Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
261
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Amor Amortisiren 281

Amor, bei den Römern, bei den Griechen Eros . Nach der spätern My-thologie ist Amor ein Sohn der Venus und des Mars, der Gott der Liebe, derschönste unter den Unsterblichen, ein geflügelter Knabe mit Pfeil und Bogen, zu-weilen mit verbundenen Augen. Die Wirkungen seines Geschosses sind die schmer-zenden Wunden der Liebe, und seine Macht ist Menschen und Göttern furchtbar.Nicht immer ist er jedocb ein in den Arme» seiner Mutter spielender, schalkhafterKnabe, er erscheint auch in der frischen Blüthe des Jünglings,;. B. als Geliebterder Psyche. Einer seiner Drüder, von mütterlicher Seite, ist Hymen, der Gottder Ehe, dem er aber durch seinen Leichtsinn manchen Kummer macht. Die Lun-ker, Elegiker und Epigrannnatisten bildeten vornehmlich seinen Mrthus aus undsprachen bald von Liebesgöttern (Amoretten). (>L. Hymen, auch Cupido .)Nach der frühern Mythologie (bei Hesiodus und Orpheus ) ist er der älteste unterden Göttern und war vor allen Erzeugungen da; er regte zuerst das unfrucht-bare Chaos an, daß es die Finsterniß gebar, aus welcher der Äther und der Taghervorgingen. Dieser älteste Amor ist der erhabene Begriff der Alles erregendenund befruchtenden Liebe. Ihr wird jedoch von Einigen der Haß entgegengestellt.

Amorbach , die sehr verschönerte Residenzst. des mediatisirten Fürsten vonLeiningen, mir 520 H. und 3300 Einw., im bairischen Untermainkreise. DasRcsidenzschlofi ist die ehemal. Benedietincrabtei. (S. Leiningen.)

A in o r e t t i (Carlo), Abbate, geb. zu Oneglia den 13.März 17-11, starbzu Mailand 1816, ein großer Mineralog und einer der Conservaioren der ambro-sianischen Bibliothek seit 1797. Bis 1772 war er Professor des Kirchcnrechrs zuParma . In neuern sprachen äußerst bewandert, bemühte er sich, seine LankS-leute von den Fortschritten andrer Nationen in Wissenschaften und Künsten zu un-terrichten. Er war Mitglied der mailänd. 8>>meiä >u>liiol>oa, des ikalien. Na-tionalinstituts, der 8vcxuä imlMn-i, der Weist!» -l'iixmir.iIiiiix'xix »leite«oien/,' 0 ch'llk! -, 1 'ti. Von 1775 — 88 erschienen zu Mailand 27 Quarkbändemit Kpfrn. („X»NV!I ücrli!! (I'opm-moli iiile><>--!»xli Suite .-ciexre c Suite :»it>"),die er mit mehren Freunden herausgab. Seine Bergwerkskenntnisse riefen ihn1808 ins täxxiIio »leite miniere. Er war es, der zuerst auf genaue Untersu-chung der Schätze der Ambrosiana drang, worin Majo nachher so Vieles lei-stete. So beförderte er zum Druck des Ritters Pigafetta aus Vicenza „Erste Rc sseum die Welt von 1519 — 22", und desselben „Tractat über die Seefahrt", 1811a. d. Italien , übers. von Jacobs und GrieS, ferner 1811 des Capuain Maldonado„Nordöstliche Reise durch das atlantische und stille Meer", und 1801 des Leonardoda Vinci „ l'mtmi« »iet!», ssu»»,.-»", m.Kpf., auch eine Biographie dieses berühm-ten Malers 1806; endlich 1808: „Hiiee »iPiumutiex ^»»S lixtiru-i-»»»,",ein Nachtrag zu des Paters Fumigalli Sammlung italienischer Diplomen des 8.und 9. Jahrh. Aus seinem großen Werke: „'teiln r,-»i>»i»>m,,n?ü> <>-si.-> eictiru-»X'lri.1 -ixiixulc riecreiie tiüieiie e stoii»:!ie" (Mailand 1808), lieferte er 1816 ei-nen Auszug : „biiemeuti cU eiettruructrin nixuxile".

Zl NI o r t i s i r e n (vomfranz. nmexti,) bedeutetursprünglich ertödten, erlö-schen, schwächen, z. B. Feuer, Süßigkeit; dann Zinsen loskaufen; ferner Grund-stücke oder deren Ertrag an die todte Hand veräußern; und endlich bedeutet es eineSchuld tilgen oder aufheben, in welchem Sinne von diesem Worte hier die Rede«st. Gut eingerichtete, aber durch außerordentliche Unfälle verschuldete Staatenbilden zur Tilgung ihrer Schulden einen Amortisati onsfonds (fran«. ,Vmc>r-«G-eixkxi. engl. Sxxkixu lxixl) oder Schuldentilgungsfonds (Amortisa-tion!«-, Schuldentilgungscaffe, auch bloß TilgungScasse genannt), indem sie einejährliche Geldsumme sowol für die Bezahlung der Zinsen als auch für die all-mälige (Abtragung der Schulden selbst bestimmen, die durch Letzteres aus den ver-minderten jährlichen Interessen gewonnene Summe wieder zur Abbezahlung der