250 Ambrosia Ambrosins
gestellt. Ihr Custos, Alois Primisser, hat sie (Dien 1819) auf eine musterhafteArt beschrieben. Sie enthält viele altdeutsche Kunstwerke, unter andern auch die48 Ebenbilder sächs. Fürsten , mit L)l auf Leinwand gemalt, von Lukas Kranachdem Sohne. MehreS aus dieser Sammlung, vorzüglich Bücher und Münzen,war schon früher in die wiener Bibliothek und in das kaijerl. Münzcabinet gekom-men. Die Gesammtzahl der Handschriften, unter welchen eine prächtige Abschriftdes „Heldenbuchs", wahrscheinlich von 1511, zu bemerken ist, mit Inbegriff derTurnier-, Waffen- und Kampfbücher, beträgt gegenwärtig noch 69. Die wich-tigern Denkmäler werden jetzt durch Abbildungen bekanntgemacht, und schon istein Heft der Bildnisse aus dem Habsburgischen Stammbaume erschienen. 20.
Ambrosia, s. Götterspeise.
A m b r v s i a n i s ch e Bibliothek. Diese in neuerer Zeit durch dieEntdeckungen Ang. Majo's berühmt gewordene Büchersammlung zu Mailand wurde 1609 vom Card. Friedrich Borromeo, einem Verwandten des heilig ge-gesprochenen Carlo Borromeo , dem allgemeinen Gebrauche eröffnet. Der kunst-liebende Cardinal, Erzbischos von Mailand , hatte sie durch Gelehrte, die er durchEuropa, ja selbst nach Asien aussandte, aufkaufen lassen; doch zählte sie bei ihrerEröffnung nur etwa 35,000 Druck- und 15,000 Handschriften in allen Sprachen.Jetzt enthält sie 60,000 gedr. Bücher (nach Millin 140,000). Zu Ehren desheil. Ambrosius, des Schutzpatrons von Mailand , ward sie Iliblinlli--,-.-, ,V»>-benannt. Das die Sammlung späterhin besonders durch die Pinelli'-schen Handschriften gewonnen hat, erzählt Angelo Majo in seinerVorrete zu denFragmenten der Iliade, die er aus ihren Schätzen bekanntmachte. Ihr gelehr-ter Stifter wollte mit dieser Bibliothek, deren günstiges Loral auch von ihm her-stamml, ein Collegium von Gelehrten verbinden, von denen jeder in irgend einemFache ausgezeichnet, für die Bekanntmachung der dahin einschlagenden WerkeSorge trüge und überhaupt den ansprechenden Fremden darüber Rede stehe.Mangel der Fonds zwangen aber dies Collegium, das auf 16 Mitglieder berechnetwar, auf 2 zu beschränken, die noch jetzt den Titel Itvotore; Libl.führen und durch eine goldene Medaille mit der Inschrift: 8i„g»Ii sich
auszeichnen. Zu den vielen Seltenheiten dieser Büchersammlung gehört, außerden von Majo bekanntgcmachten Palimpsesten, auch ein „Virgil", dem Petrarca die bekannte Notiz über das erste Begegnen Laura'S einschrieb. Mit der Biblio-thek durch einen Platz verbunden, wo ein künstlicher kupwrner Palmbaum steht,den Lalande für ein Erzeugniß des mildern HimmelstrichS nahm, ist eine Ga-lerie von Kunstsachen, in der außer einigen Gvpsabgüssen und Gemälden vonBreughel, Barocci, Luini, Albrecht Dürer, vorzüglich der Carton von Rafael 'gSchule zu Arhen und die Studien von Leonardo da Vinci , sowie die frühe»Copien von dieses großen Künstlers lä-nu anziehen werden. Von den 12 Bändenmit Schriften von der Hand des Leonardo da Vinci , die ehemals als ein kostbaresGeschenk des patriotischen Galeazzo Arconato hier verwahrt wurde», ist nur ei»einziger, der interessantere durch seine Zeichnungen, jetzt noch übrig. Alle andresind in Paris geblieben. 19.
AmbrosiuS (der heilige), ein berübmter Kirchenvater, geb. gegen 340.wahrscheinlich zu Trier, wo sein Vater als Statthalter von Gallien zu resitirenpflegte. Schon in der Wiege empfing er ein glückliches Vorzeichen. Ein Bienen-schwarm bedeckte das Gesicht des im Hofe des Schlosses schlummernden Knaben,und als die Amme herbeieilte, sah sie erstaunt, wie an seinem Munde die Bienenein - und ausgingen, ohne ihm ein Leid zu thun, und sich endlich wieder in dieLüfteerhoben. Sein Vater, vielleicht eingedenk des ähnlichen Wunders, das vomPlako erzählt wird, schloß daraus auf eine hohe Bestimmung. Seine Erziehungwar standesmäßig; die geschicktesten Lehrer zu Rom , wohin nach des Vaters Tode die