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Die Beleuchtung mit Gas aus Stein- und Braunkohlen, Torf, Oel, Fett, mineralischen und vegetabilischen Harzen ... : mit vorgängigen Untersuchungen über den Gehalt dieser Brennmaterialien an Wasser- und Kohlenstoff, ihr Leuchtvermögen und ihre fabrikökonomische Anwendung, nebst statistischen Angaben über die Gewinnung derselben in Frankreich, England, Belgien ... und einer Beurtheilung der neu vorgeschlagenen Verfahrungsweisen bei der Gasbereitung / von Pelouze dem Vater ...; und mit Analysen und kritischen Bemerkungen von ... Pelouze dem Sohn ...; ins Deutsche übertragen von H. Bruhn
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349
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welche das Gas entweicht. Das ausströmende Gas wird durch einenbrennenden Körper angezündet und die in einen Kreis gereihten kleinenFlammen bilden, indem sie sich vereinigen, eine einzige Flamme, ähn-lich der der Lampen mit rundem Docht. Der Ring des Brenners ist anseinem Umfang mit einer Galerie von etwas größerem Durchmesser ver-sehen, in die man einen gläsernen Cylinder setzt; die Flamme wird, wie inden Argant'schen Brennern, durch einen doppelten Luftzug genährt. Aberder die Flamme umgebende Glascylinder, welcher oft blind wird, hat eherzum Zweck, den beschwerlichen Glanz des Lichts zu mindern und es über-dies dem Einfluß des Luftzugs, der es fackeln macht, zu entziehen, als dieVerbrennung durch Vermehrung des Zugs zu beschleunigen. Die Gestaltdieser Cylinder ist auch nicht dieselbe, wie man sie bei dem Argant'schenBrennern nimmt; sie verengern sich nicht, sondern sie bestehen aus einer obenund unten gleich weiten Röhre, oder sie werden etwas erweitert oder inGestalt einer Glocke umgebogen. Man hat in der That fast immer durcheinen zu starken Zug eher ein Erkalten zu befürchten, als daß man nö-thig hat, einen schnellen Luftzug zu befördern.

Die Flamme des Steinkohlengases hat wegen dessen geringerer Dich-tigkeit eine weit beträchtlichere Ausdehnung als die des Gases aus Delund Harzen.

Das Problem der am besten leuchtenden Verbrennung der Koh-lenwasserstoffgase ist aus zwei gleich wesentlichen Bedingungen zusammen-gesetzt, die in gewissen Grenzen sich wechselseitig zu verdrängen streben;deßhalb muß man einen Mittelweg einschlagen. Es handelt sichnämlich darum, den Rauch zu vermeiden, d. h. einen der Verbren-nung entgehenden kohligen Niederschlag, so wie der Flamme den Zu-fluß einer hinreichenden Luftmenge zu verschaffen; aber hier muß mangewisse Grenzen beobachten; wenn die Luft wenig in Bewegung ist,wie in einem geschloßnen Zimmer, so ist es leicht, die Verbrennung zuregieren; aber wo das Gegentheil Statt findet, da ist man gezwungen,um die Alternativen einer bald beschleunigten, bald verzögerten Verbren-nung zu vermeiden, und um sich beständig wahrend des Brennens ge-gen den kohligen Niederschlag zu bewahren, der die Luft im Zimmerverdirbt, die Mobilien beschmuzt und die Glascylinder der Brennerverdunkelt, etwas Licht zu opfern: man muß alsdann einen heftigenLuftzug in die Flamme gelangen lasten, damit der sich absetzende Koh-lenstoff schnell verbrennt, der aber gerade dadurch dazu beiträgt, dasLeuchtungsvermögen zu vermindern.

Wie wir oben gesagt Haben, strömt nach der gewöhnlichen Art dasGas in runden Brennern durch kreisrunde Löcher aus, welche sich andem Umkreis eines Ringes befinden, der am Ende des Gasrohrs sitzt(diese Einrichtung halten wir für nicht praktisch). In den flachen Bren-nern, den sogenannten Fächern (eventuils), wird das Ausströmen desGases vermittelst einer engen ununterbrochen von einem Ende derOeffnung bis zu dem andern gehenden Spalte sparsam unterhalten.