Band 
Erster Band. A bis Bl.
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257
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AmmiamiS Marcellimw

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gründen, bald auch zu spätern Verhärtungen, Vereiterungen und Krebs die Der-anlaffung abgeben, sind die Folgen des unterlassenen Stillens, welche vorzüglichdeutlich in die Augen springen. Die für das Kind sind noch größer, denn jede andreNahrung, die es erhalten kann, erseht die Muttermilch keineswegs, und eine Ab»zehrung (.->>>,>>>lch, nttMiiun,) ist beinahe gewöhnlich die Krankheit, welche dasLe-bcn Derjenigen zerstört, welche der naturgemäßen Nahrung entbehren müssen. Manglaubt nun wol durch Ammenmilch die Muttermilch ersetzen zu kennen, und nur zugern ergreifen bequeme, mehr i» der großen Welt als in dem kleinern Familien-kreise lebende Mutter dieses Auskunftmittel, wodurch sie ihre Neigung mit ihrerPflicht vereinigen zu können hoffen; die Amme ist aber nur ein schlechtes Surrogatder Mutter, sie kann ihre stelle zwar einnehme», aber nie vollkommen ausfüllen.Doch gibt es allerdings bei der naturwidrigen Lebensweise, welche die Frauen derhöhern Stände führen, eine Menge von Fällen, in welchen das Stillen (zumallänger fortgesetzt) weder der Mutter noch dem Kinde nützen würde. Bald stelltsich gar keine Milchabsonderung ein, oder sie hat keine guten Eigenschaften, baldsind die Brustwarzen so verkrüppelt, daß weder die Kunst noch das Saugen desschwache» Kindes sie hervorziehen kann: Umstände, durch welche das Säugender Mutter unmöglich gemacht wird: nachkheilig aber für das Kind wird es, wenndie Mutter eine KrankheitSanlage besitzt, wenn sie ftrofulös, kacheklisch, schwind-süchtig, venerisch, sehr reizbar, schwächlich ist, wenn sie sich die nöthige Ruhe,dem Kinde die nöthige Aufmerksamkeit nicht schenken kann noch mag. linker solchenUmständen ist eine Amme der einzige naturgemäße Ersatz, welchen das Kind erhal-ten kann; nur hüte man sich vordem Wahne, als sei eine Amme um so besser, jegrößer, vierschrötiger, strotzender sie aussieht; für das Kind einer zarten, schwäch-lichen Mutter, wie sie m den höhern Ständen meistens sind, taugen solche Ammennichts. Bei der Wahl der Amme ist zuerst darauf zu sehen, daß es eine gesundePerson sei, am allerwenigsten wird sie an einer ansteckende» Krankheit leiden dür-fen, sie soll nicht zu jung und nicht zu alt sein, am liebsten zwischen dem 20. und30. Jahre stehen, sie soll wo möglich nur wenige Tage vor der Mutter entbundenworden und dieser körperlich und geistig möglichst ähnlich sein; sie muß gute Brüsteund Brustwarzen haben; ihre Milch muß in gehöriger Menge vorhanden und süß-lich, ohne Geruch, bläulich und weder zu dick noch zu dünne sein; sie darf nichtgeneigt zu leidenschaftlichen Ausbrüchen und Affecten, sondern sie soll von ruhiger,deduldiger, sanfter Gemüthsart sein und für ihren Säugling Liebe empfinden.Über alle diese Umstände wird natürlich die Mutter nicht gehörig urtheilen können; esist daher jederzeit die Untersuchung durch einen Arztnorhwcndig. In größer» Städten(z. B. in Paris sind AmmeubureauS errichtet, welche jedoch die nöthige Sicherkeitnicht gewähren sollen. — Endlich muß die erwählte Amme eine solche Diät fuh-ren, daß der höchste Grad von Gesundheit dabei bestehen kann. Denn man hatvielfältig die Beobachtung gemacht, daß jeder Verstoß gegen die Diät, wiez. B. unangemessene Nahrung, Erkältung, Ausschweifungen, heftige Gemüthsbe-wegungen :c., viel leichter und häusizer die Gesundheit des schwachen LäuglingSals die der Amme stören, und Erbrechen, Diarrhöen, Ausschläge, Abmagerung,nächtliche Unruhe, Krämpfe, Eonvulsionen, fieberhafte und andre Ausäste beidem Kinde verursachen, die, wenn sie oft wiederkehren oder lange anhalten, esnothwendig machen, daß die Amme gewechselt wird. 3-1.

A m mianus M a r c e l l i n u s, ein römischer Geschichtschreiber ausdem 1. Jahrh, nach Ehr., zu Antiochia in Lprien geb. -Lein Werk umfaßte in 31Büchern (von denen bloß die letzten 24 noch übrig sinh) die Geschichte der römischenCäsaren von Nerva bis Valens. Man kann es als eine Fortsetzung des TaciiuSund Sueton betrachten; es ist vielfach lehrreich und anziehend. Eine ältere guteEviivcmlions - Lexicvn. Bl>. l. 11