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Altronstadter Friede
den entferntesten Weltgegenden in Verbindung steht, so genießen die altonaer Kauf-leute rcn großen Vortheil, schiffe, die von und nach Hamburg gehen, mit ^be-frachten, zu deren alleiniger Ausrüstung es ihnen oft an Mitteln fehlen dürfte.Doch haben sie 70 eigne Schiffe. Auch hac die dänische Regierung durch mancher-lei Begünstigungen zum Flor der Stadt beigetragen. Hier ist nämlich ein Com-Nierzcollegium, eine Münze, eine Dorfe, eine Girobank und seil 1739 ein akade-misches Gymnasiium. Es gibt wenig Orte, wo so viele Duldung aller Rcligions-parreien von Seilen der Regierung stattfindet, als in A. Von den Gesellschaf-ten zur Beförderung des Gemeinnützigen verdient die Schleswig-Holsteinische pa-triorische Gesellschaft angefuhrl zu werden, deren Hauptverwaltung hier ihre Ver-sammlungen hält. — Altona war um 1500 ein unbedeutendes Fischerdorf.Die Bewohner gingen nach Hamburg in die Kirche. 1604 erhielt A. die Rechteeines Fleckens, ward 1664 unter Friedrich III. von Dänemark zu einer Stadterhoben, und blieb bis 1640 der Landeshoheit der Grafen von Schaumburg ,die zugleich diesen Theil Holsteins besaßen, unterworfen. 1713 wurde sie vondem schwedischen General Steenbock angezündet und bis auf 3 Kirchen und 30Häuser ein Raub der Flammen. Nach dieser Zeit ist A. durch vermehrte Frei-heiten , sowie durch einsichtsvolle obrigkeitl. Personen und durch einen langen Frie-den sehr emporgekommen, besonders haben der Nordamerikanische und sranz. Frei-heitskrieg die Große lind den Wohlstand bedeutend vermehrt. 1313 und 1314hätte es bald ein ähnliches Schicksal haben können als vor 100 I., indem es wegender Kriegsoperakionen gegen Hainburg den Vertheidigern äußerst hinderlich war.Durch die Gewandtheit des Dberpeäsidenten Grafen Blücher, A. mit beiden Geg-nern, dem Frech. Benningsen, der das Belagerungsheer der Allürten, und deinFürsten Eckmuhl, der die Besatzung in Hainburg befehligte, auf solchen Fußzu setzen, daß beide die Neutralität A.'S selbst bei den öftern Angriffen der Allürtenauf die naheliegende Sternsebanze, die die abgebrannte Vorstadt Hamburger-Berg beherrschte, zu ihrem Vortheil benutzen zu können glaubten, war es mög-lich geworden, die Statt A. zu retten und ihren Einw. die sonst unvermeidlichstarke Beguarrierung zu ersparen, die schon in der Zwischenperiodc zwischen Napo-leon? in Hamburg bekannt gewordener Abdankung und dem wirklichen Abmarschder franz. Besatzung aus Hamburg drückend genug werden konnte. Übrigenswar in dieser Zeit auch die Verproviantirung A.'S eng genug aufdaS Nokhdürftigebeschränkt, damit von A. aus kein Schleichhandel mit Lebensmitteln nach Ham-burg bedeutend werden konnte.
Altranstädter Friede, geschlossen zwischenKarlXII., KönigvonSchweden, und August II., König von Polen , am 24. Sept. 1706. Im Nor-dischen Kriege (s. d.) hatte Karl die Sachsen in Polen , wo August Liefland er-obern wollte, mehrmals geschlagen; August war sodann auf dem Reichstage zuWarschau abgesetzt, und StanislauS Lesezvnski 1704 zum König gewählt worden.Weil aber August von seinem Bundesgenossen, dem Zaar Peter von Rußland, un-terstützt, den Krieg gegen die Schweden in Polen fortsetzte, so drang Karl, nachdemsein General Rchnschöld den säcbs. General Schulenburg bei Fraustadt (14. Febr.1706) geschlagen hatte, durch Schlesien in Sachsen ein, besetzte das Kurfürsten-thum und nahm sein Hauptquartier den 20. Sept. inAltranstädt, einem Pfarr-dorfe der jetzigen preuß. Provinz Sachsen, zwischen Leipzig und Merseburg , weil indessen Nabe bei Lützen Gustav Adolf gefallen war. Während die? geschah, unter-handelten Augusts I>. Bevollmächtigte, der Geh.-Rath Freih. von Imhof und derGeh. Referendar Pfingsten, zu Bischofswerda den 12. Sept. über den Frieden, dessenharte Bedingungen sie am 24. zu Altranstädt unter;eichncten, weil sie unbedingteVollmacht erhallen hatten. August verzichtete aufPolen und Lithauen, behielt aberden Titel König; er entsagte dem Bunde wider Schweden , insbesondere dem mit
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