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Die Beleuchtung mit Gas aus Stein- und Braunkohlen, Torf, Oel, Fett, mineralischen und vegetabilischen Harzen ... : mit vorgängigen Untersuchungen über den Gehalt dieser Brennmaterialien an Wasser- und Kohlenstoff, ihr Leuchtvermögen und ihre fabrikökonomische Anwendung, nebst statistischen Angaben über die Gewinnung derselben in Frankreich, England, Belgien ... und einer Beurtheilung der neu vorgeschlagenen Verfahrungsweisen bei der Gasbereitung / von Pelouze dem Vater ...; und mit Analysen und kritischen Bemerkungen von ... Pelouze dem Sohn ...; ins Deutsche übertragen von H. Bruhn
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Man kann mit der einen und andern Art Brenner sehr verschiedeneleuchtende Wirkung erhalten, je nachdem die Flamme lang oder kurzgehalten wird. Die Erfahrung hat gelehrt, daß für jede Art derBrenner und für jede der dem Gase gegebenen Strömungen es nureine Höhe der Flamme giebt, welche zugleich ökonomisch und frei vonRauch ist.

Da die Dichtigkeit der Gase sehr nach der Art der Substanzen,woraus sie dargestellt sind, und selbst nach der Art ihrer Darstellungwechselt, so müssen auch die Durchmesser der Oeffnungen in demselbenVerhältniß verschieden sein. Die Dichtigkeit des Steinkvhlengases ver-hält sich gegen die der atmosphärischen Luft im Allgemeinen wie 0,400zu 1000; die des Gases aus Del hingegen wie 0,800 bis 1,100.

Für einen Brenner mit einer einfachen einzigen Oeffnung, sowiediejenigen, welche man in Paris mit dem Namen sst, vailleuse, cksn-«IsIIe bezeichnet, scheint nach den zahlreichen von Christison und Turnerin Edinburg angestellten Versuchen hervorzugehen, daß die passendstekreisrunde Oeffnung ^ Zoll Durchmesser halten muß, falls nämlichein Steinkohlengas von mittler Dichtigkeit brennen soll, während, um'Gas aus Oel von 0,900 bis 1,000 specifischem Gewicht zu brennen,eine Oeffnung von ^ Zoll passender ist. Im Allgemeinen haben diesebeiden Herren bemerkt, daß die Weite der Oeffnungen, wenn auch un-ter mehrern Verhältnissen günstig, doch nicht eine gewisse Grenze über-schreiten darf, ohne die Flamme einem häufigen Verlöschen und einerzu geringen Einwirkung der Luft auszusetzen.

Mit den runden Brennern muß man, abgesehen von derNatur des Gases, welche ganz wie bei einem einfachen Gasstrahl inBetracht gezogen werden muß, noch die Durchmesser der kreisrundenSpalten verhältnißmäßig nach Anzahl der Löcher vermindern. FürSteinkohlengas von einer Dichtigkeit von ungefähr 0,600 und für ei-nen kreisrunden Ring von ^ Zoll halbem Durchmesser, müssen dieLöcher, ihrer 10 an der Zahl, ^ Zoll Durchmesser haben.

Für Gas aus Oel von 0,900 bis 1,000 Dichtigkeit reicht fürjedes ein Durchmesser von ^ Zoll hin, wenn der Ring 15 Löcher hält.

Der Abstand zwischen den einzelnen Löchern ist auch von großerWichtigkeit für eine gute Erleuchtung und vornehmlich für die Dauer-haftigkeit und Beständigkeit der Flammen; stehen die Löcher zu weitauseinander, so vereinigen sich die einzelnen Flammen nicht, währendsehr wesentlich ist, daß dies geschieht. Für Oeffnungen von ^ Zollist ein Abstand von AM nach Christison und Turner am pas-sendsten.

Ebenfalls empfehlen diese Herren auf's Angelegenlichste und nichtohne Grund eine genaue Gleichförmigkeit im Durchmesser der Röhren;denn falls einige breiter als andre sind, so wird sich das Gas durchdiese höher erheben und es wird dadurch unmöglich, die leuchtende Massein allen ihren Theilen aus ein festes Niveau zurückzuführen, ohne zuvor