohlensaure, werden, wenigstens zum großen Theil, die eine zersetztund die andere von dem im Reinigungsapparat enthaltenen Kalk absor-birt; und endlich begiebt sich das Gemenge aus dem dampfförmigenSchwefelkohlenstoff, dem Kohlenwasserstoff und dem Kohlenoxyd in denGasometer.

Wenn die Operation, welche im Mittel zwischen fünf und sechsStunden wahrt, beendigt ist, dreht mau die Schraube auf und schlägtleicht auf die Scheibe, um den Kitt zu lösen. Durch die Spalten ent-weicht dann noch etwas Gas, welches angezündet wird und woraufman die Retorte öffnet. Dieses Anzünden geschieht deßhalb, damit diekleine Detonation verhindert werde, welche sonst beim Hineintreten desLuftzugs in die glühende Retorte erfolgen würde.

Nach dem, was wir oben von den Vorlagen gesagt haben, läßtsich leicht hoffen, daß das darin enthaltene Wasser jeden Luftzugang indie Retorte durch die Destillirröhren, und zu gleicher Zeit jede Commu-nication der Retorte, welche man ausleert, mit dem übrigen Apparatunterbricht. Die Coaks werden mittelst eines eisernen Krätzers losge-rissen, auf dem Boden ausgebreitet und durch Bespritzen mit Wasserausgelöscht.

Man füllt die Retorte von Neuem und verfährt, wie vorhin an-gegeben. Die Entladung und das neue Laden einer Retorte dauern zu-sammen nur drei bis vier Minuten.

Auseinandersetzung derOperation, wenn, anstatt Stein-kohlen, Ocl zur Destillation genommen wird.

In einem Ofen, Fig. 1, wird ein gußeiserner Cylinder ^ größ-tentheils mit Eoaksstücken angefüllt, welche bloß bezwecken sollen, dieerhitzten Oberflächen zu vervielfältigen, um eine leichtere Zersetzung desOeles herbeizuführen. Statt der Coaks kann man poröse Ziegelstückenu. s. w. nehmen.

Der Cylinder wird zur anfangenden Rothglühhitze gebracht; einRohr 8 läßt das Oel hinein, indem es mit einem Reservoir 6 com-municirt, welches Oel hält. Das Oel wird stets im halben Niveauvermittelst der Röhre I) gehalten, indem ein Abflußhahn L eine MengeOel proportional demjenigen, welches durch L abzieht, hinzuführt. Die-ser Oelstrahl ist genöthigt, indem er in die Retorte fällt, durch die glü-henden Coaks zu dringen; das Oel zersetzt sich größtentheils, bildet Gas,welches durch das Rohr 8 entweicht. Das Gas gelangt in das Nieser-