Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
229
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Alpensirußen 229

Frankreich und Wallis mit Italien verknüpfen. Die erste führt über den 5813Fuß hohen E eins (s.d.) überLanSlebourg nach Suza, ausSavoyen nach Piemont .Sonst mußte man sich durch Maulesel oder Tragsessel über die steilste Höhe dringenlassen: allein 1805 ließ Napoleon hier eine fahrbare Straße nn Zickzack anlegen,die 4L- Meile lang und 18 Fuß breit ist. Man kann sie auch im Winrer befahren.1815 passieren 16,000 Wagen und 3-1,900 Maulrhiere diese Straße. Die zweiteführt über den 10,521 F. hohen Simplon (8e„>p>one) aus Wallis nach 'Hie-inont, von dem Flecken Gins nach Domo d'Ossola . Diese Kunstftraße, welcheNapoleon von 1801 — 6 anlegen ließ, die einzige, auf welcher man aus derSchweiz über die Alpen fahren kann. ist 14 Stunden lang, überall 25 F. breit,nirgends stark aufsteigend und daher selbst für den schwersten Lastwagen fabrbar.Dennoch geht sie über jähe Abgründe, in deren Tiefen herabstürzende Wasser brau-sen und durch 6 durch Felsen gehauene Gänge (^idöist-s), die mehre hundertSchritte lang durchbrochen sind, und wo durch Öffnungen der Weg beleuchtet wird.Aus denselben tritt man in liebliche Thalgründe nilt Sennhütten und sieht überschwarze Tannenwälder, Gletscher und höhere Schneebcrge ins Blau des Him-mels. Kühne Brucke» führen über gräßliche Abgrunde von einem Berge zum an-dern. Die italienische Seite bietet ein schöneres Schauspiel als die helvetische dar,weil dort die Felsen schroffer sind. An derselben ist die Or-,,>,Ie g-dßrie, 683 F.lang, ganz in Granit ausgehöhlt, von dem Bache, welcher dabei einen prächtigenFall bildet, die Galerie von Friffinone genannt. Die Straße beginnt eine Vier-telstunde westlich von Brieg und geht über die Saltinabrücke; oberhalb des Dörf-chens Ried gelangt man durch einen schönen Lerchenwald zur ersten Galerie unddann über die 80 Schritte lange Kanterbrücke nach Persal. Hier beginnen Ab-gründe und, der Lawinen wegen, gefährliche Stellen, weßwegen die Straße vieleKrümmungen macht. Bei der des glaoierr Hort der Baumwuchs auf,

und die Straße erhebt sich bis zu 1033 Toisen über den Lago maggiore, oder bei-nahe 6000 F. über das Meer. Auf der Höhe steht ein Hospitium für Reisende,einEhausseehauS, und rechts in der Tiefe das alte S pital. 1 l Stunde» weiter liegtdas Dorf Simplon 45-18 F. über dem Meere. An der Veriola, einem Flusse,lauft die Straße fort bis in die Nähe von Domo d'Ldssola. Zu Gunr ist ein Wirths-haus; eine Viertelstunde weiter Hort bei einer Capclle das walliser Gebiet auf;das erste italienische Dorf heißt S.-Marco. Lawinen und vom Regen losgerisseneSteinmassen beschädigen oft diese Straße, sodaß die Ausbesserung jährlich einenbedeutenden 'Aufwand ersodert, welchen aber weder die Schweizer noch die sar-dinische Regierung bis jetzt haben übernehmen wollen. Ldsterwald hat die maleri-schen Ansichten der Limplonstraße in einem schönen Werke dargestellt. (Vcrgl.Simplo n.) Eine dritte S traße fübrt über den 6000 F. hohen Berg Genevre, ander Grenze von Frankreich und Piemont , ungefähr 5 S tunden von Driaiu on, einerGrenssestung in Daupbiiu-, Deport, der -Obcralpen. Auf dem ebenen Gipfel desBerges liegt ein Dorf mit einem Kloster, das Reisende aufnimmt. Die vierteStraße (st, tä„r,doste) geht von Nizza über Monaco nach Genua , dureb den Fel-senboden am Fuße der Seealpen. — Unter den übrigen Alpenstraßcn sind ;u be-merken: 1) Die über den St.-Gotthard (s. Go tthardsderss, aus demCan-ton Uri in den CantonTessin; da sie aber sehr beschwerlich und zum Tbeil gefähr-lich ist, vorzüglich bei der Teuselsbrücke, im Urnerloche und beim Absteigen »acbAirolo im liviner Thale , so können aus derselben die Güter aus der Scbwei; nackItalien nur auf Saumrossen transportirt werden. Die Straße erhebt sich bis auf8264 F., und in der Hohe von 6361 F. liegt ein Eapuzinerhospiz. 2) DieStraße über den großen Sk.-Bernbard (s. BernhardSberg , von dem genferSee nach Italien (unter allen die nächste nach Turin und Genua ), ist nickt fabrbar.sondern wird nur von Fußgängern und Saumrhieren gebraucht. Wegen Abkürzung