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Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
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124
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Der siebende Theil saget vom124Man machet auch zu dem Scheidewasser brennen/ Krüge von Töpfferthon,vnd vnter den Thon Kleyen oder klare Sägspän würcken, das geschicht darumb/ da-mit/ wann die Krüge also rohe gebrant werden, das sich die Kleyen oder Sägspänheraus brennen, Nachmahls wann dieselben mit Venedischem Glaß inwendig vndaußwendig verglassürt werden, daß sich das Glaß in die löcher, daraus die Kleyenvnd Sägspän gebrant sind, fliesse, davon sie dann sehr fest werden, vnd gar wol imFewrhalten, Die Retorten, die von solchem Zeug gemacht, sind sehr gut, die imewr viel leiden können, sind viel besser zugebrauchen, als beschlagene Glaßkolben,Wie groß aber die Krüge, Gläser vnd Scheidekolben seyn müssen, wirdeinem jeden sein Werck wollernen, das er die darnach machen lasse, dann hat manviel Wasser auff einmahl zu brennen, so mus auch ein grosser Krug oder Kolbendarzu seyn darinnen man den Zeug einsetzt.Man braucht auch zu dem Scheidewasser brennen eisern Krüge, die vonzweyen stuͤcken seyn, eines fingers dicke, die von einander können genommen werden,In einen solchen Krug, kan man auff einmahl mehr Zeug einsetzen, als in einemGlaßkolben darff auch die sorge nicht tragen, das der Krug zerbreche, vnd der Zeugdarein verderbe, darzu bekömpt das Golt von solchem Scheidewasser eine besserefarbe wegen des Eisens.Aus diesen vnd andern Vrsachen achte ich, es sey in allewege besser, in sol-chen eisern Krügen Scheidewasser brennen, als in den Gläsern kolben, die darzunicht mehr als einmahl können gebraucht werden/ Seine grösse sol seyn/ das man bey20 pfundt Zeugs auff einmahl einsetzen kan, doch wil einer weniger oder mehr bren-nen/ wirds ihm die gelegenheit selbst geben/ wie groß er seyn sol.So man nun in solchen Krug Scheidewasser brennen wil/ sol man die Fu-gen gar wol verluttirn, das keine spiritus heraus gehen mügen, vnnd sol von gutenGlaß eine Vorlag fürgelegt werden, doch in solcher grösse, das gemelte spiritusraum darinnen haben, vnnd derselbe nicht aus noth oder bedrängniß brechen müsse,dadurch dann schade geschicht. Nach vollbrachtem Werck/ sol man den Krug lassenkalt werden, vnd Wasser darein giessen, so erweichts den Todtenkopff, den stoß ge-mach mit einem eisen heraus, so wird der Krug wieder rein.gul.W Je man die öfen zum Scheidewasser bren-nen/ machen sol.V dem Scheidewasser brennen, pflegt ein jeder seine öfen zu machen nachseinem gefallen, vnd wie er der gewohnet ist, Aber gleichwol so ist eine form viel besservnd zuträglicher darzu, als die andere, Die Wardein berichten, daß, die man fauleHeintzen nennet, am besten zum Scheidewasser brennen zugebrauchen sind/ die wer-den also formiret:Mache einen Thurn in die gevierte oder ründe 4 Ellen hoch, vnnd vntenein eisern Rost darein, vnter welchem ein Windtloch sey, nach der proportion dergesatzten Figur, vnnd dann mache auff beyden seiten des Thurus wieder in gleicherweite nach des Kruges oder Glaßkolben höhe, runde oder gevierdte öfen, darinnendie Gläser oder Krüge stehen müssen, lege auch vnten, wie im Thurn oder Heintzen-eiserne Röste, also, das es darunter Windtlöcher habe.In solche neben öfen sollen aus dem höhern Thurn löcher gelassen werden,das die Hitze aus demselbigen darein gehen kan, welche, wann sie eine gute spannevnd vier Finger weit, vnnd eine forderspanne hoch sind, so sind sie weit vnd hoch ge-nug/ Allein merck/ wann du den hohen Thurn auffsetzt, das du ihn bey den neben lo-chern nicht zu dicke machest/ sondern der dickel Abbrechesi/ damit das Fewr oder Hitzedesto baß in die neben oͤfen gehen kan.Darnach laß zu solchen löchern dadurch die Hitze gehet/ Register oder Instru-menta von Töpfferthon machen, mit denen du das Fewr regiren, vorschieben vnd auff-schieben