Ammoniak
AmmoniuL
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diese Wissenschaft in ein bloßes Geripp verwandelt wurde. Die religiösen Ansich-ten und Forschungen A.'S gehen schon seit 20 Jahren von dem Princip aus, daßdie Wahrheit sich weder im Gefühl, noch in der Formel, noch in irgend einemBuchstaben findet, sondern in der den Gesetzen unsers Gemüths angemessenen Er-kenntniß des lebendigen Leins. Er bekennt sich daher in der natürlichen Theologiezum Theismus, in der christlichen zur innigsten Gemeinschaft Gottes mit Jesu,in der Moral zur Ableitung des höchsten Guts aus Gott und seiner Gnade, alsNormalideen seiner Wissenschaft. Indem der Snpranaturalismus als Glaube andie Offenbarung ohne Wissenschaft auftritt, der Rationalismus als Wissenschaftohne Glauben, so erklärt sich A., beide Systeme verwerfend, für den rationalenSnpranaturalismus, in welchen, der Glaube da beginnt, wo die Wissenschaftaufhört. Auf diesem Wege wird Schwärmerei und Irreligiosität vermieden, unddie höhere Bestimmung der Menschheit erreicht. In diesem Sinne nahm 2k. dasWort in dem Thesenstreite von Harms. Dagegen ward er von Schleiermacher eines klugen Wechsels und Wendens der Meinung beschuldigt, und eines Iesiütis-mus, der von A. mit Unwillen und Verachtung bekämpft zu werden pflegt. Soveranlaßte Schleiermacher eine Bitterkeit der Erwiderungen, die Denen den Genußtrübte, die von so ausgezeichneten Männer»Belehrung überdie wichtigsten Gegen-stände erwarteten. Die beabsichtigte Vereinigung der protestantischen Kirchen wareine Sache, über die A. vor Andern sein öffentliches Urtheil auSsprcchen mußte. Eswarnichtdie Vereinigung selbst, die er mißbilligte, sondern ein politisches Zusam-menwerfen beider Kirchen in eine gährende Masse, von dem er Erschütterung derBasis eines freien evangelischen Kirchenvereins, Beförderung des Mysticismusdurch Indifferentismus und Acrspalkung der protestantischen Kircheinneue Sekte»befürchtete. So gewiß mit der ewigen Einheit der Wahrheit auch die Einheit derchristlichen Religion in ihrer höchsten Vollendung gesetzt ist, so sehr ist auch durchdie Unvollkommenheit der Menschen die Mannigfaltigkeit der Kirchen, als mensch-licher Institute, bedingt. Daher erklärt A. eine christliche Universalkirche ebensoentschieden für ein Platonisches Ideal als eine geistliche Universalmonarchie. Dul-dung, Friede, Liebe, Annäherung an die Einheit des Glaubens kann nur diegroße Aufgabe des StrebenS und Wirkens Aller und Jedes, aber niemals das Werkeiner äußern Macht sein. Diesen, doppelten Geiste des Umwerfens und Zusan,-rnenwerfens nach Willkür arbeitet A. auch als Prediger und als geistlicher Vorsteherentgegen. Scharfsinniges Forschen und demüthiges Erkennen der menschlichenGrenzen, das zum Glaube» fuhrt, leuchtet aus seinen Reden und Schriften her-vor. Daß er aber von der christlichen Liebe durchdrungen ist, beweist seine Huma-nität, und die Duldung, die er Andersdenkenden beweist. Bei einer seltenenGewandtheit des Geistes, die auch in der Leichtigkeit sich beurkundet, mit der ermehrer Sprachen Herr ist, und bei der eindringenden Schärfe, mit der er auf-saßt, unterscheidet und darstellt, weiß er in gleicher Art den Verstand zu überzeu-gen und das Herz zu erwärmen. Durch die Regungen einer „„friedlichen undargwöhnischen Zeit ve, anlaßt, gab er(Leipz. 1825)2 Predigten heraus, mit einemmerkwürdigen Vorworte über den äußer» Religionswechsel. Die Einführung derberliner Hofkirchenagende beleuchtete er, dazu ausdrücklich aufgefodert, geschichtlichund kirchlich (Dresd. 1825), und kirchenrechtlich (Dresd . 1826). Der Einheit un-serer Kirche widmet er jetzt eine eigne Zeitschrift u.d.T.: „Die unveränderliche Ein-heit der evangelischen Kirche" (DreSd. 1826 fg.), die dogmatischen, polemischenund historischen Inhalts ist. 1824 ward der seinen Stammältern 1594 von Kai-ser Rudolfll. bestätigte Reichsadel vomKönig von Baiern erneuert. S. „Genea-logische Nachweis,,,ig des Familienadels der vonAmmon" (Dresd . 1825). 3.
Ammoniak, s. Salmiak.
A m m o n , u s. Unter diesem Namen sind mehre Gelehrte, besonders Phi-
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