Buch 
Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
Entstehung
Seite
125
JPEG-Download
 

Brennen der Scheidewasser.schieben kanst, Wiewol etliche solche Register oder Instrumenta vorzuschieben vonstarcken Eisen machen lassen, aber die sind nicht so gut, als die erdenen, dan wann dieEisern erhitzen vnd glüent werden, so geben sie gleichwol grosse hitze, vnd ob sie schonvorgeschoben werden, dadurch kan das Fewr nicht wol gezwungen oder regieretwerden, so ist doch gefahr dabey, Man mus auch zu jedem neben Ofen, darein mandie Krüg oder die Glaßkolben mit dem Zeug setzt/ deckel haben/ von Erden oder Töp-fferthon gemacht, welche also außgeschnitten seyn sollen, das sie sich vmb dendes Kruges oder Glaßkolbens fein schliessen, vnnd die öfen auffs gehebste können zugemacht werden/ Man mus auch Lufftlöcher dardurch lassen, so man ventil nennetdie da thönen stöpffel haben, die geheb nein gehen, das Feur damit zu regieren, wie inder abgerissen Figur zu sehen, deßgleichen sol auff dem Thurn eine stürtz oder deckelgesetzt werden, der so breit sey, das er den Thurn oben gar bedecke, Ist also der Ofenoder faule Heintz zum Scheidewasser brennen, bereitet.Voraus die Scheidewasser gebrant werden.OP dem gemeinen Scheidewasser brennen, werden allein zwey stück gebrau-ehet, als Salpeter vnd Victril, die müssen zuvorn vnd ehe man einsetzt, praeparirtwerden, erstlich mus man den Victril also Calcioniren: Nimb auff einmahl bey4 pfundt, vnd thue die in einen erdenen verglassürten Tiegel, setz den vber das Fewr,das der Victril zergehe wie ein Wasser, laß ihn gemach sieden und kochen, vnd rüreihn für vnnd für mit einem höltzern schäuffelein vmb, biß die Wässerigkeit gar ver-raucht/ vnd der Victril begint dick zu werden, dann so nimb mit dem höltzern schäu-felein/ eins theils auff den Tiegel/ weils noch warm ist/ vnnd reib es auff einen Reib-stein klein, ehe dann es erkaltet, dann thue mehr aus dem Tiegel auff den Reibsteinbiß so lange der Victril aller aus dem Tiegel vnd klein gerieben ist, dan wann du denVictril nicht warm außm Tiegel thust, sondern darinnen kalt lest werden, so wird erso hart als ein Kießlingstein, vnd ist alßdan vbel herauß zubringen, auch nicht wol zureiben. Also ist der Victril zu dem Scheidewasser brennen zugerichtet.Den Salpeter belangent den darff man nicht calcioniren, sondern man setztden nur auff einen Ofen/ das er trucken werde/ vnnd sich fein klein reiben vnd stossen,lest, so ist er auch bereitet. Weil er aber nicht allerding rein, sondern eins theils da-runter sehr saltzig ist, so mus man ihn zuvor leutern, vnd von seinem Saltz reinigen,wie billig ein jeder der mit Scheidewasser brennen vmbgehet, die Handtgriff wissensol.WJe die Scheidewasser sollen gebrandtwerden.Imb vier pfundt reinen Salpeter, vnnd vierdtehalb pfund des jetztge-melten calcionirten Victrils/ reib die beyde gar klein, vnd thue sie in einen beschlage-uen Glaßkolben, kere mit einem Hasenfuß(an ein stäblein gebunden) den Zeug imKolben am Halß ab/ damit das Wasser rein herüber gehe, vnnd nicht Vrsach habeoberzusteigen.So nun der Salpeter vnnd calcionirte Victril in den Kolben oder Krugegethan ist, so setze ihn in der neben öfen einen, auff den Rost/ auff die darzu gemachteCapellen, vnd lege die thönen bletter, die sich vmb des Kruges Halß schliessen, auffden neben Ofen, vnd verluttire die Fugen an allen orten, mit obgedachtem Läim garwol/ damit keine Hitze oder Dunst daraus gehen kan/ vnnd laß auff der seiten dieLufftlöcher offen, jedoch nicht weit, dann so sie bey drey singer weit offen seyn, so istes weit genug.OmDis