248 Amalthea Amazonen
Summen, ohne Bedrückung ihrer Unterthanen, zu ersparen, und die Hungersnoth,welche 1713 Sachsen heimsuchte, von ihnen abzuwenden. Aber kaum halte siediesen dringenden Bedürfnissen abgeholfen, als sie ihren Blick auf diejenigen Ge-genstände wandle, welche allein das Leben r '> edeln. Sie gründete neue Anstaltenfür die geistige Bildung des Volks und vervollkommnete die vorhandenen. Sie er-nannte Wieland zum Gouverneur ihres Sohnes, des nachherigen Großherzogs,und zog Männer von den glänzendsten Talenten nach Weimar , wie Herder,Göthe, Seckendorf, Knebel, Böttiger, Bode, MusäuS. Schiller gesellte sichihnen erst in den letzten, Jahren bei. Nur durch die Vereinigung seltener Eigen-schaften des Geistes und Herzens konnte es der Fürstin eines kleinen StaatS gelin-gen, mehr ausgezeichnete Männer als irgend ein gleichzeitiger Hof um sich zuversammeln. Daß dazu ihr persönlicher Charakter noch mehr als ihr Rang undihre Macht beitrug, beweist der Umstand, daß ihr dieselbe Umgebung blieb, nach-dem sie 1775 die Regierung in die Hände ihres Sohnes gegeben hatte. IhrSchloß in Weimar , ihre Lusthäuser in Tieffurth und Eltersburg, waren unver-ändert der Versammlungsort aller Gelehrten und Reisenden von Verdienst. EineReise nach Italien, welche sie 1788 in Göthe'S Begleitung machte, vermehrtenoch ihren Geschmack für die Künste. So erwarb sie sich, als die Erbin der großenEigenschaften des Hauses Braunschweig und seiner Liebe für die Wissenschaften,den Ruhm, die berühmtesten gleichzeitigen Schriftsteller des deutschen Vake lindesgeehrt und aufgemuntert zu haben. Der 14. Der. 1806 hakte ihr Herz gebro-chen; sie starb den 10. April 1807.
Amalthea, der Name der Ziege aufKreta, welche den Jupiter säugte,als ihn seine Mutter aus Furcht vor dem Saturn daselbst verbarg. Von dieserZiege wird das Horn des Überflusses, welches Jupiter den Techtern des Melissas,die der Rhea beigestanten, mit dem Segen gab, daß sie Alles, was sie zum Unter-halte nöthig hatten, daraus sollten nehmen können, o>>,nu 4>n.Ul!>,a, (gleichbe-deutend mit (MI NU uc>pi. Füllhorn) genannt. Nach Andern hieß die Nymphe,welche f ne Ziege bewachte, Amalthea. Die Sibvlle zu Cumä führte ebenfallsdiesen Namen. Unter d. Tit. „Amalthea " erschien von 1821 — 25 in 3 Bdn.eine westliche archäologische Zeitschrift vom Hofrath Böttiger, deren Einleitungauch die Mythe der Amalthea behandelt.
A m a r a n t h, eine Art unverwelklicher Blumen, insofern sie abgepflücktund trocken ihre frische Farbe behalten. Daher ist diese Blume den Dichternein Sinnbild der Unsterblichkeit geworden. Es gibt mehre Arten;' eine der-selben ist das Tausendschön.
A Math u S (Amachunt), vormals eine Stadt auf Cvpern, berühmt durchden Dienst der Venus, welche von ihr die amalhuntische Göttin, Amarhusia, hieß.
A mati, eine alte cremonesische Familie, welche im 16. und 17. Jahrh.Geigen verfertigte, die noch jetzt wegen ihres vollen Tons zu den besten ge-hören und sehr theuer bezahlt werde».
A mazone n. Eine uralte Sage, der etwas Geschichtlich-Wahres zumGrunde zu liegen scheint, spricht von einem Weibervolke, das keine Männer un-ter sich duldete, unter der Anführung seiner Königin bewaffnet in den Krieg zogund lange einen furchtbaren Staat bildete. Veit den Männer benachbarter Völ-kerschaften pflogen sie Gemeinschaft bloß der Fortpflanzung wegen. Diesen sandtensie auch die Knaben zu, welche sie gebaren. Die Mädchen aber wgen sie zum Kriegeund brannten ihnen die rechte Brust aus, damit ihnen diese beim Bogenschießennicht hinderlich sei» möchte. Von der abgebrannten Brust erhielten sie den .-NamenAmazonen (Brustlose). Die Alten erwähnen dreier Amazonenvölker: 1)Die afri-kanischen Amazonen, welche unter ihrer Königin Mvrma große Eroberungen mach-ten, nachher aber von Hercules vertilgt wurden. 2) Die asiatischen Amazonen, von