252
Amerika
Amerigo VcSpucci
Amerigo Despucci, geb. am 9. März 1451 zu Florenz aus eineralten Familie, machte frühzeitig große Fortschritte in der Physik, Astronomie undErdbeschreibung: damals, wegen ihrer Beziehung auf den Handel, 3 Haupt-gegenstände des Unterrichts zu Florenz. 1490 begab er sich nach Spanien , umHandel zu treiben, und befand sich in-Levilla, als Colombo Anstalten zu seinerzweiten Reise traf. Das Gelingen der Unternehmungen Colombo'S reizte den Des-pucci, sein Handelsgeschäft aufzugeben, um den eben entdeckten Erdtheil kennenzu lernen. Am 10. Mai 1497 trat er seine erste Reise unter dem Admiral Ojedaan, der mit 5 Schiffen aus dem Hafen von Cadi; auslief, und gelangte nach einerFahrt nach 37 Tagen an das feste Land von Amerika , untersuchte den Meerbusenvon Paria und die Küsten mehre 100 Meilen lang, kam nach einer Seereise von13 Monaten »ach Spanien zurück und wurde am Hofe zu Sevilla mit Aus-zeichnung empfangen. Zu; Mai 1499 begann er eine zweite Reise, deren Ergeb-niß die Entdeckung einer Menge kleiner Inseln war. Hierauf trat er, durch Ver-sprechungen gereizt, in die Dienste des Königs Emanuel von Portugal undunternahm 2 Reisen auf portugiesischen Schiffen: die erste den 10. Mai 1501,und die zweite den 10. Mai 1503. Auf dieser letzter» hatte er die Absicht, einenwestlichen Weg nach Malacca zu finden; allein er erlor ein Schiff und rettetesich nach großen Gefahren mit den übrigen 5 in die Aller-Heiligen-Bai auf derKüste von Brasilien. 1506 (in welchem I. Colombo starb) trat er abermals inspanische Dienste und besuchte mehre Male den Erdtheil, der schon von ihm denNamen zu führen anfing. Diese Ehre hätte freilich mehr dem Colombo gebührtals dem Despucci, so wenig man Diesem Verdienste absprechen kann. Besondersverdankte A. diesen Ruhm seinem Charakter, denn er war bescheiden, fried-liebend und weit entfernt, bei dem Könige und seinen Nebeubuhlern Argwohn zuerwecken. So geschah es, daß die Hälfte der Erde seinen Namen annahm, ohnedaß er diese Ehre suchte. Übrigens befand er sieb bei keiner Reiseunternehmung alsBefeblshaber, sondern nur als Geograph und Steuermann. Wir haben von ihmeine Charte von Amerika, ein Tagebuch von 4 seiner Reisen, das 1532 zu Paris lateinisch im Druck erschienen ist, und auf 22 Bl. in 4. „Amerigo S Briefe", diegleich nach seinem Tode in Floren; bei Ioh. Steph. di Carls da Pavia erschienen.A. D. starb 1514 auf der Rückfahrt von Amerika zn Terceira . König Emanuelvon Portugal, in deffen Diensten er sich zuletzt befand, ließ in der Kaihedralkirchezu Liffabon die Reste des Schiffes Victoria aufhängen, an deffen Bord er die letzteFahrt nach Amerika machte, und Florenz überhäufte seine Familie mir Ehren-bezeigungen. Noch sind nicht alle LebenSumstände dieses merkwürdigen Man-nes ganz aufgeklärt und ohne LLiderspruch.
Amerik a. DstwärtS von Asten, westwärts von Europa und Afrika ,dehnen sich (210 — 360° L.) in beiden Polrichtungen, zwischen dem Grabe einerversunkenen Landermasse, dem atlantischen Meere, lind zwischen dem ungeheuernWasserbecken des stillen Weltmeeres, das Australien und Asten (s. Bering) vonder Westseste unsers Erdkörpers scheidet, 2 durch die Bergenge von Panama an-einandergekeltete Welttheile auS: in südestl. Richtung Südamerika (s. d.),in nordwestl. Nordamerika (s. d.). Da, wo jener Felsendamm die beiden Meeretrennt, ragt aus der großen westl. Einbuchtung des atlantischen Meeres, die denGolf von Merico und die Busen der karaibischen Gewässer gebildet hat, eine Ruineder Urwelt hervor: die große, aus Felfinzruud gelagerte, von vulkanischen AuS-brüchen und von Meergewürmschalen gestaltete Eilandsstur der Antillen (s. d.)oder Westiudien (s. d.). Die Nordgreuze dieser neuen Welt verliert sich jenseitsdes von Hearne 1770 erforschten 72" der Breite und des von Mackenzie 1739 er-reichten 69° B„ über die 1318 vom Capit. Roß zuerst unter dem 73° B. entdeckteNordkuste der Bafsinsbai hinaus, in dem nortl. Polargürtel. Die Lüdgrenze bil-