Ertz scheiden/ Puchen vnd waschen.65Die Schauffeln am Wasserrade macht man zwey Schuch weit, vnnd soHoch als das Radt den fall haben kan, jedoch sol man dem Wasser einen zimblichenstarcken schuß auffs Radt lassen, welche macht hefftig vmbtreibt.Damit aber das Radt im Winter vom harten frost/ Schne, Eiß oder großVngewitter, in seinem gange nicht verhindert werde, so wird es in eingeschrött odergehäuß geschlossen, die Puchtröge aber, da sie zusammen gesetzt, werden mit Moßallenthalben dicht verstopfft. Es hat aber das Schritt ein Loch, durch welches eineRinne gehet, die das Wasser herab auff die schauffeln des Rades bringet, dasselbevmbtreibet, vnnd wiedrumb in die vntern Geringe vnter dem Schrott oder Gehäußheraus fleust, die arme aber des Rades werden vber die lange Welle geschlossen, wel-ches daumling die Puchstempel auffheben, die das Ertz naß oder trucken puchen,nach dem es die notturfft erfordert.Die Stempel werden 6 Ellen lang, vnd ein viertel in die vierung gehawen,von jungen geraden Büchenholz, die auffs wenigste ein halb Jahr gedröget haben,vnten an die Puchstempel wird ein eisen gemacht, vnd mit drey ringen befestiget, wel-ches in die 57 pfundt wieget, je harter solch Eisen ist, je lenger es gehet, insonderheitwann das E:fest vnnd viel Hornstein bey sich hat, Die vnterlagen im Puchtrogewerden drey Zoll dick/ eines Werckschuchs breit/ vnnd ein Ellen lang/ der Puchtrogmus mit seiten Blechwol verwahret vnd beschlagen seyn, damit er von den hartenWänden oder Ertz nicht zerschlagen werde, den Durchschlag, welches ein vorfangblech genant/ vnd von starckem drath gemacht wird/ mag man hoch oder niedrig vor-machen/ nach dem sich die Ertz puchen vnd scheiden lassen/ darnach sol man ihm auchstarck oder gering Wasser geben, welches ein Verstendiger Puchsieiger nach desErtzes gelegenheit wol wird anzuordnen wissen.Die Puchstempel sollen offtmahls in den Laden wol mit Taleh oder Sei-ffen geschnieret werden, wie imgleichen auch hinten die däumling, welche man vntenmit Vnßlit oder Seiffen schmieren mus, das it sie die Wälle desto leichter hebenkan/ Das durchgeschlagen Ertz wird im Schoß oder obern Gerin, durch den Pu-cher offt außgeschlagen, vnnd dem Puchsteiger auff die Büne getrecket, vnd in denSchlemgraben mit vleiß reine gemacht.Der Herdt wird mit außgespanten planen bedeckt/ der ist 18 Werckschuchlangk, vnd 4 breit, welcher außgehawen ist, das man die bretter darin fügen vnd legenkan/ dann sie werden vber vnd vber mit brettern in die quer belegt/ er ist auff beydenseiten etwas höher dann in der mitten, daß das Wassergerade vnd nicht auff die sei-ten herab lauffen kan, Dieser Herdt wird mit 6 Planen bedeckt, die werden mit ei-nem Streichholtz eben gestrichen, das allezeit die öberste mit dem ende ein zwey quer-singer vber die vntere gehet/ dann so sie anderst gelegt werden, so nimpt das Wasser,das herab fleust/ den Schlich mit hinweg.Wann nun die Plannen also außgebreit seyn, so werffen die Buben oderMägdlein den gepuchten Schlich/ Gräuplein vnd Schlam oben vnter das Gefällt/vnd lassen das Wasser hienein lauffen, rüren vnd treiben den Schlich, Schlam oderGräuplein mit einer Krücken so lange, biß das Wasser durch seine macht alles auffdie Planen bringet, darnach rüren sie mit der Kiste oder Krücklein gemachsam auffden Planen, biß das der Schlamm in den Waschtrog oder in die Rinne fleust, so baldsich aber der Schlich in die Planen gesetzt hat, so nehmen sie dieselben vnd waschensin ein Faß/ das nahe darbey stehet/ in welches er von den Planen felt/ vnnd gesambletwird/ zu letzt giessen sie das Wasser aus dem Faß/ vnd samblen also den Schlich vndGräuplein zusammen, biß sie einen Rostbekommen, welches drey vnd dreißig Cent-ner ist.Wann aber der Schlich oder Gräuplein von den Herdt oder Planen mitvberrollen, vnd in die Kinne fallen, solche Affter werden alle Schichten außgehal-ken vnd zu hauffe geschüttet, welche hernachmals den Gewercken gleichfals vnterdem Pucher zu gute gemacht werden.Von
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Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
Entstehung
Seite
65
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