Band 
Erster Band. A bis Bl.
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233
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Altrnsiein (Domain?) Altensiein (Freih. v.) 233

das Corpus der allgemeinen Ritterschaft (111) und das Corpus der städtischen Ab-geordneten (8). (S. das „Sraats- und Adreßhandbuch des Herzogthunis Sach-sen-)lltenburg, 1828.) — Die gut gebaute Hauptstadt Altenburg an derPleiße hat in 1219 Häuf 11,500 E. Bis 1308 gehörte sie zu den freien Reichs-städten. Das alte, auf einem Felsen gelegene Schloß ist durch den Prinzenraubvon 1-155 merkwürdig. (S. Kun; von Häufungen.) Sonst zeichnet sichdie Stadt durch das 1103 gelüftete Gymnasium, durch das 1105 eingerich-tete Fräuleinstift, durch mehre Vereine und durch ihre milden Anstalten, sowiedurch den schönen Spaziergang auf dem Teichdamm aus; auch har sie Ma-nufacturen in Wollenzeuchcn, Wollcnband, Leder, Taback und Handschuhen,und treibt einen bedeutenden Wechsel-, SpedilionS-, Woll-, Korn- und Zwi-schenhandel.

Altenstein, eine Domaine des sachsen -meiningischen Hofes, seit 1198Sommeraufenthalt desselben, auf einer Höhe am südwestl. Abhänge des thürin-ger Waldgebirges. Hier und zu Altenberga im Fürstenthum Gotba predigteder Apostel der Deutschen , Bomfacius, von 124—21 und erbaute für dieNeubekehrten eine Capelle. — 600 Schritte hinter dem Schlosse lieh KurfürstFriedrich der Weise am 1. Mai 1521 Luther , um ihn zu retten, auffangen undnach der Wartburg bringen. Unter der dortigen alten Buche ruhete Luther ausund labte sich am Brunnen. Auf den Terrassen des Gartens sieht man Resteder alten, 1133 abgebrannten Burg. Das herzogl. Schloß wurde seit 1198mit seinem Park immer mehr verschönert. Herzog Georg legte die gothischeCapelle, die Sennhütte nebst dem Wasserfall, der einen Forellenkeich unterhält,die chinesische Rotonde, das Denkmal der Herzogin Charlotte Amalie , den hohlenStein und die Teufelöbrücke an. Der hohle Stein enthält eine Kluft, auswelcher eine Äolsharfe tönt. Die ganze Gegend mit dem Granitfelsen ist einverschönerter Naturgarken. — Die schönste Höhle in Deutschland ist die eineViertelstunde davon belegene altensteiner oder liebensteiner Höhle beimBade Liebenstein. Sie ist hoch, breit, geräumig, reinlich und trocken, undwurde bei einer Chausseeanlage 1159 entdeckt. Die Farbe der Gewölbe ist schwarz-grau. Ein Wasser in der Höhle hat einen Teich und einen so starken Fall, daß eSbeim Auskreten zu Tage eine Mühle treibt. Ein Stollen, der unter der Chausseestreicht, bildet den Eingang in die Haupthöhle, aus 2 großen Sälen bestehend.Von einem Altan in der Höhle hört man Musik, und aus einer Nebenhöhle voneinem zweiten Haurboistenehor ein Echo. Von dieser Höhle aus besteigt man einePlakforme und hat die Aussicht auf das -Wasser. Während der Badezeit ist Sonn-tags hier Erleuchtung. Musik und bisweilen Tanz.

Altenstein (Freih. Stein von), k. preuß. Staatsminister und Ministerdes Cultus, geb. 1160 in Franken, wo er, nach beendigten Studien, unter derVerwaltung des Ministers von Hardenbcrg in den Staatsdienst trat. Er folgtediesem Staatsmanne nach Berlin , wo er beim Ausbruche des Krieges 1806Geh.-Finanzrath war. In Königsberg , wohm die Umstände ihn versetzt hat-ten, berief ihn der Freih. von Hardenberg als Geh. StaatSrath zu den Arbeiten,die eine Reorganisation des preuß. StaatS bezweckten. Als ein Mann von aus-gebreiteten Kenntnissen und tiefen Einsichten — er war insbesondere von Fichteein Freund und Anhänger — schritt A. mit dem Zeltgeiste fort, half viel un-brauchbares Altes abschaffen und Besseres begründen; vorzüglich drang er aufdie Gleichstellung aller Staatsbürger vor dem Gesetz und daher auf Abschaffungder Adelsprivilegien. Nach der Rückkehr des Hofes in Berlin war A. abwech-selnd in verschiedenen Zweigen der Staatsverwaltung thätig, auch eine Zeitlang,den wechselnden Umständen gemäß, von den Geschäften zurückgezogen. Hard-m-berg führte ihn wiederholt in dieselben zurück. Nach dem großen Umschwung