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Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
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66
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Der vierdte Theil saget von66Von dem Wendtherten.Amit man aber die Planen nicht allezeit auffheben, waschen, auffbreitenvnd außstreichen mus/ hat man an etlichen orten die Wendeherde erdacht, in wel-chen man die Planen nicht hinweg nimpt, waschens auch nicht in die Fässer, son-dern machen ein Herdt von dünnen Brettern/ Hefften die Planen mit Nägeln daran,vnd waschen wie oben gemelt, die Ertz auff den Planen, so bald sie nun sehen, das sichder Schlam oder grober Schlich in die Plan gesetzt hat/ so wenden sie den Herdt auffdie seyten, vnd giessen lauter Wasser daran, das der Schlich von den Plan in denTrog felt der aus einem Baum außgehawen, vnd in die Erdengraben ist, das alsoder grobe Schlich in den fördern Trog/ in welchen er gefallen/ bleibt/ der kleine aberim hintern theil/ das ander aber den groben Schlich oder Graupen, den sie aus demGerin werffen, waschen sie wiederumb in den Schlemgraben.Wie man arme mildtscheidige Bleyertz pro-bieren vnd puchen sol.C.deS pfleget auch vielmahls der Bleyglantz in die Genge vnnd ins Gesteineingesprengt, zu brechen/ wann dieselbigen ein mildtscheidiges Gebirge haben/ wel-ches sich im Wasser vom glantz abscheiden lest, das ist, wann sie gepucht werden, sokönnen sie folgendts zu reinen Schlich im waschen vnd schlemmen gezogen werden,Weil aber offtmahls in dem auffpuchen, aus vnwissenheit, den Ertz schaden ge-schicht/ mus ich den Bergkleuten zur nachrichtung anzeigen/ was für ein vnterscheidtim puchen zu halten ist, wil aber erstlich die versuch prob in kleinem werck thun.Nimb des geringen Ertzes eine gemeine Prob/ zerstoß oder reibs gar kleinvnter einander, vnd menge es wol, wiege davon ab/ bey zwantzig Centner probier ge-wicht mehr oder weniger, vnd zeuchs in einen sichertrog zu reinen Schlich, solchenSchlich scheide sauber vom tauben ab, vnd wiege wie viel Centner reinen Schlichdas gesicherte gemeine Erz geben, so kanstu leichtlich deine Rechnung machen, wieviel Centner des gemeinen Ertzes einen CentnerSchlich geben, diese reinen Schlich/er komme nun vom sichern, vom puchen oder waschen, den probiere gleich wie manden guten reinen glantz auff Bley probieret/ so findestu den Halt des Bleyes.Das Puchen belangendt, da wisse, daß das Bleyertz wol ein schwer Ertz ist,aber es ist daneben suptiel/ vnd leichtlich zu einem Schlam zu puchen, dadurch es aufdem Wasser gleich einem Staube schwimmet vnd hinweg gehet/ sonderlich wann das-selbe in einem glantz Querts oder Hornstein bricht vnd im puchen den glantz angrei-ffen/ vnd zu einem Mehl machen, daher dann vielmahls solcher suptieler Staub/ denich für den besten Kern des Schlichs achte, als ein blawer Staub sich in den fluten andie grossen Wende oder Stein anlegt, vnd niemands zu nutz kömpt.Die nassen Puchwerck pfleget man also anzurichten, das die Puchstempeldie geringen Ertz/ Wendt oder Felsen, von hinden herfür, gegen den Blech puchen/das verstehe also: Das der hinder Stempel zum ersten felt, nach demselben der mit-lere/ vnd zu letzt der fordere bey dem Blech/ Diß Puchen ist nicht zuträglich/ dieweilgrosser schaden dadurch geschicht, aus vrsach: Die gepuchten Affer oder Felsen, se-tzen sich für das Blech/ vnd verhindern, das der körnichte Schlich nicht wol dardurchkommen kan, sondern für dem Blech zu einem Schlam vnd suptielen Mehl gepuchetwird/ vnd im Wasser oder Fluten weg gehet/ derwegen viel Wäscher von den drögenPuchwercken mehr halten, da man das gepuchte vber das Sieb arbeitet, grobe vnndkleine Schlich behalten/ vnd Gräuplein machen kan/ mehr dann vnter den nassen pu-chern.Es hat sich aber befunden, wann man die nassen Puchwercke dermassenbawet vnd zurichtet, daß das Affter oder die Felsen von dem Blech zu rücke gepuchtwerden, darumb der PuchTrog ein wenig nach dem Blech schüßig hangen sol/das