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Erster Band. A bis Bl.
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10 Activhandcl Actor

samkeitäußernd, oder die Äußerung fremder Wirksamkeit empfangend. Man ver-bindet es mit vielen andern Begriffen, als z. B. Activ- und Passivhandel(s. d.), Activ - und Passivschuld u. s. w. Insbesondere wird in der Sprachlehredas Zeitwort nach diesen beiden Begriffen betrachtet.

Activhandel wird dem Passivbandel entgegengesetzt. Die meistenSchriftsteller verbinden in der Erklärung dieses Worts zwei Begriffe, welche nichtimmer mit einander verbunden sind: erstlich, daß eine Nation ihre Waaren derandern s lbst zuführe und die Waaren derselben von ihr hole; zweitens, daß siedurch diesen Handel in der Bilanz gewinne. Busch schränkt den Begriff, ohneauf den Gewinn und Verlust Rücksicht zu nehmen, aus den ersten Punkt einund nennt Activhandel den Handel eines Volks, das denselben durch sich selbstbetreibt, und indem es bei den fremden als Käufer und Verkäufer erscheint oderseuie Waaren andern Nationen selbst zuführt und deren Waaren von ibnen holt;Passiohandel hingegen ist ihm derjenige, da ein Volk den fremden Käufer undVerkäufer bei sich erwartet. Dieser große Schriftsteller schreibt es der erwähn-ten Vermengung der Begriffe zu, daß die Vorschlage Derer, welche die Hand-lung aus einer fehlerhaften Theorie verbeffern wollen, fast alle darauf hin-ausgehen, die Passivhandiung eines Landes (welches oft recht wohl bei dersel-ben steht) in eine Activhandlung zu verwandeln, und zeigt, das; die Passiv-handlung in manchen Fallen viel sicherer und einträglicher als die Activhandlungsei. („Kleine Schriften über die Handlung von Job. Ge. Busch.")— Activ-schuld, eine Schuld, die man zu fodern hat, im Gegensatz der Passivschuld,die man zu zahlen hak.

A cton (Joseph), neapolit. Premierminister, war 1737 in Beiarx-on vondort angesiedelten irländischen Altern geboren. Er nahn: nach vollendeten StudienDienste in der franz. Marine, trat aber bald in toscanische, und wurde bei derspan. irxpedition gegen die Barbaresken angestellt, wo er Gelegenheit fand, sichauszuzeichnen. Dies führte ihn zur neapolit. Marine und an den neapolit. Hof,wo er sich die Gunst der König. Karoline zu erwerben verstand. Er wurde Ma-rine-, dann auch Kriegsminister, bekam zugleich die Direction der Finanzen undward endlich zum Premierminister ernannt. Auf diesem Posten verband er sichmit dem engl. Gesandten Hamilton, und Beide gewannen auf die Schicksale Nea-pels einen Einfluß, den man keineswegs segensreich nennen kann. So wurdeA. ein neues Beispiel, wie gefährlich es für Monarchen ist, Günstlinge!; dieRegierung in ihrem Namen ohne Conirole anzuvertrauen. Sein zur Leidenschaftgesteigerter Haß gegen Frankreich verleitete ihn wahrend der Dauer der italienischenKriege zu den ausschweifendsten Maßregeln, die an; Ende stets nachtkeilig für diekönigliche Familie zurückwirkten und die franz. Partei, aus der sich späterhin dieder Carbonari bildete, verstärkten. So begleitete A. den König auch 1788 aufder von Mack befehligten Expedition gegen die franz. Armee. Früher hatte er,während Nelfon'S Anwesenheit, die berüchtigte Junta präsidirt, welche, um ih-ren Haß gegen abweichende politische Meinungen zu befriedigen, mit noch nie ge-sehener Grausamkeit in allen Ständen Schlachtopfer suchte und zu finden wußte.Nach der verunglückte» Mack'schen Expedition wurde A. — nur zu spät — vonder Leitung der neapolit. Angelegenheiten entfernt. Er starb 1808, von allenParteien gehaßt und verachtet.

Actor (jur.), überhaupt der Kläger , aber in bestimmterm Sinne mehrerdeutscher RechtSversassungen Derjenige, welcher als Sachwalter für eine Person(ein Individuum oder eine Corporation) auftritt, welche mchk in eignem Namen,sondern nur unter Mitwirkung von Vormündern oder durch Beamte handeln kann,als Minderjährige, Gemuthskranke, Frauen, wo die GeschlcchtSvorniundfchaftgilt, Gemeinden und Corporatiouen, Stiftungen und öffentliche Behörden, welche