246
Amalgam
Recht sagt Bouterwek von den 4 ersten Büchern: „Ein so wahrhaft großes Ge»malte des edelsten Heldensinnes und der Treue, ohne ängstliche Beschränkung desLohnS der Liede, aber auch ohne irgend einen beleidigend unsittlichen Zug, nut derhöchsten Fülle der Schwärmerei, zwar über die Natur hinaus epaliirt, aber dochdurch die treuherzigste Simplicität der Darstellung auch den gesunden Geschmackergötzend, verdiente zu seiner Zeit dir Huldigung, die es Jahrhunderte lang er:hielt". — Die Fortsetzungen haben den ästhetischen Werth nicht, der die 4 erstenBücher auszeichnet. Von neuern deutschen Bearbeitungen dieses Romans oderbesser dieses Romanencyklus gibt es keine, die genannt zu werden verdiente; dennder muthwillige „Neue Amadis" von Wieland hat mir jenen ältern Amadissennichts gemein als den Titel und etwa die Fülle der von dem Helden zu bestehen-den Abenteuer. Dagegen hat ein neuerer franz. Dichter, Ereuz' de Lesser (1819Präsect des Heraultdepart.), es unternommen, seinen Landsleuten den dreifachenromantischen Mrthenkreis in einem neuen Gewände darzustellen. — Von seinem1. Bdch.: clnn.ili, <le lu tu!,!«: innrch", in 20 Ges., erschien 1812
eine 2. Anst. Das 2. Bdch.: „.Inmclis <Ie 6-iuIe, gleichfalls in 20 Ges., kam1813 heraus.
Amalga m Gom spanischen ämul^imie», arab. Ursprungs),eine Derbin«düng des Merkurs oder Quecksilbers mit andern Metallen; daher amalgami-ren, metallische Substanzen mit Quecksilber verbinden. Durch die Amalga-mation oder Anguickung, d. h. durch das hüttenmännische Verfahren, mit-telst welches ein Metall mir Quecksilber zu einem Amalgam verbunden wird, hatdas Silberbuttenwesen eine sehr große Verbesserung erhalten. Sie ward schon1571 in Amerika durch Velasco eingeführt, ist aber 1010 durch Alonso Barbaund besonders 1780 durch v. Born wesentlich verbessert worden. Das ältesteVerfahren bestand darin, die fein g-mahlenen Erze mit Quecksilber und Wasser insteinernen oder in kupfernen Gesäßen zufammenzvrciben; gleichzeitig scheint aberauch die Amalaamatien in Haufen eingefühlt worden zu sein. Das Verfahrendieser Art in Südamerika ist folgendes: Die eingesprengten Erze werden zuersttrocken gepocht, dann in Mühlen (Tahonas) mit etwas 'Wasser ganz fein gemahlenund entweder schon bei diesem Zermaklen mit Kochsalz versetzt oder nachher mitdemselben vermengt. Der gemahlene Erzschlamm wird in Haufen (Tortas undMonrons) auf einem mit steinernen Platten belegten ebenen Platz aufgeschüttet,durch Treten (Trikuration) durchknetet, gewendet und mit einem gepulverten Ge-menge von Eisen - und Kupfervitriol (Magistral) versetzt. Nachdem die Massewieder durchknetet worden ist, wird ein Drittel des Gewichts Quecksilber zugesetztund daraurdie Durchknetung 12 — 20 Tage fortgesetzt, worauf man beim Pro-benehmen Amalgam und Limadur, d. i. noch nicht amalgamirtes, metallischesSilber, erba't. welcher durch fernere Quecksilberzusstzeauch amalgamirt wird. Nachbeendigter Amstgamafton wird das Amalgam verwaschen, fi'trirt und gebrannt.Da diese Amalaamationsmethode. ungeachtet ihrer Unvollkommcnheit, kein Brenn-material erfoderk, so wird sie in Südamerika nicht leicht durch eine andre verdrängtwerden kennen. — Weit einfacher, schneller, nur mit einem geringen Quecksil-berverlust verbunden, aber eine Menge Maschinerie erfodernd, ist die europäischeAmalaamatien. Sie gründet sich darauf, das Silber in Hornsilber umzuändernund dieses durch die gemeinschaftliche Einwirkung des Quecksilbers und des Eisensoder Kupfers zu zersetzen, wobei sich das entstandene regulinische Silber mit demQuecksilber zu einem Amalgam verbindet. Nicht alle silberhaltige Erze find ge-schickt zur Amalgamatio», sondern nur die fein eingesprengten und die kiesigen, inderen Ermanaelung auch Schwefelkies zugesetzt werden kann. Das Verfahren istfolgendes: Die fein gepochten Erze werten, mit Kochsalz vermengt, in Flammen-vfen stark gerostet, nachher durch einen eisernen Durchwurs geworfen, um das