Goltertzen vnd Goltschlichen.149Man mag auch das Plachmahl alles wiederumb in einen Tiegel setzen, vndin einem Windtofen fliessen lassen, vnd wann es gar wol geflossen ist, soltu das Sil-ber mit gefeiltem Eisen oder Hammerschlag vnnd mit gekörntem Bley darin nieder-schlagen, wol vmbrüren vnd mit gefeiltem Eisen folgen, so lange, biß das Plachmahlden Eisern Rührhaken im rüren nicht mehr angreifft, dann hebs aus dem Fewr, vndlaß es wol kalt werden.In solchem niederschlagen mit dem Eisen, verleurt der Schwefel seine krafft,vnnd lest das Silber fallen, das also mit diesem niederschlagen das mehrertheil desSilbers im Tiegel sich niedersetzt, welches darnach sampt dem vbriegen Plachmahlleichtlich zu gut zu machen, sonderlich weil es Bleyreich ist.Olget der Flußzum Niederschlagen.Imb Glöt/Glaßgallen/gegossen Saltz, eins so viel als des andern/ kleingestossen/ gefeilt Eisen vnnd gekörnt Bley, so viel als dieser stücke eins darunter ge-than/ Dieser Fluß machet das Plachmahl schmeidig/ daß sich das Golt desto liebersetzt, vnd schlägt auch nieder, jedoch nicht so jähling, Wann du ihn brauchen wilt, somustu mit dem gekörnten Bley vnd Kupffer, im niederschlagen desto gemacher thun,sonst wuͤrde der Silberkönig zu groß werden.Hiemit hastu rechten bericht, wie du mit dem Scheiden im Guß allerdingvmbgehen solst/ auff welches gut acht zu haben/ dann man mehr vleiß als im Scheide-wasser brauchen mus.Ie man die alten Tiegel vnd Scherbenwieder zu gute machen sol.Je alten Tiegel vnd Scherben, so zum Scheiden gebraucht sind, sol man&vleißig zusamen halten, dann sie sind nicht ohn Silber, vnd wann du dieselbigen zu gutmachen wilt, setze der alten Tiegel einen voll Bleyes in einen Windtofen, laß es ge-mach treiben/ vnd leg die stücke der gebrauchten Tiegel/ eins nach dem andern darein/so zeucht das Bley/ was noch vom Plachmahl daran hengen blieben, alles in sich/ vndwird gleich als abgewaschen, Dasselbige Bley kanstu an statt anders Bleyes oderdoch eins theils davon dem Plachmahl auff den Test zu setzen, vnd damit zu gute ma-chen/ dann je rathsamer man alle ding zusammen helt/ jekleiner vnnd geringer der ab-gangk am Silber wird, Das ander Krätz aber wird alles zusammen gesamblet, vndauff einmahl mit einander gewaschen/ vnd zu Nutz geschmeltzt/ vnnd wann in diesemSchmeltzen ein Tiegel außläufft(wie sichs dann wol begeben kan) so ist dieser Zeugund Plachmahl/ weil er schwer ist/ vnnd im Wasser sitzen bleibt/ gleich einem andernSilber auffzusuchen.Von dem Cimentiren.As Cimentiren ist eine sonderliche Kunst, durch welche man Kupffer-Silber/ Messing vnd andere Metallen, durch ein angefeuchtes Pulver, vom Goldebeitzen vnd Fretzen kan/ damit das Golt von seinem Zusatz geschieden, vnd vnversehretbleibe. Es ist aber nur auff solche Gölder zugebrauchen, die mehr als halb Goldseyn, dann wo des Silbers oder Kupffers mehr als des Goldes ist, da sind die andernscheiden besser zu/ geschicht auch daselbst in weniger zeit, vnd mit w eniger mühe vnndonkosten, Vnnd wisse/ nach dem das Golt reich oder arm ist/ nachdem müssen auchdie Ciment zugerichte werden.Zu dem Cimentpulver aber gehören solche Zeuge vnnd Materien, die dasSilber vnnd Kupffer von wegen ihrer schärffe angreiffen vnd verzehren, als scharffesaltzige species, vnter welchen man Spangrün/ Eusustum vnnd dergleichen nehmenmus-T iii
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Buch
Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
Entstehung
Seite
149
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